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  • DE-81925 München
  • 04/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-182714)

Neubau von Wohnanlagen im Prinz-Eugen-Park


  • 1. Preis LOS 1

    © AllesWirdGut Architektur ZT GmbH (Render: miss3)

    Architekten
    AllesWirdGut, Wien (AT), München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: club L94, Köln (DE)
    Energieplaner, TGA-Fachplaner: Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart (DE), München (DE), New York, NY (US), Paris (FR)
    Brandschutzplaner, Tragwerksplaner: Vasko+Partner Ingenieure ZT GmbH, Wien (AT)

    Preisgeld
    42.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Dem Projekt gelingt es überzeugend mit einzelnen Gebäuden eine erwünschte Kleinteiligkeit in eine übergeordnete Struktur einzubinden. Die vorgeschlagene Gebäudetypologie wird an Standort als angemessen und richtig bewertet. Die neu entstehenden einzelnen Häuser können mit ihrer individuellen Ausformung zur Identifikation im neuen Stadtquartier beitragen. In beiden allgemeinen Wohngebieten werden differenzierte Grün- und Freiflächen angeboten. Im WA 1 sollte diese weniger kleinteilig sein. Die Ausbildung der Dächer weist eine ausgewogene Mischung aus extensiver Begrünung und intensiven Nutzungen als Gemeinschaftsgarten verbunden mit Bewohnertreff auf. Geschickt werden mehrere Erschließungszonen, von denen aus bis zu 5 Wohnungen erschlossen werden, gleichzeitig als „Gartenhaus“ bzw. Gemeinschaftsraum angeboten. Diese „Gartenhäuser“ werden als Entwurfsziel begrüßt.
    Das Erdgeschoss ist jeweils um 40 cm gegenüber der natürlichen Umgebung angehoben, was zu etwas erhöhtem Aufwand durch notwendige Rampen und Durchladeraufzüge führt. Die Wohngrundrisse sind klar organisiert. Die Schottenbauweise der als Wohnregal konzipierten Häuser reduziert die Flexibilität der Wohnungsgrößen.
    Der gewünschte Wohnungsmix ist erfüllt. Einige Schlafräume sind hinsichtlich der erforderlichen Barrierefreiheit und ihrer Möblierbarkeit zu überarbeiten.
    Das Haus für Kinder in WA 1 kann nicht überzeugen. Ein ordnungsgemäßer Betriebsablauf ist nicht möglich, da unter anderem der gesamte Personalbereich nur über den Mehrzweckraum erschlossen ist. Die Außenspielfläche wird durch die Feuerwehrzufahrt beeinträchtigt. Das Haus für Kinder im WA 2 hat Nachteile im Betrieb, die aber bei einer Überarbeitung behoben werden könnte. Die Freispielfläche wird durch die Feuerwehrzufahrt beeinträchtigt, zudem ist sie deutlich zu klein. Eine Vergrößerung wäre hier erforderlich.
    Mit dem "Gartenhaus" wird das Freiraumangebot zwischen privat und gemeinschaftlich nutzbar mit einem geschützten und doch hellen "Freiraum" auf überzeugende Weise erweitert. Dachgärten ergänzen das gemeinschaftlich nutzbare Grün. Die Adressbildung in den Höfen wird geschickt genutzt um die Anforderungen der Feuerwehr mit den notwendigen Erschließungswegen zu überlagern. In den Höfen erscheint der Anteil der befestigten Flächen etwas zu hoch, die Nutzung der Grünflächen wird durch die Kleinteiligkeit erschwert. Die Gärten zur Cosimastraße fügen sich zwar in das Konzept, direkt von den Gebäuden aus erreichbare Freiflächen zu schaffen, ein, sie werden trotz der hohen Hecke in ihrer Nutzbarkeit eingeschränkt bleiben und widersprechen den städtebaulichen Vorgaben.

    Durch die durchgängig durchgesteckten Grundrisse der großen Wohnungen an der Fassade zur Cosimastraße wird geeignet auf die Außenlärmbelastung reagiert. Die Aufenthaltsräume sind zu gleichen Teilen zu beiden Fassadenseiten ausgerichtet. Eckwohnungen sind jedoch zur lauten Straße orientiert. Konsequent wurde auf Loggien zur lauten Straße verzichtet und
    damit aufwändige Konstruktionen vermieden. Die im EG dargestellten Freisitze vor der Westfassade sind so nicht umsetzbar. Die Lüftungsmöglichkeit bei geöffneten Fenstern bei gleichzeitig schallabschirmender Vorsatzkonstruktion ist nicht ausreichend verständlich dargestellt und müsste im Weiteren detailliert werden.

    Die Arbeit weist ein gutes A/V-Verhältnis und eine gute Flächenwirtschaftlichkeit auf. Die Baukörper werden mit wenigen Treppenhäusern erschlossen. In der baukonstruktiven und technischen Ausarbeitung ist es eine ausgewogene Arbeit bzgl. wirtschaftlicher Herstellung und Wertigkeit / Nachhaltigkeit. In der gebäudetechnischen Ausarbeitung fehlt noch eine gewisse Tiefe, die bei einer Umsetzung des Entwurfes jedoch zu erwarten ist.


INFO-BOX

Angelegt am 28.04.2015, 10:27
Zuletzt aktualisiert 04.05.2015, 08:38
Beitrags-ID 4-102211
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