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  • DE-64372 Ober-Ramstadt, DE-64372 Ober-Ramstadt
  • 09/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-229567)

Freibad


  • 3. Preis

    Lageplan, © k1 Landschaftsarchitekten / AHM Architekten

    Landschaftsarchitekten
    k1 Landschaftsarchitekten - Kuhn Klapka GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Arnke Häntsch Mattmüller AHM Architekten BDA, Berlin (DE)

    Preisgeld
    9.000 EUR

    Erläuterungstext
    Der Entwurf entspricht der Lage des Freibades an der Schnittstelle zwischen dem Stadtraum und dem Landschaftsraum entlang der Modau. In der städtebaulich- freiräumlichen Disposition werden die Funktionsgebäude des Bades mit der zugeordneten Badeplatte straßenbegleitend zur Stadt hin angeordnet, während die Liegewiese in den Landschaftsraum des Odenwalds übergeht. Um das Freibad enger als bisher mit dem Lauf der Modau zu verzahnen, wird vorgeschlagen, den Zugang zum Freibad über eine Brücke vom neu geschaffenen Vorplatz zu erschließen und eine Terrasse als attraktiven Freisitz an der Modau vis-a-vis zum Platz auszubilden. Die Terrasse wird vom Kiosk aus bewirtet und liegt am Übergang zur Liegewiese. Die vorhandene Freiraumcharakteristik mit ihrem lockeren Baumbestand und angrenzenden Höhenlagen wird weiterentwickelt, indem die Geländemodellierung aufgenommen und in architektonische Sitzterrassen östlich entlang der Badeplatte überführt wird. Die Badeterrassen bieten attraktive süd/west-orientierte Sitz- und Liegeflächen mit Ausblick auf das Badegeschehen und finden ihren Abschluss durch ein Holzdeck an der Liegewiese.

    Der neu geschaffene Platz an der Modau lagert sich seitlich an die Erschließungslinie Brückengasse und Nieder- Modauer Weg sowie ‚Am Schwärzefloß‘ an und bildet somit auch eine Station für die Rad- und Fußwegeverbindungen zum Naturfreundhaus und zu den angrenzenden Naherholungsgebieten im Odenwald. Die offene, mit einer Baumgruppe überstandene und dem Grünraum der Modau angegliederte Platzfläche vermittelt in alle Richtungen und bietet sich für unterschiedliche Aktivitäten an. Ein weiteres Nutzungspotential liegt in der Zuordnung zum Mehrzweckraum des Jugendzentrums, der an der Gebäudeecke eine Außentür zum Vorplatz aufweist. Sitzstufen binden die Modau an die Platzfläche an und ermöglichen einen Aufenthalt am Wasser.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Positiv bewertet wird die räumliche Aufweitung zwischen dem L-förmigen Baukörper und der Wasserfläche, auch wenn diese zu wenig ausdifferenziert ist. Dies gilt auch für die Zonierung um die Becken mit unterschiedlichen Angeboten.

    Die Anordnung der Kioskterrasse an der Modau bietet eine hohe Aufenthaltsqualität und gute Blickbeziehungen. Der alleinige Fußgängerzugang über den Ideenteil ist zwar grundsätzlich denkbar, bedingt jedoch zwingend den Bau einer Fußgängerbrücke und eine gestalterische Aufwertung des Ideenbereichs. Die planerischen Ansätze im Ideenbereich sind entwicklungsfähig, die Bespielung des Modauufers in Korrespondenz zur Gastronomieterrasse des Freibads ist ein guter Gedanke.

    Grundsätzlich ist die Funktionalität im Betrieb gegeben. Die Abtrennung Schwimmer- zu Nichtschwimmerbereich ist leicht herstellbar. Die Beckenform wirkt jedoch willkürlich. Der Entwurf zeigt leider nicht die gewünschte erlebnisorientierte Badefläche, u.a. da der Focus zu stark auf den Schwimmerbahnen liegt. Die Wellenrutsche mit Ausnutzung der Topografie ist ein interessanter Beitrag. Die Anordnung des Kinderbereichs zur Badeplatte erscheint recht weit entfernt. Die Ausrichtung des Sprungturms mit Springrichtung nach Süden ist wegen der Blendung nicht praktikabel.

    Die Funktionalität des Servicegebäudes ist grundsätzlich gegeben. Das Raumprogramm ist umgesetzt. Der 1. Hilfe/Schwimmmeisterraum ist jedoch nur vom Badebereich zugänglich. Der Betriebshof erscheint zu klein. Auch die Kioskanlieferung über die Brücke ist problematisch. Die Barrierefreiheit ist durchgängig eingehalten.
    Auch wenn die Materialwahl der Bauaufgabe durchaus angemessen erscheint und die Einfachheit der Konstruktion sympathisch ist, wirkt die Gestaltung der Fassaden über die Länge zu banal und wurde in Bezug auf die architektonische Qualität kontrovers diskutiert.

    Die wirtschaftlichen Kennwerte des Entwurfes liegen im mittleren Bereich. Die vorgeschlagenen energetischen Maßnahmen entsprechen dem derzeitigen Standard.

    Der Entwurf stellt in seiner städtebaulichen Figur einen eigenständigen Beitrag zur Aufgabe dar, hat jedoch Defizite in Bezug auf die Zugänglichkeit, die Erlebnisqualität der Badeplatte und die architektonische Gestaltung.