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  • DE-85540 Haar
  • 02/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-239367)

Ausbau des Schulstandorts am Jagdfeld


  • Anerkennung

    Grundriss, © BHM Planungsgesellschaft mbH / ash Architekten

    Landschaftsarchitekten
    BHM Planungsgesellschaft mbH, Bruchsal (DE), Nürtingen (DE), Freiburg im Breisgau (DE), Backnang (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Sigurd K. Henne

    Mitarbeit
    Christian Wild, Max Hansen, Marek Mucha

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: a|sh architekten, Ludwigshafen (DE), Frankfurt (DE), Düsseldorf (DE), Nienburg (DE), Kulmbach (DE), München (DE), Aalen (DE), Berlin (DE)
    Architekten, Stadtplaner: MATTER, Berlin (DE)
    Architekten: tobias buschbeck architektur, Berlin (DE)

    Preisgeld
    11.500 EUR

    Erläuterungstext
    Der Pausenhof muss den Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten zum Bewegen, Spielen und Ausruhen bieten. Teilbereiche davon sollen witterungsgeschützt sein.
    Das Entwurfskonzept erreicht dies durch eine Überlagerung des versickerungsfähigen Pausenhofpflasterbelags mit unterschiedlichen Gestaltungselementen. Formal werden diese Elemente durch deren gemeinsame, organische Formensprache zusammengefasst – als wohltuender Kontrast zu der geradlinigen Alt- und Neubaustruktur.
    Dies schafft eine heitere, anregende Atmosphäre.
    Im Osten wird der Pausenhof auf selbstverständliche Art und Weise durch die Kombination aus Brüstung und Sitzbank oberhalb der begrünten Außentribüne begrenzt. Von hier hat man einen guten Ausblick auf die Sportfelder im Osten. Diese werden im Wesentlichen im Bestand belassen - bis auf den Bereich der neuen Sporthalle.
    Folgende Überlagerungselemente sind besonders prägend für die Gestaltung des Pausenhofes:

    • Architektonische Elemente – das Vordach im Eingangsbereich, die ringförmige Brücke zwischen Alt- und Neubau, die Pergola sowie der aufgeständerte Neubau mit den Volumen der Mensa und des Sporthalleneingangs – deren Dächer bieten die überdachte Pausenfläche als Schutz gegen Regen, Schnee und Sonne.

    • Landschaftsinseln – diese sind flach oder topografisch modelliert aus farbigem, weichem Fallschutzbelag (EPDM) oder begrünt – ihnen sind jeweils Nutzungen zugeordnet (z.B. sitzen, skaten, spielen, klettern, toben).

    • Bäume und „Freiraummöblierung“ – die Bestandsbaumgruppen werden so weit möglich integriert und durch Neupflanzungen von mehrstämmigen Ginkgo-Bäumen ergänzt - in Gruppen angeordnete, farbige Sitzsteine, Kleinspielgeräte sowie ein multifunktionales Kleinspielfeld ergänzen das Bewegungsangebot und dienen der Stärkung der Motorik und Sinneserfahrung – durch die Brüstungsbank und Sitzbänken auf den Landschaftsinseln nördlich und südlich des Aktivitätsfelds wird eine kleine Arena gebildet.

    • Schuldachgarten als Experimentierlandschaft – das Dach des Neubaus wird durch die Treppenhäuser und den Aufzug erschlossen sowie durch einen begehbaren Belag so ausgelegt, dass hier u.a. mit mobilen und stationären Hochbeeten ein wachsender Garten für die gesamte Grundschule entstehen kann – dieser kann zu Lehrzwecken auch technische Elemente beinhalten wie z.B. eine kleine Photovoltaik- oder Windenergieanlage

    • Robust - Die wertigen und robusten Materialien, Ausstattungselemente und Bepflanzungen gewährleisten die Wirtschaftlichkeit insbesondere im Hinblick auf Pflege- und Unterhaltskosten.

    • Mitwirkung - es bestehen vielfältige Möglichkeiten zur Mitwirkung von Schülern, Lehrern und Eltern bei der Ausgestaltung des Freiraumes - insbesondere auf dem Dachgarten.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    (Auszug)
    Der Entwurf umfasst einen kompakten, großteils aufgeständerten Gebäuderiegel entlang der südlichen Grundstücksgrenze, wobei die Sporthalle komplett unter der Geländeoberfläche liegt. Die sich daraus ergebenden räumlichen und schulorganisatorischen Vor- und Nachteile wurden im Preisgericht sehr kontrovers diskutiert.

    Grundsätzlich positiv zu sehen ist die durch die Absenkung der Sporthalle entstehende großzügige zusammenhängende Pausenfläche. Durch die Absenkung der Sporthalle wird die unter dem „schwebenden“ Baukörper entstehende freie Sicht vom Jagdfeldring zur Waldluststraße zusätzlich unterstützt.

    Die großteils organisch gestaltete Form der beiden „inselförmigen“ EG-Zonen bildet einen spannenden Kontrast zum aufgeständerten orthogonalen Kubus der Obergeschosse.

    Insgesamt stellt die Wettbewerbsarbeit einen interessanten und originellen Entwurfsansatz dar.