loading
  • DE-57072 Siegen, DE-57076 Siegen
  • 03/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-236986)

Rund um den Siegberg


  • ein 3. Preis

    Fissmer-Anlage, © scape Landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Funk , Hiltrud Maria Lintel , Prof. Rainer Sachse

    Mitarbeit
    Daniel Heblich, Ben Zemke, Steven Zeise, Melanie Eiler

    Preisgeld
    11.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Durch eine differenzierte Betrachtung der unterschiedlichen Freiräume entwickeln die Verfasser klare konzeptionelle Bilder, die jedoch in ihrer Umsetzung teilweise kritisch gesehen werden.

    Schlossgarten und Erweiterungsfläche
    Der Schlosspark wird durch behutsame, am Bestand orientierte Gestaltungsansätze schlüssig strukturiert. Dabei ist das Bemühen erkennbar, die Blickbeziehungen zu stärken und Aussichten zu inszenieren. Dem folgen insbesondere die Baumsetzungen und auch die zurückhaltende Integration der Wechselflorpflanzungen, die sich richtigerweise an platzartig aufgeweiteten Wegeflächen befinden. Die Strukturierung des Erweiterungsteils wird als sehr gelungen empfunden. Um eine großzügige Rasenfläche sind verschiedene Funktionsbausteine gruppiert, lärmintensive Spielangebote befinden sich im Süden, mit ausreichendem Abstand zum Musikpavillon. Dieser ist richtigerweise mit weiteren Serviceangeboten kombiniert und in gelungener Weise erneuert worden.

    Alfred-Fissmer-Anlage
    Die Fissmer-Anlage ist in ihrer grundsätzlichen räumlichen Disposition richtig strukturiert. Zwei Plateaus eröffnen großzügige, multifunktionale Nutzungsangebote, ein Teil des Baumbestandes bleibt als ein „grüner Rücken“ erhalten. Kritisch wird jedoch die Aufenthaltsqualität auf der Platzfläche gesehen. Durch den Verzicht auf Baumpflanzungen im Westen entstehen gerade dort, wo bisher bereits attraktive gastronomische Angebote bestehen, über-mäßig sonnige Bereiche. Auch wird die Position der mitten auf die Platzfläche verlegten Freisitzfläche wegen der langen Servicewege und absehbarer Nutzungskonflikte als nicht sinnvoll erachtet. In diesem Zusammenhang wäre die Einordnung des Wasserelementes in zentralerer Position vorteilhafter für die Ausprägung einer atmosphärischen Qualität gewesen.
    Die in den engen Straßenräumen angeordneten Baumreihen sind nicht nachvollziehbar. Neben den funktionellen und bautechnischen Schwierigkeiten einer Realisierung werden damit auch ortstypische Straßenquerschnitte und Sichtbeziehungen verstellt.

    Siegberghang
    Mit der neu vorgesehenen Wegeanbindung quer zum Siegberghang wird zwar ein richtiger städtebaulicher Ansatz verfolgt, jedoch ist die dargestellte Umsetzung völlig ungeeignet und in dramatischer Weise überinszeniert. Lange Wegeführungen und monotone Rampen sind wenig aus dem Ort entwickelt und werden Angsträume erzeugen. Schade ist auch der Verzicht auf einen hangbegleitenden Verbindungsweg.

    Die Kostenschätzung bemüht sich um eine realistische Kalkulation für den Umbau der wichtigen benachbarten Straßenräume. Einige Kostenansätze jedoch, wie der sehr geringe Ansatz für den Einbau von Natursteinpflaster in der Fissmer-Anlage, werden angezweifelt.
    Insgesamt bietet die Arbeit interessante Ansätze für den Umgang mit den räumlichen Themen, die jedoch im Er-gebnis teilweise nicht angemessen erscheinen.