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  • DE-64295 Darmstadt, DE-64295 Darmstadt
  • 08/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-260957)

Landesgartenschau Darmstadt 2022


  • 3. Preis

    Perspektive Ostbahnhof, © geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH, planquadrat Elfers Geskes Krämer PartG mbB, Planungsbüro von Mörner

    Stadtplaner
    planquadrat Elfers Geskes Krämer PartG mbB, Darmstadt (DE), Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin (DE)
    Verkehrsplaner: Planungsbüro von Mörner, Darmstadt (DE)

    Erläuterungstext
    Landschaftspark Darmbach-Woog

    Der Entwurf versucht, die einzelnen, zum Teil fragmentierten Parkanlagen entlang des Darmbachs, durch Flächenarrondierungen und Nutzungsverlagerungen zu einem zusammenhängenden und öffentlich zugänglichen Grünzug „Darmbach-Woog“ zu verbinden.
    Dabei fungieren neue Stadtplätze und Parkterrassen als Bindeglieder zwischen den einzelnen Parkanlagen. Die Aufenthaltsbereiche verweben zudem als attraktive Parkentrées den neuen Grünzug mit den angrenzenden Stadtteilen.
    Die denkmalgerecht sanierte Rosenhöhe wird dabei über das städtebauliche Scharnier Ostbahnhof mit dem Grünzug verknüpft.
    Die historischen Anlagen Mathildenhöhe, Großer Woog und Rosenhöhe nehmen konzeptionell aufeinander Bezug. Insbesondere durch das konsequente Herausarbeiten wichtiger Sichtbeziehungen zwischen diesen Orten wird diesem Umstand Rechnung getragen. Die Vorgaben aus dem Denkmalschutz und den weiteren Voruntersuchungen fließen vollständig in die Entwurfskonzeption ein.


    Konzeption der Teilbereiche: Gestaltung, Einfügung in das Umfeld und Funktionalität

    Östlicher Mercksplatz

    Der nördliche Abschnitt der Martin-Buber-Straße wird derzeit nicht mehr als Verkehrsraum benötigt. Es wird daher vorgeschlagen den Straßenabschnitt bis zur Landgraf-Georg-Straße als Fußgängerbereich umzugestalten. Der lineare Quartiersplatz formuliert einen Übergang zum östlichen Mercksplatz und bildet einen attraktiven Eingang zum Park.

    Rudolf-Mueller-Anlage

    Der bestehende Park ist geprägt durch die sanfte Geländemodellierung des Darmbachtals und seine landschaftliche Wegeführung. Dieses reizvolle Potential wird durch eine räumliche Öffnung der Parkmitte wieder besser erlebbar. Die großzügige Spiel- und Liegewiese im Parkinneren wird im Norden und Süden durch Strauchpflanzungen etwas von den benachbarten Verkehrswegen abgeschirmt.
    Gräser- und Staudenpflanzungen begleiten die Spaziergänger entlang der Wege. Der sanierte Teich bildet das Zentrum des Parks. Zwei kleine Spielbereiche werden nördlich des Teiches, außerhalb der beiden zentralen Blickachsen, angeordnet. Eine Sitzstufenanlage im Hangbereich zur Beckstraße verbindet die Rudolf-Mueller-Anlage mit dem Großen Woog.

    Beckstraße

    Die Beckstraße trennt die Rudolf-Mueller-Anlage vom Großen Woog. Es wird daher vorgeschlagen die Straße dem Durchgangsverkehr zu entziehen und als attraktiv gestalteter Shared-Space-Bereich in den Park zu integrieren. Durch den reizvollen Ausblick auf die Rudolf-Mueller-Anlage bietet sich die Beckstraße als exponierter Treffpunkt für Anwohner und Studenten an.
    Die neue Platzfläche verbindet die beiden Parkanlagen und stellt insbesondere auch für Besucher, die von der Mathildenhöhe kommen, einen attraktiven Eingangsbereich zum neuen Landschaftspark Darmbach-Woog dar. Durch den Raumgewinn könnten im nördlichen Abschnitt, wie im Mobilitätskonzept Mathildenhöhe gefordert, sehr gut Fahrradstellplätze samt Fahrradmietsystem angeordnet werden.


    Großer Woog

    Der denkmalgeschützte „Große Woog“ ist eine beliebte, zentrumsnahe Grünanlage. Seine Flächen sind jedoch weitgehend durch halböffentliche und private Nutzungen wie den beiden Freibädern, der Jugendherberge, dem Sportgelände der TSG 1846 und dem Schul- und Trainingsbad belegt. Durch eine behutsame Flächenarrondierung wird der Große Woog stärker für eine dezidiert öffentliche Nutzung erschlossen: Die Verlegung der alten Tennishalle nach Süden, die partielle Neutrassierung des vorhandenen Rundwegs sowie geringfügige Anpassungen der Zaunverläufe von TSG und Freibad ermöglichen die Schaffung von großzügigen, offenen Parkbereichen. Durch das behutsame Auslichten des dichten Gehölzbestandes entstehen wieder deutliche Blickbezüge zum Wasser. Die konsequente Verlagerung des Fahrradverkehrs in die Heinrich-Fuhr-Straße vermeidet Konflikte mit den Fußgängern.
    Besondere Anziehungspunkte bilden die neuen, exponierten Parkterrassen auf dem Woogsdamm, im Bereich des ehemaligen Trainingsbads und am Übergang zum Ostbahnhof. Sie verbinden zudem den Woog als attraktive Parkentrées mit den angrenzenden Stadtteilen.

    TSG 1846

    Das Areal der TSG nördlich des Darmbachs bleibt eingezäunt. Durch den Verzicht trennender und einengender Gehölzpflanzungen wird das Vereinsgelände jedoch visuell mit dem Woogspark verwoben.
    Die vorhandene, sanierungsbedürftige Tennishalle verhindert die Öffnung des Woogs zum Ostbahnhof und zur Rosenhöhe. Es wird daher vorgeschlagen auf dem unmittelbar südlich angrenzenden, brachliegenden Sportfeld einen modernen Ersatzbau zu realisieren. Dies ermöglicht an dieser neuralgischen Stelle eine wichtige räumliche Öffnung des Woogsparks zur Stadt.

    Spiel- und Sportpark

    Das Sportgelände südlich des Darmbachs wird für die Öffentlichkeit geöffnet und erweitert den neuen Grünzug bis zum Botanischen Garten. Der Darmbach wird in diesem Abschnitt renaturiert. Der Ostparkweg verknüpft insbesondere die Wohngebiete jenseits der Hanauer Straße über eine neue Brücke mit dem Park.
    Spiel- und Sportinseln entlang des Darmbachs bieten attraktive Freizeitangebote für alle Generationen. Dabei betonen die Spielobjekte die Bedeutung der Raumfahrt für Darmstadt. Neues aus dem Weltall - alles dreht sich um das Forschen und die Bewegung im All.
    Das denkmalgeschützte „Tor der Jugend“ bildet in Zukunft wieder den funktionalen Haupteingang.

    Ostbahnhof

    Der Bereich um den Ostbahnhof bildet das städtebauliche Scharnier zwischen dem Großen Woog und der Rosenhöhe. Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude markiert den östlichen Stadteingang. Neben diesen stadträumlichen Aspekten erfüllt der Bereich gemäß dem Mobilitätskonzept auch wichtige verkehrstechnische Aufgaben.
    Der Bahnhofsbereich erhält einen einheitlichen, seiner stadträumlichen Bedeutung entsprechend hochwertigen und robusten Naturstein-Pflasterbelag aus Granit.
    Er gliedert sich in drei Bereiche: einen offenen, repräsentativen Bahnhofsvorplatz und zwei, mit lockeren Baumhainen beschirmte, Nebenplätze. Hier ordnen sich Nutzungen wie Außengastronomie, Wartebereiche, Ticketautomaten und offene Fahrradstellplätze an.
    Der Bahnhofsvorplatz wird durch ein Wasserspiel und zwei Solitärbäume akzentuiert. Eine breite Wegeachse verbindet den Bahnhofsplatz über einen Fußgängerübergang mit dem Großen Woog.
    Ein exponierter Stadtbalkon markiert hier einen attraktiven Parkeingang.
    Der Übergang zur Rosenhöhe wird durch eine lineare Plattenintarsie und eine Reihe aus Lichtstelen betont.

    Im nördlichen Bereich bündelt ein Mobilitätszentrum mehrere Angebote:
    - eine Fahrradgarage mit ca. 250 Stellplätzen
    - ein Café mit ca. 50 Innensitzplätze samt Außengastronomie
    - ein öffentliches WC
    - geschützte Wartebereiche für die Bushaltestelle am Schwarzwaldring
    - Stadtinformation

    Der Gebäuderiegel gliedert sich sich an den Schwarzwaldring an und arrondiert dadurch sowohl den Straßenraum als auch den Bahnhofsvorplatz. Er schirmt zudem die Außengastronomie zur Straße hin ab. Das Funktionsgebäude überdeckt teilweise die alte Bunkeranlage. Deren Eingangsschächte bleiben jedoch, nach einer gestalterischen Intervention, als Einflugsluken für die Fledermäuse weiter frei zugänglich.

    Die Rosenhöhe

    Die Vorgaben des Parkpflegewerks Rosenhöhe und der naturschutzfachlichen Stellungnahme werden berücksichtigt. Das Wegekonzept des Parkpflegewerks wird übernommen. Die eigenständigen Charaktere der verschiedenen Parkbereiche wie Allee, Ruhegarten, Rosarium etc. werden herausgearbeitet.

    Über die Vorgaben des Parkpflegewerks hinaus wird der Wiederherstellung der historischen Blickachsen zum Großen Woog und zum Hochzeitsturm besondere Bedeutung zugemessen. Das ehemalige Herrenhaus war dabei der historische Ausgangs- und Zielpunkt der Sichtachsen. Eine Rauminstallation aus Metallstelen zeichnet den Baukörper des ehemaligen Palais Rosenhöhe nach. Eine eingehängte Treppe führt zu einem Aussichtsbalkon. Aus der Ferne (Woog, Mathildenhöhe) können somit diese historischen Blickbezüge wieder erlebt werden.

    Auf dem Aussichtspunkt Rosenhöhe ermöglichen große Ruhebänke den Besuchern einen längeren Aufenthalt. Robuste Holzdecks verwandeln einen Teilbereich der Obstplantage in eine naturnahe „Bürger-Picknickwiese“.

    Barrierefreiheit

    Die Rudolf-Mueller-Anlage, der Großen Woog und der Bereich am Ostbahnhof werden durchgehend barrierefrei gemäß DIN 18040-3 erschlossen.
    In der Rosenhöhe können durch die neuen Wegeverbindungen die Gefällesituationen etwas verbessert werden. Partielle Längsgefälle von 4,5 % bis ca. 5,5 % bleiben hier jedoch bestehen. Alle Bereiche sind stufenfrei erreichbar.

    Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit

    Alle Maßnahmen sind dauerhaft angelegt. Sowohl die zu realisierenden Maßnahmen an sich als auch die dabei verwendeten Materialien und Bautechniken erfüllen die Standards der Ressourceneffizienz.

    Technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit

    Die Gestaltungssprache ist zurückhaltend und orientiert sich an der Bestandssituation. Die vorgeschlagenen Maßnahmen, insbesondere die Umgestaltung der Beckstraße, die beiden Woogsterrassen, der Stadtbalkon und der Bahnhofsplatz werden hochwertig und robust angelegt. Sie entsprechen den anerka

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.