• DE-58675 Hemer
  • 12/2007
  • Ergebnis
  • (ID 8904)

Landesgartenschau Hemer 2010

Begrenzt offener, einstufiger, anonymer, landschaftsarchitektonisch-städtebaulicher Wettbewerb nach RAW 2004
  • 2. Preis

    GesamtKonzept nach 2010

    Architekten
    töpfer.bertuleit architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Sandra Töpfer , Dirk Bertuleit

    Mitarbeit
    Sandra Töpfer

    In Zusammenarbeit mit::
    Landschaftsarchitekten: Heilbronner Lachkareff Landschaftsarchitekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Dem Konzept liegt ein betont funktionaler Ansatz zu Grunde, der sich aus dem orthogonal angelegten Kulturquartier entwickelt und sich in einer ablesbaren Struktur zu einem robusten Landschaftspark auflöst. Die Idee der Landesgartenschau, einen dramaturgischen Erlebnisdreiklang zu schaffen, transportieren die Verfasser mit einem klaren und überzeugenden Wegesystem ohne den Besucher fußläufig zu überfordern oder zu langweilen. Die Abfolge der Beiträge und Angebote steht in einem angemessenen Rhythmus, der einen gleichmäßigen
    Spannungsbogen für die Besucher erwarten lässt.

    Der Wasserspiegel und die Liegewiese im Kulturquartier gliedern den Platz und schaffen Aufenthaltsqualität. Quer zum Kulturquartier liegt die etwas langezogene Fläche für Ausstellungs- und
    Schaubereiche. Zu hinterfragen ist die Annehmbarkeit der Spiellandschaft, die unterhalb des Höhenweges liegt.

    Hervorzuheben ist der übergeordnete Ansatz der Arbeit, der die umgebenden Landschaftsräume in alle Himmelsrichtungen über Plateaus und Stege anbindet. Der Jübergturm zieht den Landschaftsraum Apricke unprätenziös mit einem Holzsteg an das Landesgartenschaugelände
    heran. Der Turm ordnet sich ohne zu überladen in die moderne Architektursprache ein.

    Das Angebot eines weiteren Eingangsgebäudes wird verknüpft mit dem Umkleidegebäude des Sportplatzes und bietet dadurch eine nachhaltige Nutzungsperspektive. Die Eingangssituation zum Felsenmeer mit den geforderten Sinnesgärten ist gut vorbereitet. Die Brückenlösung entwickelt sich überzeugend aus dem Gesamtentwurf und löst die verkehrliche Situation am Ennertsweg.
    Das städtebauliche Konzept des Wohnquartiers bestätigt mit seiner kleinteilig terrassierten Struktur, denen Grünflächen zugeordnet sind, einen qualitativ hochwertigen Wohnanspruch. Die während der
    Landesgartenschau angelegten blühenden Terrassen erzeugen eine nachhaltige Verknüpfung des Wohngebietes mit dem Landschaftspark. Sie stellen sich nach der Landesgartenschau als nutzungsoffene
    Räume dar und könne von den Besuchern des Kulturquartiers und den Anwohnern genutzt werden.
    Der dahinter liegende nord-süd-verlaufende Höhenweg ergibt sich unvermittelt aus der Topographie und bildet das Rückgrat der Landesgartenschau. Er funktioniert auch nachhaltig als Verbindungsglied
    der Landschaftsräume in Hemer.

    Der Gesamtentwurf ist als gelungener Wettbwerbsbeitrag zu werten. Ihm liegt eine zurückhaltende Instrumentierung und Bespielung der Freiflächen zugrunde, die zungunsten einiger Zielgruppen noch intensiviert werden könnte.