• DE-85354 Freising
  • 09/2009
  • Ergebnis
  • (ID 14772)

Realisierungswettbewerb Asamgebäude mit integriertem städtebaulichen Ideenwettbewerb Dombergaufgang

Offener Ideen- und Realisierungswettbewerb, Zweiphasig
  • 1. Preis Realisierungsteil


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    Architekten
    Architekten Wollmann & Mang BDA, München (DE)

    In Zusammenarbeit mit::
    Landschaftsarchitekten: Luska Freiraum GmbH, Dachau (DE)

    Erläuterungstext
    “Weiterbauen”
    Alle baulichen Eingriffe sollen den Bestand
    schützen, stärken und weiterentwickeln.
    Der große historische Wert des Asamgebäudes
    liegt, jenseits einer restauratorisch-kunstgeschichtlichen
    Betrachtung, in der Qualität seiner Räume und
    Raumfolgen. Deshalb arbeiten wir die Inszenierung
    der Raumfolgen heraus und begreifen die Sequenz
    neuer und alter Räume stets als Einheit. Es geht
    dabei nicht um den Kontrast zwischen Alt und Neu,
    sondern um das Hinzufügen einer zeitgenössischen
    Schicht. Das entscheidende Ziel ist, dass Alt und
    Neu zusammen eine harmonische Einheit bilden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Qualität der Arbeit liegt im weitgehenden Verzicht auf bauliche Ergänzungen und
    Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes des Asamgevierts. Die Verfasser
    versuchen, über eine Neuinterpretation, teilweise Veränderung und Anpassung der
    inneren Struktur des Gebäudes, die räumlichen Qualitäten des Bestandes zu stärken
    und die geforderten Funktionsbereiche klar zu ordnen.
    Hauptelement der Konzeption ist eine repräsentative, ostwest-gerichtete einläufige
    Treppe in der südlichen Hälfte des Nordflügels, die das Erdgeschoss mit den Obergeschossen
    unabhängig von den Bestandstreppen verbindet und eine grundsätzliche
    Neuorganisation und Verknüpfung der Funktionsbereiche innerhalb des Gebäudes
    möglich macht. Auf die vorgeschlagenen Oberlichter im Dachbereich sollte an dieser
    Stelle aus Gründen des Denkmalschutzes verzichtet werden.
    Der Hofraum wird als offener Innenhof in seiner heutigen Dimension belassen, der
    vom Marienplatz über den bestehenden, zum Hof allerdings trichterförmig aufgeweiteten
    Durchgang erschlossen wird. Die Anbindung an die Brennergasse und im Weiteren
    an die Fischergasse und den Dombergaufgang erfolgt über einen zweiten
    Durchgang im Ostflügel, der dem gleichen Gestaltungsprinzip folgt.
    Auf einen Durchgang im Südflügel wird verzichtet, wodurch die Gastronomie in attraktiver
    Lage an der Südostecke angeordnet werden kann, mit Orientierung zur Fischergasse
    und zum Domberg.
    Die Erschließung des großzügigen Hauptfoyers in den erdgeschossigen Gewölberäumen
    des Westflügels erfolgt über den Innenhof. Die Bündelung der Antrittsflächen
    sowohl für das Museum als auch den Asamsaal und die Situierung der Stadtinformation
    an dieser Stelle wird im Sinne möglicher Synergieeffekte sehr positiv gesehen.
    Aus dem gemeinsamen Foyer wird über die neue Treppenanlage der Museumseingang
    auf Ebene +1 im Nordflügel auf attraktivem Weg erreicht. Ein schlüssiger Museumsrundgang
    mit entsprechenden Raumfolgen lässt sich bereits in der ersten
    Ausbaustufe auch unter Beibehaltung der Büronutzungen realisieren.
    Auf der Ebene des Asamsaales werden zusammenhängende, übersichtliche Foyerflächen
    mit schöner Orientierung zum Marienplatz und zum Hofraum angeboten, die
    auch eine problemlose Erschließung und unabhängige Nutzung des im Ostteil des
    Südflügels situierten Mehrzweckraumes ermöglichen. Auf die zusätzliche Belichtung
    des Saales durch ein Oberlicht in der historischen Dachstruktur sollte aus denkmalpflegerischer
    Sicht verzichtet werden. Eine vom Asamsaal unabhängige Nutzung des
    Mehrzwecksaals ist prinzipiell möglich, wobei die zusammenhängende Foyerfläche
    mit den zugehörigen Toiletten und dem bestehenden Lift beide Säle bedienen muss,
    was bei Parallelveranstaltungen zur Mischung von Besuchergruppen führen kann.
    Die Bühnenanlieferung erfolgt über einen Lastenaufzug in der Mittelachse des Südflügels,
    unmittelbar angrenzend an die Ostwand der Bühne. Trotz guter Funktion ist
    diese Maßnahme mit erheblichen Eingriffen in die Bestandsstruktur dieses Gebäudeteils
    verbunden, die es abzuwägen gilt.
    Positiv wird die Auslagerung der geforderten öffentlichen Toilettenanlage und der
    notwendigen Technik- und Funktionsräume in ein separates schlankes Gebäude amFuße des Dombergaufgangs gesehen, wodurch das Asamgebäude in den wertvollen
    Erdgeschossbereichen zu Gunsten hochwertiger Nutzungen entlastet wird.
    Die Stärke der Arbeit liegt in der konsequenten Gesamtstrategie, im Umgang mit
    dem Bestand und dem geforderten Programm, wobei durch wenige aber wesentliche
    Maßnahmen hohe räumliche Qualitäten geschaffen werden.
    Umgang mit dem Baudenkmal aus denkmalpflegerischer Sicht:
    Die städtebauliche Wirkung des Gevierts und der Charakter des Hofraums bleiben
    durch den weitgehenden Verzicht auf Eingriffe in das äußere Erscheinungsbild erhalten.
    Die Realisierung der neuen Treppenanlage ist allerdings mit erheblichen Eingriffen
    in die historische Bausubstanz verbunden (Holzbalkendecken). Die vorgeschlagenen
    trichterförmigen Durchgänge im Erdgeschoss führen zu Eingriffen in die
    Wand- und Deckenstrukturen des Nord- und Ostflügels, ebenso die Realisierung der
    Foyerflächen in den Obergeschossen. Der vorgesehene Bühnenaufzug hat faktisch
    die Entkernung von Teilen des Südflügels zur Folge. Auf die Oberlichter im neuen
    Treppenraum und im Mehrzwecksaal sollte verzichtet werden.
    Brandschutz: Mit den Angaben zur Ertüchtigung der Geschossdecken, Einbau einer automatischen
    Brandmelde- und Feuerlöschanlage und Angaben zur Entflechtung bleibt der
    Lösungsansatz unvollständig. Der Einbau einer Feuerlöschanlage ist aus wirtschaftlichen
    Gründen zu überprüfen.


INFO-BOX

Angelegt am 02.10.2009, 11:36
Zuletzt aktualisiert 20.06.2010, 17:48
Beitrags-ID 4-27926
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