• DE-Augsburg
  • 12/2004
  • Ergebnis
  • (ID 1987)

Reese-Sheridan Kaserne 1. Stufe

zweiphasiger Ideen-und Realisierungswettbewerb
  • Ankauf

    Lageplan

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    Architekten
    Damrau Kusserow Architekten BDA, Köln (DE)

    In Zusammenarbeit mit::
    Landschaftsarchitekten: club L94, Köln (DE)

    Erläuterungstext



    Einleitung
    Der heutige Augsburger Westen bestand ursprünglich aus den eigenständigen Orten Pfersee, Stadtbergen, Kriegshaber und Oberhausen. Im Zuge der Industriellen Revolution und dem damit verbundenen enormen Bevölkerungswachstum wurden die Orte eingemeindet und zu neuen Stadtteilen Augsburgs. Durch das Freiwerden großer ehemaliger Kasernengelände und der damit verbundenen neuen Stadtentwicklung kommt der Verknüpfung dieser Stadtteile mit der Augsburger Innenstadt und der Freiraumvernetzung mit der angrenzenden Kulturlandschaft eine neue Bedeutung zu.

    Konzept
    Die Vernetzung der neuen Quartiere mit dem angrenzenden Stadtgebiet erfolgt vorwiegend in Ost-West Richtung. Diese Vernetzung wird vor allem über die städtischen Freiräume Bürgermeister Ackermann Straße, Flandernstraße, Stadtberger Straße, Mittlerer Weg, Grasiger Weg, Westliche Wälder Weg und den zahlreichen Freiraumfugen des städtebaulichen Konzeptes der ehemaligen Sheridan Kaserne hergestellt. Die Freiraumvernetzung der neuen Stadtquartiere mit dem Landschaftsraum wird durch einen durchgängigen Nord-Süd-Grünzug erreicht, der sich aus der Augsburger Kulturlandschaft im Süden entwickelt und sich bis zu den Stadtteilen Kriegshaber und Oberhausen erstreckt. Dazu werden die typischen Elemente dieser Kulturlandschaft Wald, Feld und Wasser thematisiert:
    -Einheimische Bäume stärken die städtebaulichen Ränder und bilden einen eigenständigen Parkraum.
    - Im inneren des Grünzuges erstrecken sich weite, multifunktionale Wiesenflächen.
    - Wegbegleitende Sickermulden und zwei kleine Seen nehmen das anfallende Oberflächenwasser der angrenzenden Grundstücke auf.
    Der Zusammenschluß der Freiräume Grünzug Sheridan, Waldfriedhof/Kleingärten, Supply Center und Bürgermeister Ackermann Straße mit den stark durchgrünten Wertachauen im Stadtgebiet und dem großen Kleingartengebiet im Süden, ermöglicht künftig die Entwicklung eines attraktiven Grünringes um den Stadtteil Pfersee.

    Entwurf
    Die Konversion der ehemaligen Kasernenareale und die Entwicklung der Parkränder an den neuen Quartieren sind die vorherrschenden Themen des Entwurfes.

    Das städtebauliche Konzept der Sheridan Kaserne sieht eine klare Zweiteilung der Nutzungen durch den neuen Grünzug vor. Im Westen entstehen Gewerbe – und Büroflächen zwischen Grünzug und B 17 und im Osten werden die Wohngebiete Pfersees erweitert. Durch diese Zweiteilung ergeben sich unterschiedliche Nutzungsansprüche an die jeweiligen Parkränder:
    - Der extensive Westen: Aus dem Abbruch der Kasernegebäude und der großen versiegelten Flächen entstehen mit Gabionen gefasste, ökologisch wertvolle und baumüberstandene Schotterflächen. Im laufe der Zeit wird sich die Spontanvegetation diese Schotterflächen erobern. Ein mäandrierender Weg verläuft in Nord-Süd Richtung zwischen den Schotterflächen und einem Versickerungsgraben, der das Oberflächenwasser der umliegenden Gebiete aufnimmt.
    - Der intensive Osten: Vor die neuen Wohngebiete legt sich ein intensiv gestaltetes Sport, Spiel,- und Gartenband. Die geplanten Wege in das Quartier unterteilen das Band in unterschiedliche Abschnitte. Die Nutzung dieser Abschnitte wird von den verschiedenen Freiraumansprüchen der Anwohner und deren Altersgruppen bestimmt. Amerikanismen wie Venice Beach (Sandspielplatz oder Beach Bar), Rocky Mountainbiking (BMX- Bahn), Medison Square Garden (Sportarena), etc. sind namensgebend für die Abschnitte des Bandes und erzeugen somit einen Bezug zur vergangenen Nutzung des Ortes durch das Us-Militär.
    Im Gegensatz zur Sheridan Kaserne sieht das städtebauliche Konzept der Reese Kaserne keine Zweiteilung sondern eine Durchmischung der unterschiedlichen Nutzungen vor. Dies erfordert auch einen differenzierten Umgang mit den Parkrändern des neuen Quartiersparks Reese. Mehrere vorhandene Gebäude wie das Kulturhaus Abraxas und deren Umfeld werden mit den baumüberstandenen Schotterflächen verwoben. Das Umfeld der Gebäude wird den Ansprüchen der Nutzer entsprechend intensiv Gestaltet (Befestigte Flächen, Gärten, Sportflächen, Spielflächen, Parken, etc.). Bei mangelndem Bedarf an der Folgenutzung der Gebäude können diese abgebrochen und deren Footprints mit Sport- und Spielfunktionen besetzt werden. Der Parkrand besteht dadurch aus einem Wechsel aus extensiver und intensiver Gestaltung.
    Den Übergängen der einzelnen Bereiche des Grünzuges kommt in Nord-Süd Richtung eine besondere Bedeutung zu. Im Süden fließt die Weite der Felder der Kulturlandschaft in Form von Wiesenflächen in den Grünzug. Eine große, skulpturale Rasenhalde bildet gleichzeitig den landschaftlich Gestalteten, räumlichen Abschluss des Grünzuges zur B 17. Die Übergänge vom Grünzug Sheridan zum Westfriedhof und vom Supply Center zum Reese Quartierspark sind im Gegensatz dazu durch ihre Lage städtisch geprägt. Baumgerahmte bzw. baumüberstellte kleine Quartiersplätze bilden ein übersichtliches Entree in den jeweiligen Abschnitt des Grünzuges.
    Der Westfriedhof wird nach Osten um den Bereich des Friedhain erweitert. Der Hauptweg in Nord-Süd Richtung trennt den Westfriedhof von den ebenfalls zu erweiternden Flächen der Kleingartensiedlung.
    Den Endpunkt des Grünzuges bildet der „Lake Little“. Ein kleiner See lädt den Spaziergänger zum Verweilen auf der Seeterrasse ein. Auf der Terrasse könnte in den Sommermonaten eine temporäre Gastronomie platz finden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

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