• DE-Fürstenfeldbruck
  • 07/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2063)

Neubau eines Gymnasiums mit Dreifachsporthalle und einer Fach- und Berufsoberschule

Begrenzt offener, einstufiger Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Losverfahren
  • 2. Preis


    Architekten
    keiner_balda freie architekten bab, Fürstenfeldbruck (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Mitarbeiter: Franz Balda Sebastian Meyer

    In Zusammenarbeit mit::
    Landschaftsarchitekten: ver.de Landschaftsarchitektur, Freising (DE)

    Erläuterungstext
    Schule verlangt nach Raum, der Kommunikation ermöglicht.

    Das Schulzentrum Tulpenfeld – gleichsam Stadtauftakt – präsentiert sich dem Ankommenden als maßstäbliches, zweigeschossigesGebäudeensemble auf einem verbindenden Sockel.

    Der Aufgabenstellung folgend wird ein Gebäudekomplex konzipiert

    - der über eigenständige Pausenhallen erschlossen wird, die zu einer gemeinsamen Aula zusammengeschaltet werden können

    - der 2 separat funktionierende Schulen mit strikt getrennten, teilweise überdeckten Pausenhöfen, aufweist

    - der sowohl die Schallimmission durch B2 und Bahnlinie, wie auch die Schallemission der schuleigenen Freibereiche beherrscht.

    Vielfältige Anforderungen und der Wunsch nach identitätsfördernder Eigenständigkeit der beiden Schulen führen zu unterschiedlichen Typologien. Trotzdem zeigt sich das Schulzentrum mit seinen weißen, steinernen Fassaden und einem steinernen Sockel als architektonische Einheit. Auf einem Karree von 93 m x 174 m werden die Ränder von Gymnasium, Fachoberschule, Berufsoberschule und Sporthalle besetzt und die verbleibenden Zwischenräume als Pausenflächen genutzt

    Der steinerne Block bildet als Abschluss des Stadtraums einen klar formulierten Kontrast zum unmittelbar anschließenden Landschaftsraum. Die begrünten Elemente, Aula und Naturwissenschaftstrakt dienen als Mittler und verdeutlichen den harmonischen Dialog des verwendeten Baumaterials (weißer, strukturierter Beton) mit dem vorgefundenen Grünraum.

    Die kompakte, längsgerichtete Gebäudestruktur ermöglicht die gebotene landschaftsräumliche Durchlässigkeit in Ost-West-Richtung mit der Erhaltung eines breiten Grünzugs entlang der Bahntrasse.

    Spiel- und Sportflächen, wie das stark durchgrünte und lichtdurchlässige Parkdeck als Geländekomposition werden im Grünzug organisiert, der landschaftliche Charakter dieser Fläche bleibt durch die lockere Pflanzung von Großbäumen jedoch gewahrt.

    Die Konstruktion erfolgt mittels einfacher, im Schulbau und Sporthallenbau bewährter Systeme mit modularem Aufbau (0,975 m)

    Stahlbetonflachdecken mit Stahlbetonstützen / Raster 7,80 m x 7,80 m bzw. 7,80 m x 4,875 m

    Pausenhallen als zwischen beide Schulen eingehängte Stahlkonstruktion mit Fachwerkträgern / Raster 20,475 m x 2,60 m / raumhohe, abgehängte Fachwerkbrücke für Ganztagsbetreuung

    Sporthalle als Trägerrost im Kleinraster 1,88 m x 1,88 m zur Aufnahme von Dachbelichtung und Trennvorhang

    Fenster in Lärche mit außenliegendem, textilem Sonnenschutz

    Fassade – weißer selbstverdichtender Beton (SCS) mit Kerndämmung

    Dächer – rollnahtverschweißter Edelstahl mit Bekiesung bzw. Begrünung von Aula und Naturwissenschaften (Gymnasium)


    AUSSENANLAGEN
    Großbäume als lockere Pflanzung heimischer Laubbäume
    Apfelbäume im Pausenhof GRG
    Paulownie (Blauglockenbaum) im Pausenhof FOS/BOS
    Ahornalleen an B2 und Tulpenstraße
    Buchenhecken im Vorbereich der Schulen (Fahrräder)
    Beläge – großformatige Steinplatten


    SCHALLSCHUTZ
    Gebäudeanordnung erfolgt im Abstand von 90 m zur Bahn sowie 25 – 40 m zur B2, dadurch Pegelminderung.

    Außenlärmpegel von 60 dB (A) an Gebäudesüdostecke, 59 dB (A) an Westfassade (B2)

    Westfassade mit Verwaltung FOS/BOS erfordert nach Arbeitsstättenrichtlinien Beurteilungspegel = < 55 dB (A). Kippfenster mit prognostizierter Pegelreduzierung von 10 dB (A) führt bei Dauerlüftung über gekippte Fenster zu einem Mittelungspegel von 50 dB (A) – deutlich niedrigerer Pegel bei bevorzugter Stoßlüftung

    Klassen GRG (Nordwestfassade) im kritischen Bereich mit Außenlärmpegel von 54 dB (A) / Reduzierung um 5 dB (A) durch Klassenanordnung senkrecht zur Straße / Innenpegel bei ständig gekippten Fenstern 45 dB (A) / Mittelungspegel bei Stoßlüftung < 40 dB (A) entspricht VDI 2081 (Lüftungsanlagen in Schulklassen)

    Klassen FOS_BOS in Binnenlage an einem Innenhof angeordnet. Keine maßgebliche Außenlärmbeaufschlagung

    Dauerlüftung der Klassen mittels Zuluftsystem und schallgedämmte Lüftungsklappen (Absorption der Verkehrsgeräusche)


    ENERGIEKONZEPT
    ist geprägt von der Balance zwischen Ökologie, Ökonomie und dem Wohlbefinden der Gebäudenutzer.


    KLASSENRÄUME
    Natürliche Be- und Entlüftung bei Gewährleistung der thermischen Behaglichkeit und des physiologischen Frischluftbedarfs

    Winterfall – kalte Außenluft gelangt zunächst durch den Heizkonvektor, bevor sie bereits aufgewärmt in den Raum einströmt. Vermeidung von Kaltluftsee im Raum und Zugerscheinungen in Fensternähe

    Sommerfall – passive Bauteilkühlung durch witterungsgeschützte Nachtlüftung zur Entwärmung der massiven Betonteile

    Ganzjährig – effektive Querlüftung mittels Konvektions-Abluftschacht.


    SPORTHALLE
    Natürliche Be- und Entlüftung über weite Zeiträume des Jahres

    In kalten bzw. warmen Jahreszeiten erfolgt Zulufteinbringung über vorgeschalteten Register-Luft-Erdwärmetauscher als Quell-Lüftung

    Ausnutzung der regenerativen Energiequelle Erdreich

    Winterfall – Luft-Erdwärmetauscher bewirkt Vollwärmung der Außenluft, Hallentemperierung mittels Fußbodenheizung

    Sommerfall – Luft-Erdwärmetauscher bewirkt Kühlung der Außenluft, zusätzlich Nachtauskühlung der massiven Bauelemente

    Ganzjährig – Entlüftung der Halle über natürliche Konvektion mittels regelbarer RWA-Klappen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.