Beurteilung durch das Preisgericht
Der Entwurf verarbeitet bewusst die Spannungsfelder zwischen Haustypus und Museum.
Er wandelt so eine spannungsgeladene Widersprüchlichkeit in Qualität.
Mit dem Thema „verschränkte Volumina“ verbindet der Verfasser HausGarten und
Landschaft und würdigt damit den Ort und seine Entstehung, was überzeugt. Der Entwurf
kreist um die Mischung aus Dach und Skulptur. Die komplizierte Verbindung schafft er über die eingeschnittenen Höfe und Treppen, die das Thema Zugang vom Alexandraweg in eine Entreesituation wandelt. Die Aufweitung des Alexandrawegs zu einem Platz wird negativ gesehen.
Wieder aus Kubatur und Landschaft wird das Thema Licht entwickelt und intelligent in die
Ausstellungsebene, aber auch in das Haus und Büro mit Depot hineingeholt und
zweckmäßig hier gefühlvoll verteilt (Problem: Lichtbänder in der Topografie). Das zentrale
Foyer mit seiner dichten Außenbeziehung verknüpft und verteilt regieartig die öffentlichen
und internen Funktionen in überzeugender Klarheit.
Die Dachform ist eine angemessene Interpretation, die sich aus dem Verständnis des
historischen Ortes entwickelt und im visàvis mit der Gesamtanlage überzeugend einfügt. Sie überhöht vom Alexandraweg die Anlage und bietet von oben als fünfte Fassade eine qualitätsvolle Dachlandschaft.
Das Material der Fassade zeigt energetische und bauphysikalische Schwächen überzeugt aber durch veredelte Oberflächen und unprätentiöse Zurückhaltung.