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  • DE-76829 Landau in der Pfalz
  • 02/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-52934)

Landesgartenschau Landau 2014


  • 3. Preis

    Farn- und Gräsergarten im Birnbachgrünzug

    Landschaftsarchitekten
    k1 Landschaftsarchitekten - Kuhn Klapka GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: raumzeit - Läufer, Tausch, Tuczek, Berlin (DE)

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    MITARBEIT:
    Catherine Kuhn, Britta Jessen, Martin Josweg, Florian Mänz, Ralph Meisner, Torsten Wolff, Peter Young


    ERLÄUTERUNGSTEXT:

    Leitidee
    Der zentrale Grünzug wird als wohnungsnaher Park ausgebildet und erhält eine Allee bestandene Promenade, die als Nord-Süd-Verbindungsachse den Siedlungsbereich mit dem natürlich gestalteten Grüngürtel Süd verknüpft. Lineare Elemente strukturieren den Raum und begleiten die Verbindungsachse als durchgängiges gestalterisches Prinzip. Die zentrale Erschließungsachse entlang der Promenade verbindet die Stadt mit dem südlichen Landschaftsraum. Der Grüngürtel Süd wird entlang des Birnbaches als Landschaftspark entwickelt und bindet die Spiel-, Sport- und Erholungsfunktionen ein.

    Landschaftspromenade
    Eine Promenade unter einer 3-reihigen Allee dient als Sammler und Verteiler innerhalb des neuen Siedlungsgebiets und verbindet mit den jeweils eigenständigen Fuß- und Radwegen den Stadtkern mit dem Grünzug Süd bzw. dem Naturschutzgebiet Ebenberg. Zur Parkseite löst sich die Allee auf und wird so zum Bestandteil und grünen Rücken des Estienne-Foch-Parks. Neben der Fußgängererschließung für das Wohnquartier führt die Veloroute auf direktem Weg von der Friedrich-Ebert-Straße an den Kreuzungspunkt im Grüngürtel und weiter bis in das Naturschutzgebiet.

    Estienne-Foch-Park (zentraler Grünzug)
    Der neue Park wird im Norden und Süden von den Bestandsgebäuden mit vorgelagerten Platzflächen, im Osten von der Landschaftspromenade und im Westen von einer landschaftlichen Gehölzkulisse räumlich geprägt. Auf den dazwischen liegenden Rasenflächen finden Nutzungen für Sport, Spiel und Erholung Raum. Entlang der Gehölzkulisse wird eine diagonale Erschließung geführt, die das zentrale Wasserspiel erschließt. Über verschieden hohe Natursteinebenen tritt das Wasser mal als Wasserspiegel, als Fontänen oder sprudelndes Wasser hervor. Neben den West-Ost-Erschließungswegen werden Beete angelegt, die während der Gartenschau zum Beispiel als Rosengarten genutzt werden können.

    Der nördliche Platz bildet das Gelenk zwischen „alter Stadt“ und dem neuen Wohnpark. Er ist gleichzeitig Auftakt für den Estienne-Foch-Park und übernimmt die Funktionen eines Quartiersplatzes mit Märkten und gastronomischen Einrichtungen. Eine Baumgruppe bildet einen Schwerpunkt, wobei eine Durchführung durch das Parkdeck auf den gewachsenen Grund auch eine Be- und Unterpflanzung auf der Platzebene zulassen.
    Der südliche Abschluss wird durch eine Platzfläche vor dem Bestandsgebäude (Museum) analog dem nördlichen Eingangsbereich markiert. Neben Open-Air Ausstellungen und gastronomischen Nutzungen bildet der Museumsplatz den Übergang in den Grüngürtel Süd.

    Birnbachgrünzug (Grüngürtel Süd)
    Im Grüngürtel Süd wird der Birnbach als Rückgrat einer landschaftlichen Gestaltung herangezogen und wird in den Uferbereichen nach ökologischen, aber auch ästhetischen Gesichtspunkten renaturiert. Die weiche Modellierung im Bachbereich und eine Bepflanzung mit Wildstaudenfluren und gewässernahen Gehölzgruppen soll neben der ökologischen Komponente ein „klassisches Landschaftsbild“ erzeugen. Entlang des Baches wird ein Fußweg zur naturnahen Erholung angelegt. Nutzungen wie der Reiterhof, Kleingärten und die Sportflächen werden Bestandteil des Grünzugs und an das städtische Wegesystem angeschlossen. Die 3-reihige Allee der Landschaftspromenade wird in den Birnbachgrünzug fortgesetzt und endet an einer kleinen Platzfläche mit Stufen, an der die Wegeführung in das Naturschutzgebiet verschwenkt. Die linearen Elemente begleiten die Erschließungsachse als Natursteinmauern und erinnern an die Weinbaulandschaft. In Gabionen geschichtete Schiefersteine strukturieren den Raum und bieten den Mauereidechsen neue Lebensräume. Ein Obstbaumhain, als Symbol für die agrikulturelle Übergangslandschaft, bindet die Flächen des Erdwärmekraftwerks landschaftlich ein. Der Zaun zum Werksgelände wird als vegetative Wand gärtnerisch aufgewertet. Der südliche gelegene Wald wird als Abenteuerwald mit einem extensiven Naturspielplatz, Verstecken und anderen heimlichen und unheimlichen Einbauten die zentrale Anlaufstelle für die Kinder.

    Bodenmodellierung
    An der Schnittstelle der Landschaftspromenade - Grüngürtel Süd betonen leichte Bodenmodellierungen den Übergang der Stadt in die Landschaft. Im Bereich der Baumachse wird durch den Bodenauftrag eine Landschaftsterrasse ausgebildet, die mit Sitzstufen zum Grüngürtel hin abschließt. Am Birnbach wird durch einen Bodenabtrag der Farn- und Gräsergarten gestaltet. Am Übergang zum Naturschutzgebiet ermöglicht ein weiterer Bodenauftrag die Ausbildung von Landschaftsstufen, die den Verkehr der Süderschließung ausblenden.

    Sportpark
    Die Sportflächen werden neu geordnet und in Verbindung mit den Kleingärten und den dazugehörigen Stellplätzen entlang des Erschließungsweges, mit einer zentralen Allee, angeordnet. Unter der Allee wird zusätzlich zu der Rollsporthalle und dem Skatepark eine Laufstrecke zum Skaten angeboten.
    Das neue Funktionsgebäude mit Erweiterungsoption eines Vereinsheims ist als eingeschossiger Baukörper mit großzügiger Dachterrasse geplant.
    Der Mehrzweckraum, der auch Gastronomienutzung aufnehmen kann erhält eine großzügige Ganzverglasung. Die Nebenräume werden massiv und geschlossen ausgebildet und erhalten Oberlicht. Zwischen beiden Bauabschnitten ist ein Foyer vorgesehen, das als Durchgangsraum Nord und Südseite verbindet. Umlaufend erhält das Gebäude ein auskragendes Vordach, sodass überdachte Plätze im Freibereich angeboten werden können, die zu den Sportflächen orientiert sind. Auf der Dachterrasse sind die nicht begehbaren Flächen extensiv begrünt.

    Kleingärten
    Die Kleingartenanlage wird terrassenartig angeordnet und erhält, analog dem westlichen Bereich, Gabionen-Stützmauern aus geschichtetem Schiefermauerwerk. Zum Naturschutzgebiet wird die Anlage durch einen Waldsaum abgeschirmt.

    Naturschutzgebiet Ebenberg
    Das Naturschutzgebiet wird erhalten und allein durch die notwendigsten Wege erschlossen.

    Ornithologenpfad
    Im Naturschutzgebiet wird ein reglementierter Naturlehrpfad vorgeschlagen, der mit dem Aussichtspunkt verknüpft wird und auch für die Gartenschau den thematischen Bezug zum Ebenberg herstellen kann.

    Aussichtspunkt
    Der Aussichtspunkt wird in der Verlängerung des östlichen Anschlusses an den Wohnpark im Naturschutzgebiet platziert und als skulpturale Landmarke konzipiert. Er besteht aus einem Scherentragwerk von selbsttragenden Treppenläufen mit vollwandigen Stahlbrüstungen, die eine Doppelhelix bilden. Als weiße Skulptur in der Landschaft hat der Aussichtsturm eine schlanke Proportion und verweist auf den südlichen Landschaftsraum.
    Die Rhythmen des Hinaufsteigens und Absteigens variieren. Durch die Variation entsteht eine abwechslungsreiche räumliche Sequenz für die aufsteigenden und absteigenden Besucher. Aufstieg und Abstieg bilden dabei die Struktur der Doppelhelix: Der Aufstieg ist ein anderer Weg als der Abstieg, jedoch kreuzen sich die Wege, sodass sich aufsteigende und absteigende begegnen, ohne sich gegenseitig den Weg zu versperren. Die Aussichtsplattform oben auf dem Turm bietet im Gegensatz zur axialen Orientierung beim Aufsteigen einen Panoramablick rundum.

    Brücken
    Die westliche Brücke der Landschaftspromenade wird als Fuß- und Radwegebrücke geplant, während der Kraftverkehr über die alte Panzerbrücke abgewickelt wird.
    Die neuen Brücken sind als Fußgänger und Fahrradbrücken mit moderaten Spannweiten konzipiert. Sie erhalten tragende Brüstungen von 1,20 m Höhe, die als Stahlträger ausgebildet werden. Die Stahlträger sind als vollwandige dicke Bleche konzipiert, die ein gefrästes, parametrisches Steifenlochmuster erhalten. An der Variation des Musters kann der Kraftverlauf abgelesen werden.
    Die Bodenplatten der Brücken sind als Stahlbetonfertigteile mit einer Asphaltbeschichtung geplant. Die Widerlager werden in Stahlbeton ausgeführt. An der Ostbrücke und Südostbrücke sind zudem V-Stützen aus Stahl vorgesehen.
    Alle drei Brücken bilden eine Familie, die gestalterische Verwandtschaft aufweist, jedoch in Spannweite, Form und Grundriss auf die unterschiedlichen Randbedingungen des Orts reagiert. Die Geländerausbildung und Muster sind ebenfalls verwandt, jedoch individuell an das Tragwerk angepasst. Die gestalterische Verwandtschaft der Brücken dient nicht nur einem modernen und leichten Erscheinungsbild sondern vor allem der Identifikation mit der Gartenschau und der Integration in das übergeordnete landschaftsplanerische Gestaltkonzept.

    Gartenschau
    Das Hauptausstellungsgelände mit den Einbauten und intensiven Ausstellungsbeiträgen liegt auf den östlichen Baufeldern, während im Estienne-Foch-Park und Birnbachgrünzug mit extensiveren Beiträgen und Pflanzbereichen eine Option für die Dauernutzung erhalten wird. Das Ordnungsprinzip auf dem Ausstellungsgelände folgt der Idee, verschiedene Kisten oder Schachteln so zueinander anzuordnen, dass ein räumliches Gefüge entsteht. Ähnlich vieler Schatzkisten kann man bei den meisten Gärten von außen nicht erkennen, welche Inhalte sich darin verbergen. Manche können betreten, andere von oben oder außen bestaunt werden. Die Kisten sind in ihrer Größe variabel und können flexibel an die Anforderungen angepasst werden.
    Als Organisationsprinzip werden die Flächen einzelnen Themen zugeordnet und erhalten unterschiedliche Einfassungen. Für die klassischen Themengärten werden rote Textilwände erstellt. Die Gärten der Partnerstädte erhalten Hecken, während die „Schätze der Region“ aus dem jeweiligen Thema heraus entwickelte Abgrenzungen erhalten. Erschließungsachsen und unterschiedlich farbige Flächen schaffen ein Orientierungssystem. Durch die Gärten führt ein Parcours, der den Besucher als roter Faden durch die Ausstellungsbeiträge führt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.