loading
  • DE-93077 Bad Abbach
  • 06/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-74102)

Neuordnung des ehemaligen BRK-Geländes Bad Abbach


  • 2. Preis

    Bauphase 2

    Architekten
    dv architekten deffner voitländer, Dachau (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Dorothea Voitländer , Prof. Konrad Deffner

    Erläuterungstext
    baustruktur
    die staßengabelung kochstraße, kaiser- karl-v-allee wird zu einem kleinen, städtischen platz aufgeweitet, der der marktstraße einen stadträumlichen abschluss gibt. von hier aus entwickeln sich baufelder grenzständig zur kaiser-karl-v-allee und zu beiden seiten der kochstraße und setzen so das muster der historischen, baulichen ordnung abbachs fort.

    die 5. fassade
    vielfältige blickbeziehungen von der pfarrkirche st. nikolaus und vom heinrichsturm auf die dächer der stadt verlangen eine geordnete und homogene dachlandschaft. alle hauptgebäude erhalten deshalb steil geneigte satteldächer und fügen sich so in das dachensemble zwischen burgberg und donau ein.

    grünordnung
    zwischen den baufeldern entlang der kaiser karl-v-allee und der kochstraße bleibt eine grünfläche frei, die eine fußwegeverbindung zwischen kurpark, kurkliniken und dem zentrum abbachs ermöglicht. hier liegt ein spielplatz. hier kann im 2. bauabschnitt der historische wasserlauf des abbacher mühlbachs wieder geöffnet werden.

    verkehr
    die verkehrsführung zwischen hinterer marktstraße, kaiser-karl-v-allee und kochstraße bleibt unverändert. das geringe verkehrsaufkommen erlaubt eine verträgliche mischung von fahrverkehr, fußgängern und radfahrern. das vergrößerte platzangebot im öffentlichen raum ermöglicht mehr flächen für staßencafes, und kommunikation. die bushaltestelle kann an den neuen platz verlegt werden.

    fuß- und radwege
    im öffentlichen grünzug entsteht eine neue fuß- und radverbindung in nord-süd-richtung. zwischen donautor und hafnersteig gibt es eine neue west-ost-verbindung.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Bebauung nimmt den Maßstab der Umgebung auf und antwortet der jeweiligen Situationentsprechend mit einer dafür geeigneten Struktur. So werden an der Kaiser-Karl-V-Allee hofartige Einheiten vorgeschlagen, die sowohl für qualitätvollen Geschosswohnungsbau geeignet sind, als auch für die Orthopädie, die im südlichsten Modul in Nachbarschaft zur Klinik untergebracht werden könnte. Die Bebauung bildet eine klare, gegliederte Raumkante zur Kaiser-Karl-V-Allee und schirmt den Innenhof vom Straßenlärm ab der sich zum inneren Grünbereich öffnet. Der Grünzug führt schlüssig nach Süden zum Kurpark. Die Ausformung des begleitenden Weges entspricht jedoch nicht seiner Bedeutung und sollte aufgewertet werden. Den Auftakt von der Straße „Am Markt“ her bildet ein größerer Hof, der als Sonderform am Marktplatz im Erdgeschoss Läden und eine Gaststätte vorsieht. Positiv wird die Durchlässigkeit des Hofes gesehen, die einerseits den hofseitigen Eingang für die Obergeschosse ermöglicht und andererseits den Anfang des Weges zum Kurpark bildet. Durch die Drehung der Baukörper wird der neue Marktplatz in zwei dreiecksförmige Plätze aufgeteilt, die in Form und Lage nicht ganz schlüssig scheinen. Allerdings wird die Aufweitung am Anfang der Kochstraße auch als Auftakt zum Grünbereich positiv gewertet. Die vorgeschlagene Dachform entspricht nicht dem Baukörper. Die Bebauung an der Kochstraße wird in Maßstab und Struktur aufgenommen und schrittweise in eine Neubebauung übergeführt. Das betreute Wohnen im Westen des Wettbewerbsgebietes ist in überschaubare Nachbarschaften gegliedert, die durch eine Lärmabschirmung gegenüber der Bundesstraße B16 gut nutzbare Freibereiche aufweisen. Die Freiflächen insgesamt sind unprätentiös aber angemessen gestaltet. Die Oberflächen entsprechen den Nutzungen. Die privaten Freibereiche haben durchwegs eine hohe Aufenthaltsqualität. Die Verkehrsführung zwischen Kochstraße und Kaiser-Karl-V-Allee bleibt unverändert und führt über den neuen Marktplatz. Dies wirkt schlüssig mit der angebotenen Mischung von Fußgänger- und Fahrverkehr und entspricht dem Bebauungskonzept. Der ruhende Verkehr wird in jeweils separat erschlossenen Tiefgaragen untergebracht, was zu einer Häufung der Zufahrten führt. Das Funktionskonzept mit der angebotenen Nutzungsmischung ist gut nachvollziehbar und in überschaubaren Abschnitten kongruent mit den privaten Freibereichen zu realisieren. Einfache und angemessene Baukörper lassen eine gute Wirtschaftlichkeit in Bau und Unterhalt erwarten.


INFO-BOX

Angelegt am 08.06.2011, 16:35
Zuletzt aktualisiert 13.04.2017, 14:50
Beitrags-ID 4-45488
Seitenaufrufe 418