• DE-Hamburg
  • 11/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2600)

Internationale Gartenschau 2013 - Hamburg-Wilhelmsburg

Internationaler, landschaftsplanerischer Wettbewerb als einstufiger, zweiphasiger, anonymer Realisierungswettbewerb in Form eines offenen Verfahrens in der 1. Phase und mindestens 6 bis ca. 10 Teilnehmern in der 2. Phase
  • Ankauf

    Lageplan gesamtes Gartenschaugelände

    Landschaftsarchitekten
    TOPOTEK 1, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Lorenz Dexler Martin Rein-Cano Mitarbeit: Sofia Petersson, Alexander Kochan, Jennifer Kopp

    In Zusammenarbeit mit::
    Architekten: ANNABAU Architektur und Landschaft, Berlin (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext


    Übergeordnete Struktur
    Im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg findet 2013 eine Internationale Gartenschau statt, die in der Nachnutzung zu einem großräumigen, zeitgenössischen Volkspark weiterentwickelt werden soll. Die prägenden räumlichen Strukturen des Ortes sind die infrastrukturellen Zäsuren der Bahntrasse und Autobahn in Nord-Süd-Richtung, in der Fläche das Marschland mit seinem Netzwerk von künstlichen und natürlichen Gewässern und die zahlreichen Kleingartenanlagen.
    Die historisch gewachsene Kulturlandschaft mit ihren ureigenen Themen des Wassers, des Obst- und Gemüseanbaus, der Industrie und der Infrastruktur soll als vorhandene Raum- und Themenstruktur mit der Neugestaltung des Geländes herausgearbeitet werden. In der Grundstruktur des neuen Volksparks werden somit zwei intensiv genutzte und überwiegend durch die Kleingartennutzung, Sport- und Spielplätze besetzte Felder einem umgebenden, üppig begrünten und von Gewässern geprägten Landschaftspark entgegen gesetz. Die bestehende Vegetationsstruktur wird dabei weitgehend erhalten.
    Gliederndes neues Element ist die Ausformulierung der Übergangsbereiche zwischen Kleingartenfeldern und umgebende Strukturen als Dämme. Die etwa 4 Meter hohen Dämme geben dem großen, sonst weitgehend ebenen Gelände eine deutliche räumliche Fassung und eine zusätzliche räumliche Dimension. Die Dämme ermöglichen dabei gleichzeitig die selbstverständliche Überquerung der Autobahn, bieten Lärmschutz, und gewähren Blicke von oben auf das Schaugelände, die Kleingärten und die einzelnen Teile des Landschaftsparks. Somit sind sie gleichzeitig gliederndes und verbindendes Element des neuen Parks.

    Bereiche: Gartenfelder
    Die von den Kleingartenanlagen geprägten Bereiche mit ihrer überwiegend orthogonalen Grundstruktur, durchzogen von den Entwässerungsgräben des Marschlandes werden zu zwei Hauptfeldern zusammengefasst. Die zwei Ringdämme verbinden die Felder über die Autobahn hinweg. Nach Osten hin finden die beiden Gartenfelder mit einem Damm entlang der Bahntrasse ihre Begrenzung. Die Kleingartenanlagen werden mit unterschiedlichen Obstbaumreihen (Apfel, Birne, Kirsche, etc.) gegliedert; diese Baumreihen überführen die umgestalteten Zwischenräume der bisherigen Kleingartenanlagen in öffentliche Außenräume mit besonderer Qualität. Eine netzartige Struktur von Gehwegen ermöglicht es den Gartenschaubesuchern durch die Gärten zu spazieren. Ein als Hauptweg dienender Doppelweg gegenüber dem Haupteingang gibt der Wegestruktur eine Hierarchie. Neben der Integration der bestehenden Kleingärten werden einzelne Umstrukturierungen dazu genutzt, einen experimentellen und zukunftsgerichteten Umgang mit Kleingärten zu fördern. Bei der Umstrukturierung der Kleingartenanlagen werden Verschiebungen der Parzellen notwendig, die Umsetzung der Pächter ist hierbei „fließend“ vorgesehen. Die Anzahl der Kleingärten wird in Summe zu beibehalten. Die neue Kleingartenkolonie im Nordwesten integriert den türkischen Kleingartenverein, der seine Parzellenzahl von derzeit 52 auf 74 in der Nachnutzung ausweiten kann.
    Insbesondere die Lärmschutzmassnahmen entlang der Autobahn bieten Anlass für eine Typenerweiterung, die sich sowohl mit architektonischen Ausdrucksformen der Lauben auseinandersetzt (z.B. Mehrgeschoss-lauben), als auch topographisch neue Dimensionen erschließt (z.B. hängende Kleingärten). Diese architektonischen und funktionalen Variationen erlaubt somit auch die Besiedelung unkonventioneller Räume; eine Polyvalenz der Laubenarchitekturen z.B. als Lärmschutzbauten kann dabei zukunftsweisende Wege der Zwischenraumnutzungen ausloten.

    Bereiche: Landschaftspark
    Der Landschaftspark als zusammenhängende, naturhafte Parkstruktur fasst die vorhandenen Gewässer und Vegetationsbestände außerhalb der vorhandenen Kleingartenanlagen zusammen. In die atmosphärisch dichte Parklandschaft werden Teilbereiche wie z.B. ehemaliger Friedhof, großzügige Wasserflächen, neue Kleingartenanlage, Restaurant und Seeterrassen stimmig integriert. Der Bereich des ehemaligen Friedhofs dient während der Gartenschau den Friedhofsgärtnern als Schaufläche.
    Auch wird im nördlichen Bereich des Landschaftsparks für die Zeit der Gartenschau eine Freilichtbühne für ca. 1.000 Zuschauer integriert. Im südlichen – anhängenden – Bereich wird eine weitere Bühne für 7.000 Zuschauer vorgesehen.
    In Ergänzung des vorhandenen Wegenetzes werden die Gartenschaufelder und die Dammwege mit Rampen, Treppen und Durchbrüche ausgestattet. Der Bereich im Südosten vervollständigt nach der Gartenschau den landschaftlichen Teil der Gesamtanlage und wird analog mit freier Baumstellung und naturnahen Wiesen gestaltet. Dieser Bereich des Landschaftsparks bietet durch seine großzügigen, zusammenhängenden Flächen Entwicklungspotentiale für informelle Sport- und Freizeitnutzungen und ist somit eine weitere willkommene Ergänzung des neuen Volksparks. In der Nachnutzung können hier Multifunktionsflächen (Schotterrasen) temporär für Grossveranstaltungen (z.B. Circus Roncalli) zur Verfügung stehen.

    Die sich natürlich ergebende Grenze entlang des südlichen Wilhelmsburger Wettern im Südwesten der Anlage sollte nach Möglichkeit in Zukunft den Abschluss der Parkanlage bilden. Der hier zur Verfügung stehende Bereich würde eine dem Gesamtraum dienliche Ergänzung des Parks darstellen.

    Bereiche: Dämme
    Die zwei Dammanlagen als wesentliche Attraktion der Gartenschau, aber auch als nachhaltig nutzbares Freiraumelement sind als Landschaftsbauwerk bekanntes Element und autochthones Motiv der Marschlandschaft. Die begehbaren Dämme ergänzen - über eine Vielzahl von flachen Rampen und Treppen angeschlossen - das bestehende Wegenetz und bilden somit eine erweiterte Bewegungsoption mit vielfältigen Übersichtsmöglichkeiten auf die zentralen Bereiche der Gartenschau, bzw. auf die spätere Park- und Kleingartenlandschaft. Die Durchbrechung der Dämme an den vorhandenen Gewässerläufen und den Wegverbindungen mit den entsprechenden Brückenkonstruktionen bietet dabei eine abwechslungsreiche und ortschaffende Rhythmisierung. Die „kreuzungsfreie“ Wegeführung wird auch z.B. als Jogger- oder Skaterstrecke oder als freie, Übersicht schaffende Wegestrecke eine nachhaltige Parkattraktion sein. Die Bepflanzung der Dämme mit Alleen aus exotischen Bäumen und die Bestückung mit Bänken und Beleuchtungselementen gibt ihnen zusätzliche Attraktivität auch in den Abendstunden. Als große Figur übernehmen die Dämme darüber hinaus die Anbindung des durch die Autobahn in zwei Teile geteilten Volksparks. Zur östlich gelegenen Bahntrasse hin übernimmt der Damm auf eine selbstverständliche Art den benötigten Lärmschutz.


    Gartenschau: Eingangsbereich Ost, Haupteingang:
    Am Eingangsbereich Ost befinden sich die Parkplätze für Reisebusse, Behinderte, Angestellte und VIPs, Haltestellen für Shuttlebusse, sowie ein großer Bereich mit Fahrradstellplätzen.
    Die großzügige Brücke über die Neuenfelder Strasse erschließt die Gartenschau für den per S-Bahn anreisenden Besucher. Sie erweitert sich am Parkeingang zu einem attraktiven, Vorplatz, der Raum für Ticketverkauf und Informationspavillons bietet. Die von den angrenzenden Parkplätzen oder per Shuttle-Service ankommenden Besucher, sowie Besucher aus Wilhelmsburg-Mitte kommend, stoßen über einen breiten, baumbestandenen Boulevard, entlang des die Grenze zum Gelände bildenden Wassergrabens auf den Vorplatz am Fuß der Zugangsbrücke.
    Nach dem Eintritt auf das Gartenschaugelände bieten sich mehrere Möglichkeiten die Besichtigung zu beginnen: Direkt vor einem liegen die Schaugärten, aus denen man weiter in das Gehwegnetz gelangt. Rechterhand bietet sich die Möglichkeit zunächst vom Damm eine Übersicht über das Gelände zu erhalten.
    Entlang der Besucherhauptströme, an den Haupteingangsbereich anschließend, ist die Blumenhalle angegliedert.

    Gartenschau Blumenhalle
    Die Blumenhalle bildet als Objekt im Eingangsbereich Ost den Auftakt zur Gartenschau. Die mit Blumen unterschiedlicher Nationen bedruckte Westfassade begrüßt den Besucher und wird zur weithin sichtbaren Landmarke. Über die neue Brücke vom S-Bahnhof schreitet der Besucher an der Fassade vorbei. Die Semitransparenz der Fassade ermöglicht gleichzeitlich einen Blick in das Innere der Blumenhalle und erzeugt ein Neugier auf das, was ihn in der Gartenschau erwartet. Die Blumenhalle bildet den räumlichen Abschluss der Gartenschau und des späteren Volksparks nach Nordosten. Im Süden öffnet sich die Halle zur Blumenschau und ermöglicht Blick- und Raumbezüge zwischen den Pflanzenwelten innen und außen.

    Die Halle ist durch ihren eleganten lichtdurchfluteten Innenraum ein repräsentativer Rahmen für die Blumenschauen. Durch die transluzente Membran des Daches und die transparenten Teile der Fassade fällt Licht mit hoher Intensität. Veränderungen der Atmosphäre außen werden durch die transluzente Hülle nachvollziehbar. Der für die Gartenschau prägende Damm wird im Gebäude fortgesetzt. Er schafft unterschiedliche räumliche Zonen in der Halle. Wie im Außenraum gibt es ein Unten, ein Oben und ein Dazwischen. Auch die „Dammhänge“ werden für Blumenschauen genutzt.

    Der Rundweg durch die Halle ermöglicht unterschiedliche räumliche Erlebnisse. Ein großzügiger Eingangsbereich mit Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten bildet den Auftakt. An diese Galerie gliedern sich die drei Teilbereiche der Blumenhalle: Aufbau, Ausstellung und Abbau. Die Bereiche lassen sich durch flexible Trennwände auch zu einer Gesamtausstellung zusammenlegen. Der Rückweg des Besuchers verläuft über den Damm. Von dort aus hat er einen Panoramablick über die Ausstellung bevor er die Halle über den Damm verlässt. Die Anlieferung der Blumenschauen erfolgt von Westen. Die verbindende Galerie ermöglicht eine schnelle Erreichbarkeit der Ausstellungszonen.

    Die Blumenhalle ist eine mit einer Textilmembran bespannte Zeltkonstruktion. Druckstäbe und Zugstäbe aus Stahl spannen die Membran und halten diese in Form. Die Stahlkonstruktion ist ein modulares System, das auf einem Säulenraster von 10 x 10 Metern aufbaut. Das Dach wird durch die hohlen Säulen der Zugstäbe entwässert.

    Die Konstruktion der Halle ist ein modulares System. Dadurch kann das Bauwerk auf die gewünschte Größe optimiert werden. Die Konstruktion ermöglicht einen frei teilbaren Innenraum der eine Gesamtschau oder viele Einzelschauen ermöglicht. Geringe Herstellungskosten entstehen durch eine sehr geringe Materialmenge im Verhältnis zum umbauten Volumen, ein Minimum an unterschiedlichen Bauteilen durch das modulare System, die komplette Vorfertigung der Konstruktion und Membran und die damit verbundene kurze Bauzeit.
    Die flexible Anordnung der Module ermöglicht eine Anpassung der Halle in ihrer Dimension an wechselnde Nutzungen.

    Gartenschau: intensive Schaubereiche
    Während der Gartenschau entsteht im Bereich des Haupteinganges Ost das Hauptschaugelände für Wechselpflanzungen und floral geprägte Themengärten. Dieses weite Feld wird durch kreisrunde Beete rhythmisiert. Die dynamische Formensprache bietet eine moderne, parterreartige Struktur barocker Qualität.
    Die Nationengärten werden im veränderten und erweiterten türkischen Kleingartenverein untergebracht. Somit bekommt auch der westliche Bereich des Gartenschaugeländes eine gestaltete Attraktion mit hohem Erlebniswert.
    Östlich anschließend – im Bereich des ehemaligen Friedhofs – findet der friedhofsgärtnerische Fachbeitrag seinen Platz. In die bestehende, gewachsene Gehölzstruktur gliedern sich die verschiedenen Themen ein. Ein Bereich soll zum Themenkreis anonyme Bestattung gestaltet werden, darüber hinaus bietet sich Platz für die Darstellung traditioneller Grabfelder. Hier könnte ebenfalls eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Tod stattfinden.
    Weitere Themengärten werden insbesondere in den neu entstandenen Terrassengärten entlang der Autobahn angeboten. Im südlichen Gartenfeld entsteht analog auf der westlichen Seite der Trasse ein neues Gartenband, welches während der Schau Gartenthemen aufnimmt.
    Das nördliche, wie das südliche Gartenfeld werden von einem friesartigen, wegbegleitenden Blumenband gefasst, welches eine weitere Attraktion und Orientierung für den das Gelände erkundenden Gartenschaubesucher bietet.

    Gartenschau: Eingangsbereich West.
    Wie am östlichen Eingang wird auch der Eingang von Westen über ein Gewässer als Geländegrenze geführt. Ein Fähranleger ergänzt hier die Möglichkeiten der Anreise.
    Zwischen Strasse und Wasser bietet ein kleiner Vorplatz Raum für Ticketverkauf und Infopavillons.
    Der Weg zum zentralen Gartenschaubereich führt von hier durch die in den Landschaftspark integrierten Ausstellungsbereiche: die neu angelegte landschaftliche Kleingartenanlage mit den Einzelgärten, den alten Friedhof mit herausragendem Baumbestand, den Ausstellungen zur Grabkultur und weiter entlang der neu gestalteten Ufer.
    An mehreren Durchlässen durch den Damm hat der Besucher Gelegenheit vom Landschaftspark weiter zu den intensiven Ausstellungsflächen in den Gartenfeldern zu gelangen.

    Gartenschau: Neue Kleingärten, neue Lauben
    Den Kleingärten wird in der Internationalen Gartenschau Hamburg-Wilhelmsburg eine besondere Rolle zuteil. Die Kleingärten werden zu einem zentralen Ausstellungsmotiv in der Gartenschau in Wilhelmsburg. Die große Menge der Kleingärten macht hierbei eine städtebauliche und gestalterische Sichtweise der Strukturen notwendig. Die Gesamtzahl der Kleingärten bleibt bestehen, es findet eine partielle räumliche Neuordnung statt. Die bestehenden Kleingärten sind für die Besucher der Gartenschau zu besichtigen.
    Darüber hinaus werden zwei neue Typen von modernen Kleingärten entwickelt, die während der Gartenschau als Ausstellungsgärten angelegt sind und nach dem Ende der Gartenschau potentielle neue Nutzergruppen anziehen können:
    Im Bereich der Straße An der Wollkämmerei wird eine Landschaft aus runden, mit Hecken gefassten Einzelkleingärten geschaffen, die auch für den sich hindurch bewegenden Spaziergänger spannende Zwischenräume generiert. Die Kreisgärten gleicher Größe strukturieren einen parkartig fließenden Raum. Diese Kreisgärten sind halbiert und mit einer zweigeschossigen Laube versehen. Die zwei derart zusammengefassten Gärten teilen sich die hier integrierten Kleingartenhochhäuser, die unterschiedliche Raum- und Nutzungsqualitäten schaffen, Ausblick über die Hecke inklusive. Während der Gartenschau dienen diese Kleingärten sowohl als Zwischennutzung durch die internationalen Gärten wie auch dem türkischen Kleingartenverein, welcher die Parzellen in der Nachnutzung übernehmen kann.
    Im Rahmen der internationalen Gartenschau werden vorfabrizierte Gartenlauben eingeführt. Die Lauben können sich den individuellen Wünschen und finanziellen Möglichkeiten der Nutzer anpassen.

    Das konstruktive System der Laube ist ein Holzrahmen, der durch seine Dimensionierung auch eine Doppelstöckigkeit ermöglicht. Der Rahmen ist durch wenige unterschiedliche Bauteile schnell zu montieren und bildet eine kostengünstige Grundlage zum Ausbau als Gartenlaube. Die offene Rahmenstruktur ermöglicht durch ihre großen Felder den Einsatz unterschiedlichster Elemente die Wand, Boden, Decke und Dach bilden. Die Grundelemente sind vorgefertigte Tafeln aus Mehrholzschichtplatten (im Dachbereich abgedichtet). Erweitert wird die Struktur dann je nach Bedarf um individuelle Module. So kann das Dach aus Solarpanelen bestehen oder um eine Pergola erweitert werden. In die Wände können Fensterelemente, transluzente Panele, Gartengeräteschränke und nach außen zu öffnende Gewächshauselemente integriert werden. Im Bodenbereich ist Platz für Terrassenelemente - die gleichzeitig als Tür dienen - oder eine Treppe die in das Obergeschoss einer zweigeschossigen Laube führt. Durch die klare Struktur und einheitliche Dimension der Rahmen und Module entsteht ein architektonisch einheitliches Bild der Gartenlauben, das durch die unterschiedliche Qualität der einzelnen Elemente eine große Vielfalt an Eindrücken vermittelt. Durch den modularen Aufbau der Gartenlauben können diese sich an ihre jeweilige räumliche Position anpassen. So werden zum Beispiel Terrassenlauben, oder zweigeschossige Zwillingslauben in der gleichen Bauweise möglich.

    Die Parzellenbereiche nördlich und südlich der Wollkämmerei werden durch eine Fußgängerbrücke verbunden.

    Gartenschau: Landschaftspark
    Die vorhandenen Strukturen des Landschaftsparks werden durch verschiedene Maßnahmen herausgearbeitet und genutzt. Die Öffnung und Zugänglichmachung der Ufer wird durch Stege und Sitzgelegenheiten am Wasser ermöglicht. Ein Restaurant am See wird auch in der Nachnutzung als Anlaufpunkt im Zentrum des Wilhelmsburger Volksparkes dienen. Eine Aussichtsplattform im See unterstützt hier die Aufenthaltsqualitäten. Das vorhandene Wegesystem wird ergänzt und in der Nachnutzung noch enger an das angrenzende Wohngebiet angeschlossen.


    Städtebauliche Arrondierungen
    Neue Wilhelmsburger Mitte
    Im Zentrum der städtebaulichen Ergänzungen in der Nachnutzung der Gartenschau steht die Neuanlage eines städtisch gerahmten Sees nördlich der Neuenfelder Strasse. Dieser See bildet mit dem Bereich der Kreuzung Neuenfelder / Dratelnstraße den zentralen Punkt der neuen Wilhelmsburger Mitte. Im Westen und im Norden wird der See durch klare Blockstrukturen gerahmt. Die Bauten nehmen Verwaltung, kleinere Geschäfte und Wohnen auf. Zur Autobahn hin bilden die Blöcke im Westen einen Rücken, der das neue Quartier auch vor Lärm schützt. Nach Osten hin schließt der neue See mit einer Promenade ab, die eine klare Kante zum Schulzentrum bildet. Südlich des Sees liegt ein räumlich gefasster Platz der urbane Akzente setzt. Die Gebäude an der Platzkante beinhalten größtenteils geschäftliche Nutzungen und bilden das kommerzielle Zentrum des Quartiers. Das Sport und Freizeitgelände im nördlichen Teil des Volksparks wird im Norden durch einen Rücken von Sporthallen, Sportclub und überdachten Trendsportbereich begrenzt. Optional kann die leichte Struktur der Blumenhalle / Trendsporthalle zurückgebaut werden und der städtebauliche Raum für eine andere Sporthalle genutzt werden. Die Bebauung verzahnt sich mit den Dämmen des Volksparks und leitet in diesen über.

    Wohnbebauung nördlich und südlich des Kurdamms.
    Nördlich und südlich des Kurdamms bilden Zeilen von Stadthäusern eine räumliche Grenze zwischen Park und Stadt. Die Nord- Südausrichtung der Fassaden ermöglicht eine Verzahnung der Bebauung mit dem Park. Das Wasserkraftwerk wird räumlich als Solitär interpretiert und in den Park integriert. Die Wohnlage am Park ist für junge Familien geeignet. Der Bebauungstypus der Parzellen orientiert sich an den britischen Townhouses. Auf schmalen Grundstücken stehen drei- bis viergeschossige Einfamilienhäuser die durch geringen Flächenverbrauch, wenig Außenfläche im Verhältnis zur Grundfläche und eine Nord- Südausrichtung ein sowohl nachhaltiges als auch ökonomisch günstiges Wohnen am Volkspark ermöglichen.

    Nachnutzung
    Im Bereich des Osteingangs wird das Hauptblumenfeld der Wechselpflanzungen und floralen Themengärten rückgebaut, es entsteht ein Sportpark mit unterschiedlichen Angeboten.
    Es werden eine Leichtathletikanlage, kleinere Fußball- und Basketballfelder und eine Kletterwand erstellt. Die Blumenhalle erhält in der Nachnutzung eine Funktion als offene Trendsporthalle (z.B. Skateboard, BMX, Blade) und bietet die Möglichkeit im Trockenen zu spielen. Die textilen Wände werden entfernt.
    Im Zusammenhang mit den im anschließenden städtebaulichen Feld vorgesehenen Mehrzwecksporthalle und Schwimmbad entsteht hier ein intensiv durch Sport geprägtes Sportcarrée.

    Im Süden anschließend verbleiben die zur Gartenschau entstandenen Spielplätze.

    Der Themengartenfries um die Kleingärten des nördlichen Gartenfeldes wird ruhigeren Betätigungen (Boulespiel, Schachspiel) zur Verfügung gestellt, sodass hier Freizeitangebote auch für Ältere entstehen. Der Bereich der Nationengärten wird komplett dem türkischen Kleingartenverein zur Nutzung überreicht. Die Terrassengärten werden wieder der Kleingartennutzung zugeführt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.