• DE-10559 Berlin
  • 07/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2950)

Freiraumgestaltung des ehemaligen ULAP-Geländes

Beschränkt - kooperatives Wettbewerbsverfahren nach 2.4 GRW 1995. Dem Wettbewerb wird ein Auswahlverfahren vorgeschaltet.
  • 1. Preis

    Lageplan

    Landschaftsarchitekten
    Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Mitarbeit: Angela Aurin, Christiane Tietze, Guido Pohndorf, Ulrike Zänker

    Erläuterungstext



    Konzept „Lehrter Stadtgarten“

    Der städtebauliche Raum zwischen Verkehrstrassen und Baustrukturen wird in seiner prägnanten geometrischen Figur gestärkt. Das Dreieck des ULAP-Geländes, eigentlich ein fast zufällig entstandener „Restraum“, wird zu einem markanten Element, das dem neu entstehenden Stadtquartier in einer schwierigen Umgebung eine eigenständige Identität verleiht.

    Der vorhandene Baumbestand ist ein Anlass, um einen räumlich geschlossenen Grünraum zu entwickeln. Wie bereits durch die vorhandenen seitlichen Begrenzungen entsteht somit auch in der „dritten Dimension“ ein Motiv, das sich unmittelbar auf den Ort bezieht.
    Die historischen Bezüge werden zwar respektiert, jedoch nicht vordergründig präsentiert, da sich die heutige Nutzung komplett verändert darstellt.

    Der multifunktional nutzbare Stadtplatz bietet Raum für unterschiedlichste Aktivitäten. Die seitlich angrenzenden Erdgeschoßzonen der Gebäude sowie der Bahntrasse erhalten die Möglichkeit, das Potential des benachbarten Freiraumes für Außengastronomie, Veranstaltungen u.ä. zu nutzen. Damit wird der Raum von den Rändern her definiert. Die „freie Mitte“ ist eine flexible Zone, die in verschiedener Weise auf die Nutzungsaktivitäten der Umgebung reagiert, jeweils zum Entspannungs- oder Bewegungsraum werden kann.

    Der „Lehrter Stadtgarten“ ist ein Ort für alle Altersgruppen. Aktivitäts- und Ruhezonen, sonnige und schattige Bereiche bieten vielfältige Nutzungsqualitäten. Die offene Raumstruktur und der hohe Kronenansatz der Gehölze schaffen einen großzügigen, übersichtlichen Stadtraum, der durch die erleichterte soziale Kontrolle auch als ein sicherer Ort empfunden werden wird.


    Die „Grüne Halle“

    Der vorhandene Baumbestand weist eine Markanz auf, die der Fläche auch in Zukunft eine unverwechselbare Prägung geben wird. Schon jetzt wird durch das Kronendach der Gehölze die störende Ebene der Verkehrstrassen fast vollständig verdeckt. Zusätzliche Pflanzungen verstärken diesen Effekt und entwickeln die Fläche zu einer „Grünen Halle“. Es entsteht ein Blätterdach, unter dem - wie früher in den Ausstellungshallen des ULAP - die verschiedensten Aktivitäten stattfinden können. Die halbtransparenten Baumkronen überdecken einen Platzraum mit unterschiedlichen atmosphärischen Stimmungen, mit einem im Tageslauf veränderlichen Licht- und Schattenspiel.

    Der Bodenbelag aus wassergebundener Decke unterstreicht den starken Vegetationsbezug des Baumhaines, lässt jedoch verschiedenste Wegebeziehungen und Flächennutzungen zu.

    Einfache Sitzelemente aus Holz bieten Ruhepunkte in den unterschiedlichen Platzzonen und unterstreichen die gerichtete Gesamtstruktur der Anlage.


    Der „Mont-ULAP“

    Die Böschung am ehemaligen Eingangsbereich zum Ausstellungsgelände wird zu einer markanten topografischen Figur geformt. Dieser Ort kann heute als einziger einen authentischen Bezug zum ehemaligen ULAP-Gelände herstellen. Die historische Wegebeziehung wird im Wesentlichen beibehalten, der frühere axiale Bezug jedoch abgemildert. Auch heute wieder wird diese Zone zu einem Entree, zu einem modernen Ankunftsort.

    Die historische Treppenanlage wird in ihren noch erhaltenen Teilen wiederhergestellt und über eine verstärkte Ausformung der Zwischenpodeste in die Böschung eingebunden. Die Seitenzonen der Podeste dienen als Sitzelemente in einer grünen Umgebung. Von hier aus bietet sich ein erhöhter Blick in die „Grüne Halle“.

    Eine Pflanzung aus wintergrünen, schattenliebenden Bodendeckern unterstützt die markante Bodenmodellierung. Punktuelle Pflanzungen von Blütenstauden geben dem „Mont Ulap“ einen farbigen, heiteren Aspekt. Bis auf wenige Ausnahmen können alle vorhandenen Großgehölze erhalten bleiben.


    Die ULAP-Plaza

    Der Platzbereich am neuen Stadtquartier dient der Aufnahme intensiverer Nutzungsaktivitäten. Sowohl Außengastronomie als auch Veranstaltungen oder kleinere Ausstellungen sind mögliche Nutzungen.

    Für die Anfahrt der Tiefgarage wird eine entsprechende Zone freigehalten. Auch die übrigen Bereiche werden grundsätzlich befahrbar ausgebildet, um eine möglichst hohe Nutzungsvielfalt zu ermöglichen.


    Beleuchtungskonzept

    Während in den Platzbereichen am Stadtquartier die Beleuchtungskonzeption aus den angrenzenden Straßenräumen übertragen wird, erscheint die „Grüne Halle“ in den Nachtstunden als ein eigenständig inszenierter Raum. Mittels einer einfachen Integration von Bodenstrahlern geben die Holzkörper der Sitzelemente ein diffuses Licht ab.

    Entlang der Bahntrasse (Erschließungsstrasse) können die dort vorgesehenen Pollerleuchten mit einer zunehmenden Intensivierung der Geschäftszone durch weitere Beleuchtungselemente oder auch Fassadenbeleuchtung ergänzt werden.

    Die in der axialen Ausrichtung der Treppenanlage entstehende Laufzone wird durch eine leicht erhöhte Lichtintensität akzentuiert.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 09.11.2008, 20:02
Beitrags-ID 4-5381
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