• DE-Regensburg
  • 05/2004
  • Ergebnis
  • (ID 4)

Technisch-städtebaulich-landschaftsplanerischer Wettbewerb Hochwasserschutz

Offener 2-phasiger Ideen- und Realisierungswettbewerb
  • Ankaufgruppe

    Die Grenzen von Stadt und Fluss

    Architekten
    Harald Neu Architekt und Städtebauarchitekt BDA, Darmstadt (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Freie Mitarbeit: Dipl. Ing. Architekt AKH Joachim Wendt Mitarbeiter: Dipl. Ing. Christian Heinisch , Cand. Arch. Juliane Barz, Cand Arch. Jens Jeschke, Dipl. Ing. Nicolai Zinkler, Sonstige : Cand Arch. Robin Vogel, Cand Arch. Jens Jeschke, Gottfried Scheel-Häfele (Fotobearbeitung)

    In Zusammenarbeit mit::
    Landschaftsarchitekten: Wolfgang Färber Landschaftsarchitekt, Icking-Irschenhausen (DE)
    Bauingenieure: HPi Hydroprojekt Ingenieurgesellschaft, Weimar (DE), Bad Vilbel (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Leitidee – Die Grenzen von Stadt und Fluss
    Die Uferbereiche von Donau und Regen bieten ein breites Spektrum vielfältigster Charakteristika - von der offenen Flusslandschaft im Mündungsbereich der Naab bis zu dem spannungsvollen Gegenüber von steinerner Altstadt und Auenlandschaft im Bereich der Donauinseln.
    Die Realisierung eines wirksamen Hochwasserschutzes für die Stadt Regensburg erfordert zum Teil einschneidende Veränderungen – Ziel ist es diese unter maximaler Rücksichtnahme auf den Bestand durchzuführen. Die Notwendigkeit der Intervention bietet die Chance durch einen bewussten Umgang die vorhandenen Potentiale zu nutzen und weiter auszubauen. Die Hochwasserschutzmaßnahmen bedingen eine klare Definition von bebaubarer Fläche und Landschaftsraum, von Stadt und Landschaft im Bereich der Flüsse Donau und Regen.
    Die Stadt muss also im Zuge der Hochwasserschutzmassnahmen ihre Grenzen und Zugänge zum Fluss als durchgehendem Landschaftsraum neu finden – Eine Chance vieles neu zu ordnen und manches nachhaltig vor belangloser Inanspruchnahme zu bewahren.

    Das Gesamtkonzept - Alles Bewahren heißt nichts Erhalten
    Die Bauwerke und Anlagen des Hochwasserschutzes werden im Kontext zu den bestehenden Stadtstrukturen als klare Linien und Strukturen entwickelt, die den Gesamtorganismus der Stadt mit dem Landschaftsraum in Bezug setzen. Im Kernbereich der Stadt orientieren sich die Maßnahmen an dem steinernen Charakter der Altstadt, die auf den Inseln im Zusammenspiel mit der Auenlandschaft ihren spezifischen Ausdruck findet, zu den Außenbereichen werden die Schutzlinien durch landschaftlich geprägte Elemente definiert.
    Aus den Kriterien von Hochwasserschutz, Städtebau, Denkmalpflege und Landschaftspflege wurde ein System entwickelt, welches in einer abgestuften Hierarchie auf die Situation bezogen Lösungsvarianten vorschlägt.
    Dabei wurden die Kriterien der Erstellungs- und Unterhaltungskosten, sowie der erforderlichen Einsatzzeiten für den Aufbau des mobilen Hochwasserschutzes ebenfalls mit berücksichtigt.
    Das abgestufte Konzept führt von den Deich- und Warftlösungen in der Peripherie , über kombinierte Mauerlösungen, teilmobile Mauer- und Dammbalkenlösungen bis hin zu Sonderkonstruktionen im Bereich der Steinernen Brücke und der Donauinseln, die in ihrer Gestaltung jedoch auch die konstruktiven Notwendigkeiten nicht leugnen.

    Die Linienführung – Die „Jahresringe“ der Stadt
    Die Linienführung des Hochwasserschutzes orientiert sich an der Morphologie der Stadtstrukturen und respektiert die Vorgabe der freien Abflussquerschnitte. Die Maßnahmen regeln die Koexistenz von Stadt und Landschaft neu und geben zukünftig die städtebaulichen Entwicklungslinien zum Fluss vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit zeichnet sich durch eine hohe Orts- und Detailkenntnis aus. Bemerkenswert sind an einigen Stellen ergänzende Gebäude, die bestehenden Einrichtungen einen großzügigen Außenbereich zuordnen und gleichzeitig das Gesamtensemble schützend umgeben. Das „Come back“ eines Bautyps, der Schutz und ein räumliches Angebot gleichzeitig leisten kann.

    Die Veränderungen im Altstadtbereich, die Abstufungen, die Platzgestaltung an der Weinlände, die mobilen Überdachungen, die Detailausbildung an der Thundorfer Straße können dagegen nicht überzeugen.

    Die technische Durcharbeitung der Maßnahmen für den Hochwasserschutz ist überzeugend und solide. In Sallern sind Deich und Mauern aus Gründen des Städtebaues und des Landschaftsprofils nicht vermittelbar.

    Das Hochwasserschutztor am alten Hafen eröffnet städtebaulich Entwicklungsmöglichkeiten.


INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 13.05.2010, 16:15
Beitrags-ID 4-61
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