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  • DE-85053 Ingolstadt
  • 04/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-138461)

Neubau von öffentlich geförderten Mietwohnungen Peisserstraße


  • Ankauf

    03 Arch.

    Architekten
    03 Architekten GmbH Architekten BDA, Stadtplaner DASL, München (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Das neue Wohnquartier nahe der Donauauen und dem Ingolstädter Stadtzentrum entsteht in einer Nachbarschaft, die von Einfamilienhaus-, Garagenhof- und Zeilenstrukturen aus den 60er Jahren geprägt ist. Ziel ist es mit wenigen, ruhigen Baukörpern in diesem heterogenen Umfeld eine geborgene und identitätsvolle Atmosphäre zu schaffen, die sich nicht verschließt, sondern als städtisches Quartier zum Maßstab Ingolstadts passt.

    Drei geknickte Baukörper umfassen dabei zwei halboffene Hofräume. Deren gezielt formulierte Öffnungen verknüpfen das neue Quartier einerseits mit der Nachbarschaft, andererseits mit dem Naturraum an der Donau.
    Es entstehen charaktervolle Freiräume, die ein hohes Maß an Wohnqualität für die späteren Bewohner versprechen. Ein breiter Grünsaum im Osten zu den bestehenden Zeilenstrukturen aus der Nachkriegsmoderne überlässt diesen ausreichend Raum und vernetzt zudem die südlich liegende Monikasiedlung mit dem Erholungsraum an der Donau.

    Durchgesteckte Wohnungsgrundrisse stellen den Bezug zwischen Hofraum und Stadtraum her. Im Norden und Osten verknüpfen großzügig wirkende Wohnräume den Ausblick ins Grün mit dem Bezug in den Hof und damit zum Quartier. Die beiden miteinander verknüpften Hofräume werden so zum Zentrum des neuen Quartiers, zur identitätsstiftenden, sozialen Mitte. An der Schnittstelle der beiden Grünräume liegt zentral der Gartensaal mit einladender Südterrasse als Gemeinschaftsfläche der neu entstehenden Nachbarschaft.

    Zum Stadtraum wird das Erdgeschoss angehoben um die Privatheit der dort liegenden Wohnungen zu gewährleisten. Durchladeaufzüge gewährleisten die barrierefreie Zugänglichkeit für alle Bewohner. Innerhalb der Wohnung stellt der offene Wohnraum mit Küche und Essplatz das Herzstück dar, hier spielt sich das Leben ab.

    Gräserfelder an den Rändern dienen als Puffer zu den Erdgeschosswohnungen ohne optisch die Weite einzuschränken. In die Gräserzone integriert können private Kleingärten angeboten werden.
    Spielbereiche sind in die Wiesen eingelassen, erlauben Kinderspiel mit direkter Beaufsichtigung aus den Wohnungen. Erreichbar ist der Gartenbereich entweder über die Fugen zwischen den Baukörpern oder direkt aus den mittleren Treppenhäusern der Wohnbebauung über die dort vorgesehenen Gartenausgänge. Im Nordwesten zur Liegnitzer Straße und zur Peisserstraße ist die Bebauung gegenüber der Straßenkante zurückgesetzt, es öffnet sich ein angemessener Vorbereich für die dort vorgesehene Gewerbenutzung.

    Durch die geknickten Baukörper entstehen ruhige, schallgeschützte Höfe, die eine hohe Aufenthaltsqualität aufweisen und auch dem zu erwartenden höheren Verkehrsaufkommen durch die Entwicklung des Bayernoil-Geländes standhalten. Die gewählte Typologie ist durch die Konstruktion mit tragender Mittelwand flexibel schaltbar. Daher kann sie während der Entwicklung des Projektes flexibel an nahezu jeden Wohnungsschlüssel angepasst werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebaulich ist das Grundstück komplett und raumgreifend besetzt. Durch das Aufteilen in 3 Gebäude entsteht eine spannende städtebauliche Struktur. Die Unterbrechung der Gebäude ermöglicht eine gute Durchwegung mit interessanten Innenhöfen. Diese Innenhöfe sind so groß, das sie großzügige Naturräume entstehen lassen. Die Grundrisse funktionieren im Regelfall gut, im Bereich der Innenecken sind einige Kompromisse notwendig. Die Fassadengestaltung erscheint etwas eintönig. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn auch Alternativen zu den ausschließlich durchgesteckten Wohn-Essbereichen aufgezeigt worden wären. Eine wirtschaftliche Errichtung erscheint möglich, obwohl die Anzahl der Aufzüge relativ hoch für diese kompakte Bauweise ist.