loading
  • DE Tuttlingen
  • 05/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-3947)

Erweiterung der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule


  • 3. Preis

    Eingangssituation

    Architekten
    Günter Hermann Architekten, Stuttgart (DE), Tuttlingen (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext


    Stätdtebau
    Die vorherrschende Struktur des nordwestlichen Stadtgebietes von Tuttlingen gliedert sich in zwei unterschiedliche Bereiche. Nördlich grenzt die offene Straßenrandbebauung kleinteiliger Wohngebäude an. Südlich wird das Areal durch die Bahnlinie mit großzügigem Grünraum entlang dem natürlichen Flussverlauf der Donau arrondiert.

    Das Gelände des Schulzentrums vom Erlebnisbad bis zur Berufsschule erstreckt sich mit großvolumigen Baukörpern von Ost nach West und endet im Campusareal des technischen Schulzentrums in strenger orthogonaler Anordnung.
    Die städtebaulichen Strukturen wurden in diesem Areal entsprechend den pädagogischen Notwendigkeiten im Laufe der Jahre 1950 – 1980 entwickelt und weisen keine klare Erschließungsstruktur auf.

    Die fußläufige Erschließung erfolgt jeweils aus Ost und West, die Zufahrt der Parkplatzanlagen von Norden durch die Zufahrt aus der Stuttgarter Strasse. Vom Verfasser wird vorgeschlagen längerfristig eine Erschließungsachse für die Gewerblichen Schulen und die Gymnasien direkt von der Stuttgarter Strasse zu legen. Hier würde auch die Möglichkeit bestehen, den als Platzraum definierten Erschließungsbereich mit einer Tiefgaragen zu unterbauen.

    Der Campus der Gewerblichen Schulen wird quer zur Hauptzugangssituation mit einem die Schulanlage strukturierenden Wegraum in Nord-Südrichtung zusammenfassend erschlossen. Das neue Werkstattgebäude legt sich städtebaulich klärend als Basiselement vor die Schulanlage entlang des neuen Platzraumes.

    Entwurfserläuterungen
    Das bestehende Stammgebäude der gewerblichen Schule wurde, im Stil seiner Zeit klar gegliedert, als Einbund mit großzügigen Glaselementen konzipiert. Bei seiner Erweiterung in den 90er Jahren wurde der Grundstein für eine Zweibündigkeit entsprechend den wirtschaftlichen Anforderungen gelegt. Im Entwurfsansatz wird dieser Zweibund klar zum Ende definiert. Zur natürlichen Belichtung der Flurbereiche erhalten die Neubaubereiche Glasoberlichtelemente. Die Vereinheitlichung der bestehenden Nordfassade mit dem Erweiterungsbau wird über vorgehängte, offene Einfachverglasungen an den Fluchtbalkonen erreicht.

    Der Erweiterungsbau mit Eingangsbereich, zentralen Betreuungseinrichtungen und Werkstätten wird als zweigeschossiger Zweibund im Norden vor den Bestand gelegt.
    Die Gebäudeanlage erhält neben einer zentralen Eingangshalle einen Innenhof zur Belichtung innen liegender Flächenanteile.

    Dieser zentrale Eingangsbereich bildet den Ausgangspunkt einer Erschließungsachse für das gesamte Gebäudeareal. Des Weiteren werden von hier die beiden Unterrichtsbereiche des vorherrschenden dualen Bildungssystems (Theorie und Praxis) paritätisch erschlossen.

    Flexibilität und Konstruktion
    Die Schüleraufenthalts- und Arbeitsbereiche sowie der Cafeteriabereich werden mit mobilen Trennwänden ausgestattet, so dass ein flexibles Raumkontinuum zusammen mit der Eingangshalle entsteht. Dies ermöglicht eine großflächige Nutzung dieses Bereiches für Festveranstaltungen und schafft eine attraktive Verbindung der Freibereiche vom Innenhof bis zur Terrasse der Cafeteria.

    Die Gebäudegrundkonstruktion wurde als Skelettbau mit einem Achsraster von 1,4 m hinsichtlich einer späteren Flexibilität konzipiert.
    Die Stahlbetonflachdecken lagern auf Schotten und Unterzügen auf und nutzen die üblichen Durchlauf- und Kragwirkungen eines Stahlbetonbaus. Die Gebäudeaussteifung erfolgt über die Kernbereiche und Wandschotten.

    Energiekonzept
    Die Konzeption der Aufenthaltsräume erfolgt mit natürlicher Belüftung und Belichtung analog den empfohlenen Raumtiefen. Lediglich einige untergeordnete Nebenräume wurden als innen liegende Räume angeordnet. Die Belüftung der Aufenthaltsbereiche erfolgt über schmale, raumhohe Lüftungspaneele in den Fassaden. Dadurch ist ein maximaler Luftwechsel im Raum gegeben. Die Glasanteile in den Unterrichts- und Werkstatträumen übersteigen die Empfehlungen der Schulbaurichtlinie und stellen somit eine einheitliche, natürliche Belichtung sicher. Durch die Orientierung der Unterrichts und Werkstatträume nach Norden werden unnötige Wärmeeinträge und Blendungen vermieden.
    Zur Reduzierung der inneren Wärmelasten aus Maschinen, Computern und Nutzern könnte durch eine Bauteilkühlung der Decken auf den Energieausgleich mittels Geothermie zurückgegriffen werden.

    Materialität
    Hinsichtlich der Gestaltung werden bei den primären Oberflächen auf wenige robuste Materialien zurückgegriffen. Die Außenhülle erhält in Anlehnung an den Altbau eine Ziegelfassade. Wände und Decken im Innenraum werden gespachtelt und gestrichen. Als Bodenbelag für den Werkstattbereich ist eine zementgebundene Industriebeschichtung vorgesehen. Fassadenelemente und Einbauschränke werden in Eichenholz vorgeschlagen.


    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.