Konzeptplan
Bauingenieure
Preisgeld
10.000 EUR
Erläuterungstext
Ziel unserer Arbeit ist es, mit den Maßnahmen zum Hochwasserschutz Mehrwert für die Stadt zu schaffen, Anliegen sind die
Weiterentwickelung und Aufwertung des Stadtbildes, seiner besonderen Orte und der historisch gewachsenen Platzsituationen ebenso wie der gewachsenen Topografie und des typischen Landschaftsraumes.
Wichtige Sichtbeziehungen werden ebenso berücksichtigt wie das ökologische Potential der Landschaftsräume.
Altstadt
Die vergessene Flussseite der alten Stadt gilt es zu stärken und neu zu beleben. Dies erfordert zurückhaltenden Umgang mit gebautem Grundschutz und verstärkten Einsatz mobiler Hochwasserschutzelemente.
Eine neue Aufenthaltsqualität entsteht an den Ufern – die Stadt am Fluß wird wieder erlebbar, der Fluß für Freizeitgestaltung wie Ausflugsschifffahrt, Boots- und Ruderbetrieb reaktiviert.
Wöhrde
Der duale Charakter der Inseln mit städtischem Gegenüber zur Altstadt und grünem, naturnahem Auwaldcharakter wird herausgearbeitet.
An der Werftstrasse entsteht ein sonniger, verkehrsfreier, abgesenkter Platz mit starkem Bezug zum Fluss.
Uferpromenaden werden attraktiviert. Die Integration des Hochwasserschutzes in Neu-Bebauungen ermöglicht, dass die vorgelagerten Uferbereiche ihren typischen Auwaldcharakter bewahren können.
Stadt am Hof
Das Gegenüber zur Regensburger Altstadt wird durch eigenständige Ufersituationen mit grünem Charakter gestärkt.
Das harte, eher technisch geprägte Nordufer (Schleusen) wird aufgenommen und zusammen mit einer Neubelegung der Inselspitzen mit Kunstparks und Skulpturenpfaden weiterentwickelt und so in die Gesamtgestaltung eingebunden.
Regen
Dem Erhalt und der Intensivierung der Bereiche mit naturnahem Charakter wird große Bedeutung eingeräumt, bei gleichzeitiger Integration von naturverträglichen Erholungsnutzungen.
Häufig überschwemmte Uferwege und nutzbare Freiflächen sollen durch Höherlegen aufgewertet werden.
Gleichzeitig werden Ufer abgeflacht und so die Zugänglichkeit zum Fluss sowie dessen Erlebbarkeit erhöht.
Hochwasserelemente nutzen vorhandene Raumkanten und erhalten so den historisch entstandenen Flussraum.
Mit zunehmender Entfernung von der Stadt findet eine erlebbare Extensivierung der Flächen statt. So gehen die Wiesen mit visuell durchlässigen Einzelbaumpflanzungen stadtauswärts mehr und mehr in naturnahe Flächen mit Auecharakter über.
Beurteilung durch das Preisgericht
Das Interesse, die Beziehung zum Fluss zu stärken, wird konsequent vorgetragen, was im Bereich der Thundorfer Straße sogar zu einem Rückbau der vorhanden Kaimauer führt und an der Werfstraße eine Einengung des Uferweges zur Folge hat.
Die graphischen Darstellungen sind nicht in allen Ebenen deckungsgleich und einige wichtige Informationen fehlen. Ausgehend von der sympatischen Haltung, die Uferkanten zu aktivieren und nutzbare Bereiche auszuweisen, irritiert eine andere zentrale Idee, platzartige Aufweitungen rhythmisch entlang der Uferkante einzuführen.
Das maßgebliche technische Element für den Mobilschutz stellt einen interessanten Gedankenansatz vor. Allerdings sind die fest zu installierenden Stützen in den Plänen nicht dargestellt. Die Aufgabenstellung der Auslobung in Bezug auf den Freibord ist nicht gelöst; die daraus resultierende Konsequenz der Überströmung führt voraussichtlich zu deutlichen Problemen der Standsicherheit.