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  • DE-80333 München
  • 01/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-145515)

Neubau von Wohnungen in der Katharina-von-Bora-Straße 8a


  • 3. Preis

    © Meili, Peter Architekten; Visualisierung: LuxundNadir

    Architekten
    Meili, Peter Architekten, München (DE), Zürich (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partnerschaft mbb, Freising (DE), Freising (DE)

    Preisgeld
    14.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das Grundstück befindet sich an der Schnittstelle zwischen der Maxvorstadt mit Ihrer charakteristischen Blockstruktur und den Anlagen der Nymphenburgerstraße, die hauptsächlich nach stadträumlichen, repräsentativen Gesichtspunkten durch eine offene Bebauung mit repräsentativen Solitären und parkartigen Grünanlagen gekennzeichnet sind. Der Entwurf macht es sich zur Aufgabe, die charakteristischen Elemente beider Strukturen in einen positiven Dialog zu setzen. Stadt und Park gehen innerhalb des Projektes spannungsvoll ineinander über.

    Entsprechend dem stadträumlichen Ansatz wird auch die Kubatur der einzelnen Baukörper vom engen Dialog mit der Umgebung und den Nachbarn bestimmt. Vor- und Rücksprünge sowie Höhenversätze gliedern und spezifizieren die beiden Baukörper und schaffen Übergänge zur angrenzenden Bebauung. Insbesondere in Situationen spezifischer, räumlicher Nähe gehen die Baukörper auf diese Weise auf die umgebende Bebauung ein und vermitteln in Größe und Maßstäblichkeit.

    Die Wohnungsgrundrisse entwickeln sich analog der städtebaulichen Setzung und führen die stadträumlich entstehenden vielseitigen Blickbeziehungen im inneren der Wohnungen fort. Entsprechend reagieren die Wohnungsgrundrisse an jeder Stelle des Baukörpers unterschiedlich auf die besonderen Gegebenheiten und erfahren so ihre individuelle Prägung.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit bietet eine Öffnung der Hofsituation nach Norden an. Dieser Ansatz wird von der Jury positiv bewertet, da er Blick- und Wegebeziehungen von der Katharina- von-Bora-Straße und auch der Karlstraße vorsieht, ohne jedoch eine zwingende fußläufige Verbindung zum Karolinenplatz einzufordern und dabei gleichzeitig die
    benachbarten Freiräume verbindet.

    Durch die Ausformulierung von zwei separaten Baukörpern und deren Erkennbarkeit von der Katharina-von-Bora-Straße aus ist eine klare Adressbildung gegeben. Die Überschreitung der Abstandsflächen auf die Nachbargrundstücke werden kritisch bewertet und wären bei einer Überarbeitung zu überprüfen.

    Die Geometrie der Baukörper erzeugt eine Folge von Teilflächen, die trotz ihrer Kleinräumlichkeit qualitätsvolle Aufenthaltsbereiche versprechen. Die gut verteilten Baumgruppen stützen diesen Eindruck, wenngleich ihre Realisierbarkeit auf der Tiefgarage in der dargestellten Üppigkeit bezweifelt wird. Die Qualität der befahrbaren Flächen für die Feuerwehr sollte bei Verfolgung des Entwurfskonzeptes überprüft werden.

    Der Zugang der beiden Baukörper erfolgt über sehr großzügige Foyer- und Flurzonen im EG und die innenliegende große Kernzonen. Über diese werden bis zu 8 Wohneinheiten erschlossen, die in ihren Typologien abwechslungsreich und ansprechend ausgebildet sind. Die Baukörper bieten die Möglichkeit für individuelle Grundrisse mit Ausrichtung in alle Himmelsrichtungen. Die Anordnung von rein nordorientierten Wohnungen wird kritisiert. In Ergänzung zu den gut funktionierenden Grundrissen werden private Freiflächen über Balkone angeboten.

    Die Entwurfsverfasser zeigen eine dem Anspruch der Aufgabe entsprechende, ablesbare Fassadengestaltung, die jedoch in ihrer Materialität und Farbgebung überprüft werden sollte. Die Ausbildung zweier Untergeschosse wird als kritisch eingestuft. Insbesondere die Tiefgarage im 2. UG dürfte zu technisch aufwendigen Lösungen und erhöhten Betriebskosten führen.

    Insgesamt ist der Entwurf als eine interessante Lösung mit Potenzial einzustufen. Eine Optimierung im Bereich der Wirtschaftlichkeit und Flächeneffizienz wird als erstrebenswert erachtet.