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  • DE-90471 Nürnberg
  • 04/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-147143)

Neubau der Bertolt-Brecht-Schule und einer Grundschule mit Hort


  • Anerkennung Bertolt-Brecht-Schule

    Modell, © SMAQ / 100Landschaftsarchitektur

    Architekten
    SMAQ, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Andreas Quednau , Sabine Müller

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: 100Landschaftsarchitektur, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAU

    Mit den neuen Schulgebäuden und Schuleinrichtungen werden die Ränder von Langwasser-Nordost neu gefasst und der Freiraum im Inneren des Quartiers geordnet. Die Achse der Großen Straße wird in den leicht verspringenden Lineaturen der Gebäudevolumen der Bertolt-Brecht-Schule und Wegelinien der öffentlichen Durchwegung aufgefangen und setzt sich so über das Entree der Bertolt-Brecht-Schule, den „Sport-Platz“ bis auf die zentrale Freifläche ins Quartier fort.

    Im Inneren des Quartiers bilden die einzelnen Sportanlagen einen offenen Sportpark, dessen Freiraumelemente und Wegeführung sich mit der weiten, heterogenen Struktur von Langwasser-Nordost netzartig verbinden. Die Schul- und Sporteinrichtungen sind durch ein internes Grünsystem, insbesondere in Form des „Sportboulevards“, miteinander verknüpft. Das System dient auch der öffentlichen Nutzung und fügt sich in den vorhandenen, feinmaschigen Netzcharakter der Wegeverbindungen des Quartiers ein.

    Die Gebäudekanten der Grundschule mit Hort und der 2-fach Sporthalle stärken die Wegeführung im Inneren des Ensembles - entlang des „Sportboulevards“, einer der Wege, der die Schüler von der U-Bahnstation Langwasser Nord zum Schulzentrum Bertolt-Brecht-Schule führt.

    Die begleitenden Baumlineaturen unterstützen und fördern den sammelnden Charakter der zentralen Freifläche von Langwasser-Nordost, die als parkartiger Grünraum in Folge weiter ausgebaut werden sollte. Zusammen mit dem „Sport-Platz” südlich der neuen Bertolt-Brecht-Schule wird dieser zum neuen Verteiler in der „internen“ Freiraumstruktur des Quartiers.


    GEBÄUDEKONZEPTION

    Das Gebäude der Bertolt-Brecht-Schule setzt sich aus vier, einander berührenden Gebäudekörpern zusammen. Ein fünfter Baukörper, der „Freispieler“, bildet mit der „Viererkette“ ein Raumkanten und Freiräume formulierendes Ensemble. Die leicht variierenden Gebäudehöhen (durchschnittlich dreigeschossig) verleihen dem Ensemble eine topographische Qualität. Die Freiflächen gliedern sich funktional und atmosphärisch: adressgebender Entrée-Vorplatz an der Karl-Schönleben-Straße, drei Schulhofbereiche und drei gestalterisch differenzierte Patioräume.

    Die Gebäudekörper und Freiräume spiegeln das Raumprogramm und die Nutzungszusammenhänge innerhalb der Bertolt-Brecht-Schule wieder. Die vier Gebäudekörper bilden identifizierbare Einheiten, die die unterschiedlichen Programmgruppen aufnehmen: drei von ihnen die Klassenräume – 1. die Cluster Unterstufe und Ganztagsbetreuung, 2. die Lerndepartemente, die nur von der Oberstufe genutzt werden und 3. die Lerndepartemente, die sowohl von Ober- und Unterstufe genutzt werden. Das am Haupteingang liegende Gebäude der Viererkette nimmt neben der Mensa und den Gymnastikräumen die Räume der Verwaltung und des pädagogischen Personals auf. Die gestapelten 3-fach und 4-fach Sporthallen bilden den „Freispieler“ des Ensembles, der am Eingang zeichenhaft und einsehbar den Sportschwerpunkt der Schule repräsentiert. Über die Zuordnung von Geschossen zu einzelnen Lerndepartementen sind die beiden durch die Oberstufe genutzten Gebäudekörper weiter ausdifferenziert. Mit der klaren Zuordnung von Gebäuden und Geschossen zu den Benutzergruppen wird ein hohes Identifikationspotential mit den jeweiligen einzelnen Bereichen der Schule geschaffen.

    Die „durchgesteckte“ Pausenhalle bildet mit angegliederter Mensa, Musiksaal und Mehrzweckräumen sowie der Schülerbibliothek und dem Lern- und Studierzentrum die kommunikative Mitte des Schulgebäudes und verbindet alle Gebäudekörper und Außenräume. An ihren beiden Enden liegen die Zugänge in das Schulgebäude. Die Halle öffnet sich in abwechslungsreicher Raumfolge seitlich zu den Freiräumen: Spiel- und Bewegungshof für den Ganztagsbetrieb, Hof für die Unterstufe, Hof für die Ober- und Mittelstufe.

    Die in der äußeren Erscheinung des Ensembles angestrebte visuelle Leichtigkeit soll durch eine Gebäudehülle aus transparenten und transluzenten Flächen erreicht werden, die das Stahlbetonskelett der einzelnen Gebäudekörper umspielt. Die Fassadenaufteilung unterstützt die landschaftliche Horizontalität des Gebäudeensembles. Durch die Tiefenwirkung des Fassadenaufbaus erhält das Gebäude eine unbeschwerte, unschwere Ausstrahlung.


    FREIRAUMPLANUNG

    Die (überwiegend) öffentlich zugängliche Freiraumstruktur des Sportparks ist vor allem durch die Geometrien und Sprachlichkeit der Sporteinrichtungen geprägt. Die Gebäudekomposition der Schulgebäude und Turnhallen wird räumlich durch Ballfangzäune unterstützt, die als prägnante Volumetrien verstanden werden.

    Breite, offene Wegeflächen, kleine Plätze und ein Reihe hoher Lichtmasten formen in Nord-Südrichtung einen Sportboulevard. Dieser verbindet sich mit der vorhandenen, prägnanten Baumallee südlich des großen Sportplatzes. Auch unter der Allee werden die Wegeflächen aufgeweitet und bilden so in Ergänzung mit Baumreihen zwischen neuer Bertolt-Brecht-Schule und der zentralen Freifläche ein strukturierendes, lineares Leitelement im Freiraumsystem von Langwasser-Nordost.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Den Verfassern gelingt es durch die Anordnung von fünf gegeneinander versetzten Kuben, in geschickter Weise das Baufeld entsprechend der funktionalen Anforderungen der Bertolt‐Brecht‐Schule zu gliedern. Es entstehen hierbei gut nutzbare und gut proportionierte Außenräume unterschiedlicher Qualitäten; auf die Emissionen der Karl‐Schönleben‐Straße wird hierbei allerdings nur bedingt Rücksicht genommen. Die Große Straße endet an einem zentralen Eingangshof, durch einen leichten Versatz aus deren Achse wird die Bedeutung der Großen Straße nicht überhöht, eine explizite Antwort durch planerische Mittel wird vermieden.

    Der Hauptzugang zur Schule liegt östlich des Eingangshofs, um den die wichtigsten Funktionen zentrale Pausenhalle, Mensa und Hauptzugang zur 3‐ und 4‐fach Turnhalle funktional richtig angeordnet sind. Die zentrale, längs gerichtete zweigeschossige Pausenhalle verknüpft die entsprechend ihrer Funktion gut geordneten Baukörper und die Innenhöfe.


INFO-BOX

Angelegt am 15.04.2014, 11:28
Zuletzt aktualisiert 07.05.2014, 10:51
Beitrags-ID 4-83609
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