Deutsche Botschaft Tokio, Neubau Kanzleigebäude
Architekten
Mitarbeit
Auszeichnung Büro- und Verwaltungsbauten
Objekt:
Deutsche Botschaft Tokio, Neubau Kanzleigebäude
Verfasser:
Armin Günster, Daniel Berger
Auszeichnung sonstige Bauten
Objekt:
Ein Haus auf der Wiese
Verfasser:
Jan Kliebe Peter Röcker, Martina Schlude, Karin Schmid-Arnold, Erwin Klose
Erläuterungstext
Deutsche Botschaft Tokio
Neubau Kanzleigebäude
Nähe durch Distanz - mit der Auflösung des scheinbaren Widerspruchs dieses Begriffspaares versucht das Kanzleigebäude der Deutschen Botschaft Tokio bei aller gebotenen Zurückhaltung dem Gastland Japan gegenüber dennoch selbstbewusst und sicher die ihm zugedachte Rolle als Vermittler und Überbringer bundesrepublikanischer Werte und Gedanken zu erfüllen.
Die angestrebte Offenheit des Kanzleigebäudes findet ihre Fortsetzung in der Grundrissorganisation im Inneren. Eine zentrale Halle im Zentrum der Geschosse schafft die erforderlichen Kommunikationsbereiche für die einzelnen Dienste und Referate. Die bis in die Eingangsebene reichende Lichthalle führt Tageslicht in den zentralen Bereich. Das Foyer und der Veranstaltungsraum im Eingangsgeschoss können zusammengeschlossen und dadurch zu einem Veranstaltungsbereich genutzt werden. Der Konsularbereich mit eigenem Zugang gekoppelt mit dem Hauptzugang und Pforte verdeutlicht auf besondere Weise das Bestreben nach Offenheit und Benutzerfreundlichkeit.
Im Bereich der Fassade nimmt die Fassadenkonstruktion den notwendigen außenliegenden Sonnenschutz auf, der mittels Steuerung auf die verschiedenen Witterungsbedingungen reagiert. Der räumliche Abschluss erfolgt mit großflächigen Verglasungen in Aluminiumrahmenelementen und Fensterelementen.
Das Gestaltungs- und Farbkonzept orientiert sich an den verwendeten Materialien. Sichtbare Betonoberflächen, Natursteinbeläge in öffentlichen Bereichen, strukturierte Metallflächen in den repräsentativen Bereichen und Türen sowie das kühle Grün der Verglasungen zeigen die natürlichen Eigenheiten der verwendeten Materialien und werden nicht durch zusätzliche Beschichtungen verborgen.
Ein Haus auf der Wiese
Grundstück und Gebäude hätten sich nicht besser ergänzen können. Wie ein übergroßes Möbel haben die Architekten den zweigeschossigen Schulbau mitten auf die grüne Wiese gesetzt. Der großzügige Abstand zu den Nachbarn erhöht seine Wirkung zusätzlich. Entsprechend nähert man sich vom über hundert Meter entfernten Schultor mit großer Neugier darüber, wie der hallenartige Charakter des flachen Gebäudes als Schule wohl funktionieren kann. Klassenfenster und Eingangsportal sind auf den ersten Blick jedenfalls nicht erkennbar. Stattdessen bestimmt ein breiter, weit zurückgesetzter Einschnitt mit raumhoher Verglasung die Fassade. Auffällig ist der Einblick in das darüber sichtbar gelassene, 1,20m hohe Dachtragwerk, das die Architekten als „Gigabox“ bezeichnen. Die Sichtachsen vom Vorhof durch die Halle in einen Innenhof macht schnell deutlich, dass es sich hier nicht – wie vielleicht zu vermuten wäre – um ein kompaktes Gebäude handelt, sondern um eine U- förmige Anlage, die im Riegel der gläsernen Aula einen repräsentativen Abschluss findet.
Zwanzig Klassenräume, zehn Fachklassen und die Verwaltung lassen sich in dieser einfachen Grundform klar organisieren. Die Räume, in denen sich Schüler und Lehrer am längsten aufhalten, sind nach Südosten beziehungsweise Südwesten mit Blick in die Landschaft orientiert. Werkstätten, Fachklassen, Nebenräume und die Treppe bilden die Basis des zweibündig angelegten „U“. Das Bild des Möbels bekommt eine zusätzliche Bedeutung durch die dreiseitig umlaufenden, raumhohen Klappläden aus hochwertiger Douglasie. Wie Geheimfächer lassen sich die doppelflügeligen Läden öffnen und schließen. Sie werden je nach Bedarf manuell bedient und mit Hilfe von kräftigen Sturmhaken arretiert. Im geöffneten Zustand – was meist der Fall ist – geben sie den flächigen, nur durch Reihung immergleicher Fensterformate strukturierten Fassadenseiten eine überraschende Tiefenwirkung. ...
Beurteilung durch das Preisgericht
Liegt nicht vor.