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  • DE-39218 Pömmelte‐Zackmünde
  • 05/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-172903)

Touristische Erschließung der Kreisgrabenanlage


  • Teilnahme

    Perspektive Steg, © DÄRR LANDSCHAFTSARCHITEKTEN

    Landschaftsarchitekten
    DÄRR LANDSCHAFTSARCHITEKTEN, Halle/Saale (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Franziska Krüger

    Erläuterungstext
    Leitidee

    Die Kreisgrabenanlage von Pömmelte-Zackmünde zeichnet sich durch ihre Einzigartigkeit auf dem europäischen Festland aus. Es handelt sich um einen bedeutsamen archäologischen Fund, der mit den Henge Monuments vergleichbar ist und aus diesem Grund der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Um der außerordentlichen Bedeutung der Kultstätte gerecht zu werden und eine andere Perspektive auf die Anlage zu ermöglichen, soll eine langgestreckte, die Kreisgrabenanlage umschließende Aussichtsplattform entstehen. Ziel unseres Entwurfes ist es, keine bauliche Konkurrenz zu der Kreisgrabenanlage zu schaffen. Aus diesem Grund wurde eine umspannende Bogenform entwickelt, die der Kreisgrabenanlage einen Rahmen, ein „Rückgrat“ gibt, jedoch sich baulich aufgrund der Weite und des Abstandes nicht in den Vordergrund drängt.
    Der bereits geplante Parkplatz wurde südwestlich mit einer baumüberstandenen Platzfläche als Treff- Aufenthalts- und Ruhepunkt erweitert. Beginnend von der Alternativ-Route des Elberadweges schwingt sich das Wegeband zunächst bodengleich, später aufgeständert um die Anlage. Es wächst aus der Ackerfläche heraus, weitet sich und erreicht im Achspunkt der Kreisgrabenanlage Schönebeck den Höchstpunkt von drei Metern. Sitzstufen laden zum Verweilen und genießen der Weitsicht ein und geben einen Überblick über die Gesamtanlage. Dieser Perspektivwechsel wird aufgrund seiner barrierefreien Ausbildung auch für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen erlebbar und ermöglicht ständig neue spannende Einblicke. Die Aufständerung unterstützt einen schonenden Umgang mit dem archäologischen Denkmal. Auch die angedachte, spätere Komplettierung mit den gefundenen Wohnhäusern ist möglich, ohne dass der Entwurf hinsichtlich Funktionalität und Gestalt gestört wird. In der Achse steht der acht Meter hohe Aussichtsturm mit Abstand zur Bogenkonstruktion und schafft nicht nur eine erhöhte Aufsicht, sondern ermöglicht auch die Blickbeziehung zur Kreisgrabenanlage Schönebeck. Der Turm bildet sich als schlanke Stahlkonstruktion ab, auf der eine Aussichtsplattform von 35 m² schwebt. Umschlossen ist der Turm von einem Stahlnetz, welches den Sicherheitsbestimmungen gerecht wird, dem Turm jedoch Transparenz und Leichtigkeit verleiht. Vom Turm ausgehend, ergeben sich verschiedene Wegemöglichkeiten. Der Bogenform folgend, eröffnet sich der Haupteingang zur Kreisgrabenanlage.


    Konstruktion

    Im Mittelpunkt der Überlegungen zur Konstruktion und baulichen Umsetzung standen neben der Einhaltung des knapp bemessenen Budgets und der einfachen, bauliche Umsetzung vor Ort, die Leichtigkeit der Konstruktion und die Qualität der Oberflächen. Daher wurde von vornherein eine komplette Herstellung aus Fertigteilen angestrebt. Angedacht ist die Verwendung eines Systems aus Filigran-Decken und Filigran- Wandplatten. Diese Halbfertigteilplatten mit seitlichen Aufkantungen, werden mit Beton und einer Gussasphaltauflage komplettiert. 2,50 m breite und damit gut transportierbare Elemente werden auf Unterzüge abgesetzt. Diese liegen wiederum aller 15 m auf 25 cm dicken Kammerwänden auf. Die Verwendung von Fertigteilfundamenten ermöglicht eine genaue und schnelle Montage vor Ort mit einem reduzierten Umfang an Erdarbeiten. Durch das Auskragen der Lauffläche und einer dreiprozentigen Neigung nach Innen entsteht eine sehr leicht wirkende Konstruktion, welche die Anlage umspielt. Nur die Verwendung der Fertigteile garantiert die notwendige Kostensicherheit gepaart mit einer hohen Qualität der Oberflächen.

    Im Zentrum des Turmes bildet ein Stahlrohr, im Durchmesser 1,20 m und 10 mm dicker Wandung, gefüllt mit Beton und entsprechender Anschlussbewehrung das konstruktive und statische Grundgerüst, welches auf einem den Untergrundverhältnissen entsprechenden Fundament steht. Auskragende Stufen werden an angeschweißte Stahllaschen montiert. Ein weitmaschiges Stahlnetz wird unter der Plattform abgehängt und an den Außenseiten der Stufen fixiert. Die aufgesetzte Plattform besteht ebenfalls aus einem System aus Filigran-Decken.

    Informationssystem

    Der Ort weist einerseits eine hohe Informationsdichte und andererseits eine Vielzahl von baulichen Einzelelementen auf. Um die Situation der Rekonstruktion nicht zu verunklären und die Klarheit der neuen Gestaltungssprache nicht zu stören, wurden die Erklärungen zum Objekt in die bauliche Anlage integriert. Informationsbänder legen sich in die außenliegende Brüstung sowie als Intarsien in den Bodenbereich. Letztere lassen sich durch die das Objekt umspannende Wegeführung als Orientierungslinien ausrichten. Im Bereich der Betonstützen finden sich einzelne Tafeln, welche weitergehende Informationen vermitteln. So wird der Besucher bewusst durch die Kreisgrabenanlage geleitet. Ziel ist eine Begehung des Ensembles von Außen nach Innen entsprechend dem Aufbau einer historischen Kultstätte.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 01.07.2014, 11:10
Zuletzt aktualisiert 02.07.2014, 14:39
Beitrags-ID 4-87174
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