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  • DE-12105 Berlin
  • 11/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-187176)

Wohnungsneubau an der Gartenstadt Falkenberg


  • ein 2. Preis

    2. Preis Wohnungsneubau an der Gartenstadt Falkenberg, Blatt 1, © ROBERTNEUN™ Architekten GmbH, Berlin 2014

    Architekten
    ROBERTNEUN™, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Nils Buschmann , Tom Friedrich

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Atelier LOIDL, Berlin (DE)
    Bauingenieure: Building Applications Ingenieure Kasche Lußky Dr. Krühne, Berlin (DE)

    Preisgeld
    8.500 EUR

    Erläuterungstext
    Kontext
    Der Kontext ist die Gartenstadt Falkenberg von Bruno Taut und Ludwig Lesser, sowie deren kultureller Kontext mit u.a. dem Werk von Heinrich Tessenow.

    Die Gartenstadt Falkenberg bildet aus architektonischen und landschaftlichen Elementen auf allen Maßstabsebenen ein ikonografisches und organisches Ganzes im Sinne der Gartenstadtidee.
    Diese Idee basiert auf der präzisen Formulierung der Übergänge zwischen öffentlich und privat, zwischen innen und aussen, zwischen Architektur und Garten.

    Der Garten prägt den öffentlichen Raum. Das Wohnen wird in den Garten und in die Nachbarschaft erweitert.
    Leben mit Gärten und Nachbarschaft.


    Weiterbauen
    Da wir keinerlei Interesse an den heutigen kontextlosen Neubauarealen haben und das Modell der Gartenstadt die Lebensbedürfnisse von Wohnen mit Garten und Nachbarschaft idealtypisch beantwortet, sehen wir keine Alternative zu dem Konzept des Weiterbauens.
    Das Weiterbauen ist der Versuch einer evolutionären Weiterentwicklung des vorgefundenen kulturellen Erbes, um die Siedlungserweiterung mit den vorhandenen Bereichen zu einer zusammenhängenden Gartenstadt zu verweben, ohne dass die Autonomie der jeweiligen Bereiche in Frage gestellt wird.

    Dieses Vorgehen ist nicht Imitation, nicht Nachbauen, sondern das Anwenden von Prinzipien, Bauteilen, Vegetationen, Qualitäten. Wir beziehen uns hierbei direkt und analog auf die Vorbilder Bruno Taut, Heinrich Tessenow und Ludwig Lesser.


    Freiraum
    Die zusammenhängende Gartenstadt wird durch ein städtebauliches Geflecht der Freiräume erzielt, wobei die Freiräume maximal möglich privat deklariert werden.
    Öffentliche Freiräume jenseits der erforderlichen Erschließungsflächen werden an den Rändern des Projektbereiches ergänzend zum Landschaftspark definiert, sie gewährleisten die eindeutige Lesbarkeit der Siedlungsbereiche und verbinden durch ihre öffentlichen und alltäglichen Nutzungsmöglichkeiten.
    Dieser gemeinsame Landschaftsraum repräsentiert die Gartenstadtidee und integriert die Siedlungszu- und -übergänge landschaftlich.

    Quartierplatz
    Der geforderte Parkplatz wird zum Quartierplatz erweitert. Er liegt zwischen den 3 Siedlungsbereichen als Zentrum, fängt den räumlichen Bezug aus dem Gartenstadtweg landschaftlich auf und leitet entlang der Bestandsbäume weiter in den Landschaftspark.
    Die Bestandsbäume werden analog ergänzt, vor allem in der Sichtachse aus dem Gartenstadtweg werden punktuell modellierte Wiesenhügel positioniert, die die Fahrzeuge verdecken.
    Die Baukörper D und C orientieren sich klar am Platz, vor den Gebäuden bleibt eine Fläche frei von Stellplätzen um potentielle Aneignungen wie Flohmarkt, Spielen, genossenschaftliche Veranstaltungen, etc. zu ermöglichen.
    Die Erdgeschosse der angrenzenden Haustypen D mit ihren vorgelagerten Pergolas können bei Bedarf gewerblich genutzt werden.

    Festwiese in Gehölzkulisse
    In Anlehnung an den Poloplatz Frohnau von Ludwig Lesser, wird in der Gehölzkulisse der Böschung im Bereich E ein klarer geometrischer Landschaftsraum als Fest-, Spiel- und Sportwiese eingeschnitten.
    Sie bietet in ihrer Großmaßstäblichkeit sonst nicht vorhandene Nutzungsmöglichkeiten.
    Eine baumgefasster Raum, Bäume wie Gebautes, eine leichte Absenkung bettet die Fläche ein, am Rand Holzbänke unter den auskragenden Ästen, ein Weg führt herum, informelle Sport- und Spielmöglichkeiten. Alljährliches Siedlungsfest, alltägliches Kicken, Frühsport, Drachensteigen, spielen.
    Die Festwiese ist Empfangsort von der B96 kommend, Allee- Endpunkt und Teil der Landschaftsraumabfolge Allee - Festwiese -Quartiersplatz.

    Um die Festwiese als organischen Teil der Gartenstadt zu formulieren und ihr Freiraumpotential überhaupt nutzbar zu machen, verschieben wir die Strassen geringfügig. Die Festwiese rückt näher an die Siedlung heran, bezieht sich in ihrer Ausrichtung und Lage eindeutig auf die Bebauung, die Strassen zwischen Quartierplatz und Gartenallee mit dazwischenliegender Festwiese verbinden sich deutlicher, bilden eine klarere Siedlungsgrenze und vermeiden die bisherigen Resträume.

    Zufahrt B96
    Die Zufahrt der B96 interpretieren wir eher als Funktion, nicht als städtebauliche Qualität.
    Eine steil ansteigende Strasse durch einen dicht bewachsenen waldartigen Baumstreifen, die Böschungen mit Farn bewachsen. Am oberen Ende der Böschung weitet sich der Raum, links die baumgefasste Festwiese, rechts die Gartenallee, geradeaus die großen Bäume des Quartiersplatzes.

    Zugang S- Bahn
    Von der S- Bahnstation kommend erfolgt eine ähnliche Dramaturgie. Durch den Wald mit Farn bewachsene Böschungen gelangt man auf dem die Siedlungsgärten umfassenden öffentlichen Weg, unter dem letzten Haus A taucht der Weg durch auf die Allee, rechts die Siedlungsgärten und gegenüber als Auftakt zum Landschaftspark der erste Pocketpark, an den direkt die Aussenfläche der Kita angrenzt.
    Sowohl hier als auch hinter Haus A sind Fahrradstellplätze angesiedelt. Morgens mit dem Fahrrad durch den Landschaftspark die Kinder zur Kita bringen, dann zu Fuß zur S- Bahn ins Zentrum. Abends zurück.

    Gartenallee mit Siedlungsgärten
    Südlich der Gartenallee liegen die Hausgärten (je Haus ein Garten) und nördlich die Privatgärten der Erdgeschosswohnungen der Gebäude A. Entlang der südlichen Hausgärten führen die Gartenwege zu den am Landschaftspark liegenden Nachbarschaftsspielflächen, zu den Pocketparks.
    Die Gartenallee wird durch regelmäßige Bepflanzung mit Schnurbäumen (Sophora japonica) geprägt, die Bäume überdecken die darunter angeordneten Stellplätze und markieren über grössere Abstände die Hauseingänge (Feuerwehr- Aufstellflächen zur Anleiterung).
    Die Allee verbindet die o.g. Festwiese mit den Siedlungsgärten am südlichen Ende.

    Siedlungsgärten
    Den Abschluss der Gartenallee bilden die Siedlungsgärten des Gebäudes A. Die Allee mündet mit einem Wendehammer im Zentrum der Mietergärten, einem kleinen Gerätehaus mit der Funktion als Nachbarschaftstreff. Die großen Bestandsbäume rahmen diesen Rasenplatz und bilden den Übergang zu den angrenzenden Gartenparzellen. Großzügige Gartenbereiche werden von Holzzäunen gefasst und bilden schmale Durchgänge zu den Hauptwegen. Pro Gartenparzelle wird aus Selbstversorgeransätzen ein Obstbaum gepflanzt ansonsten werden jedoch keine gestalterischen Vorgaben gemacht, um ein klares Statement abzugeben, dass es sich bei den Mietergärten nicht um eine Schrebergartenanlage handelt.

    Angerhöfe
    Die Anordnung und Gruppierung der Gebäude C bildet klar ablesbare, öffentliche Räume in ihrem Zentrum, die Angerhöfe. Von der Gartenallee bzw. vom Quartiersplatz werden die Anger von Norden erschlossen und mit einem hydraulisch gebundenen Belag befestigt. In den Höfen weitet sich die befahrbare Fläche auf und bietet ausreichend Stellplätze für die Anwohner. Unter dem Baumdach der roten Ahornbäume (Acer rubrum) befinden sich neben den Stellplätzen auch die halböffentlichen Vorzonen der Gebäude, die durch die Anwohner gemeinschaftlich genutzt werden können. Von hier leiten die vorgesetzten Treppen auf die Privatterrassen und zu den Hauseingängen.
    Die Hausgärten werden als zusammenhängende, gemeinschaftliche Fläche für die Bewohner der Gebäude C angelegt und jeweils mit einem großkronigen Hausbaum versehen. Über die Holzterrassen gelangen die Anwohner in ihren Garten bzw. kann der Garten auch über kleine Treppen von den Gartenwegen oder den Kleinkinderspielplätzen erreicht werden.

    Hausgärten
    Die Hausgärten südlich der Gartenallee sind als Gemeinschaftsgärten zu verstehen. Sie sind eindeutig dem Gebäude A zugeordnet und können von den Bewohnern eines Hauses gemeinsam gestaltet und angeeignet werden. Diese Gärten sind jeweils mit einem kleinen Geräteschuppen ausgestattet, von einem niedrigen Holzzaun mit Sitzkante eingefriedet und bieten den Anwohnern genügend Raum zum Sähen, Pflanzen, Jäten und Ernten.

    Privatgärten
    Jeder Wohneinheit wird ein separater Privatgarten, als Erweiterung des Wohnraumes nach außen, hinzugefügt. Terrassenbereiche, vor oder hinter dem Haus, formulieren den Übergang in den Garten und bieten Platz zum Sitzen. Zur Trennung der Gärten untereinander sehen wir Hecken vor, zur Abgrenzung an den öffentlichen Raum Pergolen oder raumbildende Elemente wie Sitzbänke. Auch hier wird in jedem Garten ein privater Obstbaum gepflanzt.
    Die Privatgärten sind auf ein Maximum an Größe angelegt, entsprechend der Gartenstadtsiedlung. Jedes Grün, welches eindeutig einem Anwohner zugeordnet wird, wird üppig und vielfältig sein.

    Gartenwege
    In einem klaren, orthogonalen Raster werden Gartenwege vorgesehen, welche die neue Siedlung in Nord-Süd-Richtung mit dem angrenzenden Landschaftspark verknüpfen und in Ost-West-Richtung den Quartiersplatz von jedem Siedlungsbereich zugänglich machen. Die Wege sind aus Rasen gestaltet und knüpfen somit an die gestalterischen Mittel Lessers an. Die Nord-Süd-Wege werden aufgrund ihrer bedeutenden Verknüpfungsfunktion mit einem mittig liegenden Streifen aus wassergebundener Wegedecke ergänzt.


    Architektur
    In Anlehnung an den Kontext und als Antwort auf das genossenschaftliche Vermietungsziel schlagen wir eine sehr einfache Bauweise aus tragenden einschaligen und verputzten Aussenwänden (s. Erläuterungsbericht Technik) vor, die ihrer jeweiligen städtebaulichen Lage spezifische aussenraumhaltige Schwellenkonstruktionen erhalten.
    So erhält jedes Gebäude, jede Wohnung einen Aussenraum, der den Übergang von innen nach aussen formuliert und zugleich den öffentlichen Raum mit seinen Schwellen- und Gartenräumen unterschiedlich prägt.

    Die Typen werden so gereiht, dass eine Erkennbarkeit des einzelnen Bausteins möglich und eine Kleinteiligkeit erhalten bleibt. Die Giebelseiten der Gebäude werden als städtebauliche und öffentliche Elemente verwendet, um keine Konflikte zwischen öffentlich und privat zu erzeugen. Sie erhalten Rankgerüste, die bewachsen.


    Die Siedlung gliedert sich in vier Bereiche, in denen die Typologien spezifisch und synergetisch zu den Freiräumen entwickelt sind:

    A – Erkerhäuser an der Allee
    5 Vollgeschosse mit Keller (Technikräume und Mieterkeller A, D)
    1 – 6 Zimmer- Wohnungen

    Der Typus A antwortet auf seine Umgebung mit zwei sehr unterschiedlichen Seiten.
    Gen Norden bilden Bäder, Küchen und Erschliessungen eine Raumschiene. Die Küche liegt an einem grossen Fenster zum Wald hin und öffnet sich zu einer Flurzone über die sie sich mit den Aufenthaltsräumen gen Süden verbinden kann.
    Alle Aufenthaltsräume liegen gen Süden, einer davon ist der Erkerraum, der die gesamte Wohnung als zentraler Raum gliedert und mehrere Orientierungsrichtungen erlaubt.
    Die Erker gliedern die Baukörper und rythmisieren die Allee vertikal gemeinsam mit den Bäumen.

    Das Erkerhaus ist ein Dreispänner, um auch kleinste Wohnungen zu ermöglichen.
    Durch schaltbare Zimmer in den Mittelachsen lassen sich Wohnungen von 1 – 6 Zimmern realisieren.
    Städtebaulich werden 2 Typen a einer Erschliessung zu einem Baukörper zusammengefasst und versetzt gereiht.

    Die Wohnungen im Erdgeschoss nutzen die Zwischenzone zum Gehsteig als Privatgarten.

    B – Laubenhäuser am Landschaftspark
    2 Vollgeschosse (+ Erweiterbarkeit Staffelgeschoss)
    4,5 Zimmer- Wohnungen

    Die Laubenhäuser sind zweigeschossige Reihenhäuser. Sie liegen zwischen Landschaftspark und Angerhof, von dem sie über einen kleinen Privatgarten erschlosssen werden.
    Zum Angerhof erhält das Reihenhaus einen Küchenerker mit davorliegendem Kräutergarten und Stellplatz, zum Landschaftspark am Wohnraum eine Gartenlaube als aussenliegenden Rückzugsort mit davorliegendem Garten.
    Das Erdgeschoss verbindet diese beiden Aussenbezüge als zusammenhängender Lebensraum mit Küche und Wohnen, gegliedert durch die zentrale Treppe ins Obergeschoss, das maximal 3 Zimmer und das Bad aufnimmt.
    Durch einen Dachaufbau ist das Reihenhaus um weitere 30,00qm erweiterbar.

    Die Kleinteiligkeit der Schwellenkonstruktionen, sowie die leichte Dachneigung lassen das Einzelhaus erkennbar bleiben.

    C – Verandahäuser an Angerhöfen
    3 Vollgeschosse mit Keller (Technikräume und Mieterkeller B, C)
    1,5 – 4,5 Zimmer- Wohnungen

    Der Typus C liegt jeweils zwischen Angerhof und Hausgarten, zu dem er jeweils eine Veranda erhält. Breite Westverandas, schmalere Ostverandas. Alle Verandahäuser sind Ost- West- orientiert.
    Erschlossen werden sie über die Angerhöfe.
    Der Typus ist bestimmt durch einen durchorientierten Wohn- und Küchenraum über den die Wohnungen von der Veranda erschlossen werden (s. Erschliessungsvarianten).
    Angrenzend können Zimmer zugeschaltet werden. Dadurch bietet das Verandahaus sowohl den tiefen durchorientierten Raum zwischen den beiden Verandas, als auch eine Raumabfolge an der Veranda entlang.

    Um alle Wohnungen durchzuorientieren und Ihnen beide Aussenraumqualitäten zu ermöglichen, ist der Typus ein Zweispänner.
    Durch die Schaltbarkeit der Zimmer zwischen den durchgesteckten Haupträumen können Wohnungsgrössen von 1,5 – 4,5 Zimmern gebildet werden.

    D – Pergolahäuser am Quartierplatz und an der Allee
    4 Vollgeschosse
    3,5 Zimmer- Maisonettewohnungen

    Die Pergolahäuser sind gestapelte Maisonettewohnungen. Die erdgebundene erhält den Privatgarten, die obere einen zweigeschossigen Dachgarten. Die jeweils untere Etage bietet in einem durchorientierten Raum Küche und Wohnen, in den oberen Geschossen liegen Bad und Zimmer.
    Die Pergolas bilden zu den öffentlichen Räumen hin den Übergang zwischen Innen und Aussen, der Wohnen und Gewerbe möglich macht.

    Die Baukörper verspringen so zueinander, dass sie zu allen Bereichen hin Gartenstadträume bilden.
    Am Quartierplatz bildet eine Reihe von 3 Gebäuden, der mittlere zurückspringend, eine Raumkante, zur Gartenallee hin, begrenzen die Giebelseiten gleichförmig die dreieckigen Hausgärten A und rythmisieren ähnlich des Typus A die Gartenallee und südlich begrenzt der Typus D ebenfalls die Angerhöfe.


    Gestaltung (Farbe)
    Die atmosphärische Identität der Siedlungserweiterung wird aus den Gärten und Freiräumen mit ihren verschiedenen Pflanzen- und Oberflächenarten, sowie den Gebäuden mit ihren aussenraumhaltigen Fassaden als Übergangsräumen gebildet.

    Diese raumhaltigen Fassaden, also die Erker-, Veranda-, Lauben- und Pergolakonstruktionen, werden eingefärbt, werden die Farbträger vor den einfachen hellgrau verputzten Gebäuden. Diese Konstruktionen sind lineare feingliedrige Konstruktionen, so dass ein Ornamentnetz aus farbigen Linien entsteht.
    Sie sind das Wesentliche, das charakterbildende der Gartenstadt, der Übergang zwischen Innen und Aussen und erhalten dementsprechend das besondere, das Farbige. Die Schwellenräume spezifizieren die Typen, was durch die Farbgebung unterstützt wird.

    Wir verwenden die Farbe an den Gebäuden raumspezifisch und in diesen Räumen korrespondierend mit den gewählten Pflanzenarten, so dass ein Farbspektrum aus Architektur und Landschaft, ein organisches Ganzes gebildet wird.
    Es entsteht ein ganzheitliches Farbkonzept aus Gebäude- und Vegetations- Elementen (der Schnurbaum an der Allee, mit seinen gelb- grünen Blättern und Blüten wird ergänzt durch die gelb- grünen Erkerkonstruktionen, der rote Ahornbaum mit seinen rot-orangenen Blättern und gelb-rotem Herbstlaub in den Angerhöfen wird ergänzt durch die rot- orangenen Verandakonstruktionen und die rot- gelben Küchenvorbauten der Reihenhäuser, etc.).

    Der Aussenraum verschmilzt mit dem Gebäude, der Innenraum erweitert sich in den Aussenraum und das Farbige starhlt zurück in den Innenraum. Die Innenräume verbinden sich mit den Freiräumen und deren Farbigkeit.

    Die Farbe wird also raum- und nicht objektspezifisch verwendet (s. Onkel Tom´s Hütte von Bruno Taut), d.h. dass einzelne Gebäude zu verschiedenen Freiräumen hin, verschiedene Farben erhalten, z.B. erhalten die Fassaden Typus C zum Anger hin eine Farbgruppe (rot-orange) und zu den Hausgärten eine andere Farbgruppe (grün).
    Da z.B. am Angerhof die gleichen Farbgruppen an den beiden begrenzenden Fassaden orange- rot morgens im Ost- und abends im Westlicht liegen, verändert sich die Farbstimmung täglich wie auch das Farbspektrum jahreszeitlich durch die Verfärbungen der Pflanzen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Beurteilung des Preisgerichts:
    "Ausgehend von einer feinfühlig und differenzierten historischen Analyse der Gartenstadt Falkenberg wird eine neue städtebauliche Haltung und in den Gebäuden eine Neuinterpretation der Gartenstadt vorgeschlagen. ... Die vier Gebäudetypen – Erkerhaus, Lauben-, Pergolen- und Verandahaus interpretieren auf verschiedene Weise die Gartenstadt, jeweils geprägt durch vertikale Außenräume. ... Die Formulierung der wohnungsnahen Freiräume, wie die Siedlungsgärten, Angerhöfe, Nachbarschaftsgarten, die Erschließungsräume, Besucherparkplatz und die Festwiese überzeugen die Jury und bilden einen wichtigen Anker für eine ganzheitliche Wirkung des Quartiers. Im Übergangsbereich zum Weltkulturerbe überzeugt der Entwurf insbesondere auf der freiraumplanerischen Ebene mit der Kulissenpflanzung, weniger auf der städtebaulich architektonischen Seite. ... Insgesamt bildet der Entwurf einen wichtigen Beitrag zum Wettbewerb, der insbesondere aufgrund seiner Verzahnung von Architektur und Außenräumen ausgezeichnet wird, als Gesamtkonzept jedoch als zu ambitioniert und in den Gebäudetypen zu differenziert für den spezifischen Ort (Welterbe) bewertet wird."