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  • DE-81549 München
  • 12/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-174991)

Neubau einer studentischen Wohnanlage an der Chiemgaustraße


  • 2. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: m8 architekten, München (DE)
    Akustikplaner: Akustik Süd GbR, München (DE)
    Modellbauer: PETER GÖTZ | sehen + verstehen, München (DE)

    Preisgeld
    15.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf sieht einen gut proportionierten Wohnriegel entlang der Chiemgaustraße als Lärmschutzelement vor. Der Riegel erfüllt die Anforderung in diesem Sinne gut. Die Distanz zur Straße ist ausreichend bemessen und die Orientierung der Wohnungen zur Straße ist so gewählt, dass zum einen eine Belichtung von Süden und zum anderen eine Belüftung der Wohnräume über einen offenen Laubengang von Norden möglich werden.

    Sowohl die torartig ausgebildete Verwaltungszone im Erdgeschoss als auch der südlich vom Wohnriegel angeordnete Sportplatz werden in ihrer Signalwirkung zur Chiemgaustraße hin grundsätzlich positiv gesehen. Allerdings wird der Sportplatz aufgrund seiner Lage auf der schall- und imissionszugewandten Seite der Bebauung kontrovers diskutiert. Der Verlust an weiteren Bestandsbäumen wird ebenfalls negativ gesehen.

    Durch die im Norden anschließenden 16 punktförmigen Studentenhäuser wird das Geviert bis zur Weißenseestraße gegliedert. Es werden sechs, von Ost nach West verlaufende Bänder vorgeschlagen, die jedem Wohnhaus einen Garten und Platzraum zuordnen. Die hierdurch angeregte aktive Teilhabe der Bewohner an ihrem direkten stadträumlichen Umfeld wird positiv bewertet. Das um 70 cm angehobene Erdgeschoss schafft einen angemessenen Abstand, zu den unmittelbar angrenzenden öffentlichen Bereichen. Jedoch ist in diesem Zusammenhang negativ bewertet worden, dass die Barrierefreiheit der Häuser nur über Aufzüge möglich ist.

    Die Krippe am nördlichen Rand des Planungsgebiets wirkt in ihrer Erscheinung zufällig und ist nicht in das ansonsten strenge formale Konzept eingebunden. Die Orientierung und Zuordnung der Außenräume ist unzureichend gelöst.
    Die Tiefgaragen könnten kompakter geplant und mit ihrer Zufahrt präziser in das Umfeld eingefügt werden.

    Die einzelnen Häuser sind gut proportioniert und wirken in ihrer Einfachheit angemessen für das Studentische Wohnen. Die raumhohen Fenster lassen eine gute Wohnqualität erwarten. Des Weiteren wird hierdurch der Bezug zum direkten Umfeld unterstrichen und die Kommunikation innerhalb der studentischen Gemeinschaft gefördert. Die Wohnräume funktionieren gut, auch wenn es wünschenswert wäre, die einzelnen Raumzonen detaillierter zu entwickeln (z.B. wie wird der Eingangsbereich gestaltet, wie das Ankommen in der Wohnung oder wie könnten gezielt entwickelte Möbel die Vielfalt der Raumnutzung besser unterstützen). Hier wirkt die Arbeit etwas einfallslos.

    Der Erschließungsgang ist zu schmal und der notwendige Fluchttreppenraum ist in diesem räumlichen Umfeld nicht zu realisieren. Das bei den massiven Außenwänden verwendete WDVS wird kritisch gesehen. Es entspricht in seiner Haltbarkeit und Nachhaltigkeit nicht den erwarteten qualitativen Anforderungen.

    Die konzeptionelle Idee der Außenraumgliederung durch punktförmige Häuser, Gärten und Plätze, die zu Bändern zusammengefasst sind, wird positiv bewertet. Allerdings bedarf es in Teilbereichen einer Bepflanzung durch den Bauherrn, da die zu erwartenden Aktivitäten der Studenten im Außenraum, je nach Belegung der Häuser, sicher sehr unterschiedlich ausfallen. Im Besonderen müssen hier die Bepflanzungen zum Straßenraum hin betrachtet werden, da aufgrund der formalen Struktur der Anlage diese Ränder zunächst einmal undefiniert erscheinen. Kritisch wird gesehen, dass so gut wie kein Baumbestand erhalten werden kann, zumal die Zwischenräume der Häuser von größeren Bäumen frei bleiben müssen, um die Anleiterung durch die Feuerwehr zu ermöglichen.

    Die einfach strukturierten Baukörper lassen eine wirtschaftliche Umsetzung erwarten. Die vorgeschlagenen Bauabschnitte sind gut umsetzbar.