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  • DE-50259 Pulheim-Brauweiler
  • Realisiertes Projekt

Seniorenzentrum St. Nikolaus Brauweiler


Projektbeschreibung:
Städtebauliche Einbindung

In unmittelbarer Nähe der historischen Abtei Brauweiler findet sich das neue Seniorenzentrum des Caritasverbandes für den Rhein-Erft-Kreis. Es bietet Platz für 79 Bewohner und weitere 15 Plätze in einer Tagespflegeeinrichtung.

Mit dem Neubau besteht nicht nur die Möglichkeit, innenstadt- und zentrumsnah ein modernes und konzeptionell zukunftsweisendes Haus anzubieten. Es bietet sich vielmehr die Chance, auf dem von der namensgebenden Kirchengemeinde St.... +
Städtebauliche Einbindung

In unmittelbarer Nähe der historischen Abtei Brauweiler findet sich das neue Seniorenzentrum des Caritasverbandes für den Rhein-Erft-Kreis. Es bietet Platz für 79 Bewohner und weitere 15 Plätze in einer Tagespflegeeinrichtung.

Mit dem Neubau besteht nicht nur die Möglichkeit, innenstadt- und zentrumsnah ein modernes und konzeptionell zukunftsweisendes Haus anzubieten. Es bietet sich vielmehr die Chance, auf dem von der namensgebenden Kirchengemeinde St. Nikolaus zur Verfügung gestellten Grundstück eine dritte Nutzung neben dem vorhandenen Kindergarten und dem Gemeindehaus zu etablieren.

Die vorhandenen Solitärgebäude werden durch den Neubau zu einer städtebaulichen und funktionalen Einheit verbunden. Als Bindeglied zwischen den beiden Bestandsgebäuden steht der Neubau von den angrenzenden Straßen aus in „zweiter Reihe“. Daher kommt der Ausbildung einer gemeinsamen Mitte und einer räumlichen Inszenierung der bereits vorhandenen Fuß- und Radwegeverbindung zwischen Kaiser-Otto-Straße und Friedhofsweg besondere Bedeutung zu. Dies löst der kreuzförmige Baukörper auf selbstverständliche Weise.

Die vier Flügel des dreigeschossigen Flachbaus fassen definierte Freibereiche: Zum Gemeindehaus und Kindergarten hin entstehen entlang der neuen Wegeverbindung zwei durch Baukörper und Baumreihen gefasste Plätze, an die der Eingangsbaukörper angrenzt.

Gemeindehaus und Altenpflegeheim bilden das Gegenüber des „großen Vorplatzes“. Freigehalten von Begrünung und klar gefasst durch flankierende Baumreihen bildet er die städtische Adresse, die auch für einrichtungsübergreifende Veranstaltungen wie Gemeindefeste und Grillabende genutzt werden kann. Sitzstufen am Gemeindehaus und eine große hölzerne und nachts beleuchtete Sitzbank als Platzmöbel laden zum Verweilen ein. Die direkt angrenzende Cafeteria des Hauses nutzt die Platzränder als großzügige Terrasse.

Der „kleine Vorplatz“ zwischen Altenpflegeheim und Kindergarten ist der Gelenkpunkt zwischen bestehenden und neuen Wegen auf dem Grundstück. Hier sitzt man unter Bäumen. Eine wassergebundene Decke bildet den Kontrast zu den harten Materialien des großen Vorplatzes. Im Neubau orientieren sich die Balkone der Gemeinschaftsbereiche in den Obergeschossen hierher, zur Westsonne.

Zur der Wegeverbindung abgewandten Seite entsteht im Südosten der Garten des Altenpflegeheims, der anders als die verbleibenden Grünflächen der Anlage einen privaten Charakter aufweist und dementengerecht gestaltet ist. Neben großer Terrasse mit Kräutergarten und raumbildenden Hecken lädt eine Laube zum Verweilen ein.

Im Nordosten findet sich die Anlieferung.

Während das Grundstück von beiden angrenzenden Straßen aus begehbar bleibt, ist der Fahrverkehr und Anlieferung von der Kaiser-Otto-Straße aus vorgesehen. Eine Vorfahrt für Krankenwagen und Taxen ist am großzügigen Vorplatz möglich, im Regelfall wird jedoch der vorhandene Parkplatz direkt von der Straße bzw. die Anlieferung vom nordöstlichen Zuweg aus angefahren. Zusammen mit den Stellplätzen am Kindergarten und weiteren neu angelegten im Norden des Grundstücks stehen 38 Stellplätze zur Verfügung.


Äußere Gestaltung und Erschließung

Der Neubau lehnt sich an die Bauformen und die Materialität der direkten Umgebung –Flachdach und Ziegel - an. Zur Gliederung des Bauvolumens sind die einzelnen Flügel durch Glasfugen voneinander abgesetzt; durch aufgesetzte Flugdächer erhält der Baukörper eine Höhenstaffelung und wirkt leichter. Die Fassadengliederung spiegelt wohltuend die dahinterliegende Nutzung. Großzügig dimensionierte Fenster, individuell verstellbarer außenliegender Sonnenschutz- Kennzeichen einer Wohnbebauung.

Während die übrigen Gebäudeflügel aus Kostengründen nur im Erdgeschoss einen Sockel im Werkstoff Ziegel erhalten, ist der Kopfbau am zentralen Vorplatz dreigeschossig mit einer Verblendung ausgeführt. Auch die beidseitigen Flugdächer, die aufgeglaste und eingerückte Fassade im Erdgeschoss betonen seine städtebaulich besondere Lage. In der Glasfuge zum Nordflügel liegt der Eingang.


Innere Erschließung

Die direkt dahinter liegende zentrale Eingangshalle wird zweiseitig belichtet und verfügt darüber hinaus über eine große Lichtkuppel, deren Zenitlicht durch den räumlich inszenierten offenen Treppen- und Luftraum bis ins Erdgeschoss fällt. Entsprechend der Grundrissform laufen hier alle Wege zusammen. Auch hier laden Sitzgruppen zum Verweilen und Beobachten ein. Die Urbanität dieser Gemeinschaftsbereiche steht dabei im direkten und anregenden Kontrast zur Privatsphäre der einzelnen Wohngemeinschaften im Haus.

Neben der Rezeption und direkt angrenzenden funktionsübergreifenden Räumlichkeiten –Stadtteilcafeteria mit Raum der Stille, Therapieräume, Verwaltungsbereich- liegen an der zentralen Halle in allen Geschossen auch zusätzliche, von den Hausgemeinschaften und Wohngruppen unabhängige Aufenthalts- und Freibereiche der Bewohner.


Hausgemeinschaften – das Nutzungskonzept

Die Konzeption des Hauses auf Basis des „Hausgemeinschaftsmodells“ bietet in den beiden Obergeschossen sechs Wohngemeinschaften mit 2 x 10 und 4 x 12 Bewohnern. Zusätzlich befindet sich im Erdgeschoss eine weitere Hausgemeinschaft mit 11 Plätzen sowie eine Tagespflegeeinrichtung mit 15 Plätzen.

Anders als im herkömmlichen „Wohngruppenmodell“ werden damit kleinere Gruppen angeboten, die alle über einen eigenen Wohn- und Essbereich und eine eigene Küche verfügen. Die Bewohner speisen in den Wohngemeinschaften und bereiten auch einzelne Komponenten ihrer Mahlzeiten selbst zu.

Dieses Haus-im-Haus- Konzept und die enge nachbarschaftliche Vernetzung stärkt die Identifikation mit der eigenen Hausgemeinschaft und setzt das Wunschbild eines unterstützten, aber selbstbestimmten Lebens in Stadt und Gemeinde konsequent um.

Zur Grundversorgung verfügt das Haus über eine eigene Frischküche, die auch das ins Gebäude integrierte Quartierscafe bedient. Deren Gastraum ist gleichzeitig Multifunktionsraum des Seniorenzentrums.
Der angrenzende Raum der Stille kann durch eine mobile Trennwand jederzeit ganz bzw. anteilig zugeschaltet werden, so dass Hausmessen ebenso möglich sind wie Theateraufführungen mit einem eigenen Bühnenraum.


Gestaltung der Innenräume

Der Gestaltung der Innenräume kommt in einer Altenpflegeeinrichtung mit teilweise dementen oder nicht orientierten Bewohnern besondere Bedeutung zu. Die einfache Orientierung über die Zentrale Halle mit den hier immer wieder zusammenlaufenden Wege spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Individualität der einzelnen Hausgemeinschaften als „Zuhause“ des einzelnen Bewohners.

Daher unterscheiden sich die Aufenthaltsbereiche sowohl in Ihrer Grundrissform als auch in den Leitfarben. So besitzt das Gebäude sowohl einen blauen als auch einen gelben und grünen Flügel; Die Farbe findet sich dabei sowohl als großformatiger Anstrich an raumbildenden Bauteilen und Wandscheiben als auch in den Vorhangstoffen wieder.

Unterstützt wird diese Farbwahl stringentes Materialkonzept für alle Tischlerarbeiten und loses Mobiliar mit weißen und beigegrauen Dekoren in Kombination mit nussfarbenem Holztönen und braunem Kunstleder.

Neben Farbe als Wiedererkennungsmerkmal wurden in Zusammenarbeit mit dem Träger Baummotive für die einzelnen
Wohngemeinschaften gewählt, die im Wegeleitsystem und in der Bebilderung Verwendung finden. Auch die unterschiedlichen Farben der Türblätter stehen stellvertretend für diese im ganzen Haus vorhandenen „Orientierungshilfen“.

Auch das Beleuchtungskonzept wurde maßgeblich durch die Architekten entwickelt. Neben dem besonderen Augenmerk auf ausreichende Beleuchtungsstärken für Senioren von 225-300 lux verlangten die dem konventionellen Wohnungsbau entlehnten Geschosshöhen nach dem gezielten Einsatz indirekter Beleuchtung zur Deckenaufhellung.

In den Fluren und Aufenthaltsbereichen kommen daher frei angeordnete Aufbauleuchten unterschiedlichen Durchmessers mit direktem und indirektem Lichtanteil zum Einsatz.

Trotz eines engen Beleuchtungsbudgets konnten zudem in der Cafeteria großformatige kreisrunde Lichtdecken realisiert werden, die diesem Raum ähnlich der zentralen Halle ein angenehmes Zenitlicht geben und mit ihrem Maßstabssprung raumbildend und gliedernd wirken.

Bauzeit : 2009 - 2011
Baukosten: ca. 8.050.000 € brutto
Flächen: ca. 4.420 m² NF
Leistungsphasen lt. HOAI: 1-9

Bauherr:
Caritasverband für den Rhein-Erft-Kreis e.V., 50354 Hürth

Generalplanung Architektur, Tragwerksplanung, Innenraumgestaltung und Beleuchtungskonzept:
Füchtenkord Architekten, Hauptstraße 113, 40764 Langenfeld

Fachplanung Heizung-Lüftung-Sanitär-Klima:
IB Weisweiler, Johann-Sebastian-Bach-Straße 4, 50171 Kerpen
Fachplanung Elektro:
IB Zocha, Gut Haanhof, 53572 Unkel-Bruchhausen
Freianlagenplanung:
Bimberg Landschaftsarchitekten, Gut Lenninghausen, 58640 Iserlohn -


  • Projektbeteiligte

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  • Projektdaten

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    Baubeginn 02/2010
    Fertigstellung 09/2011
    Gebäudetyp Wohnheime für Senioren, Altenheime, Residenzen (Neubau)
    Projektgröße
    Brutto-Grundfläche (BGF) 5.250 m2
    Projektkosten
    Baukosten (gesamt) 8.050.000 EUR
    Projektadresse Kaiser-Otto-Straße 39b
    DE-50259 Pulheim-Brauweiler
  • Karte

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  • Gewährleistung

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INFO-BOX

veröffentlicht am 19.12.2008
Zuletzt aktualisiert 07.12.2011
Projekt-ID 14913
Seitenaufrufe 3593

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