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  • DE-70176 Stuttgart
  • Realisiertes Projekt

Dienstleistungszentrum für das Klinikum Stuttgart


Projektbeschreibung:
DATEN

Beauftragung: 08/2007
Baubeginn: 04/2008
Baufertigstellung: 04/2009
Bruttorauminhalt: 31.157 m³
Nutzfläche: 8.673 m²
Leistungsphasen: § 15 HOAI 2-5; z.T. 6-8
Baukosten: 7.630.000 EUR
Gesamtkosten: 9.830.000 EUR

STÄDTEBAU

Die städtebauliche Konzeption verfolgt zwei zentrale Ziele:
Zum einen wird mit dem Neubau die bestehende, markante, fächerartige Struktur aus vier schlanken und langen, hangparallelen Baukörpern zwischen Smaragdweg und Sattlerstraße wiederhergestellt, die seit den... +
DATEN

Beauftragung: 08/2007
Baubeginn: 04/2008
Baufertigstellung: 04/2009
Bruttorauminhalt: 31.157 m³
Nutzfläche: 8.673 m²
Leistungsphasen: § 15 HOAI 2-5; z.T. 6-8
Baukosten: 7.630.000 EUR
Gesamtkosten: 9.830.000 EUR

STÄDTEBAU

Die städtebauliche Konzeption verfolgt zwei zentrale Ziele:
Zum einen wird mit dem Neubau die bestehende, markante, fächerartige Struktur aus vier schlanken und langen, hangparallelen Baukörpern zwischen Smaragdweg und Sattlerstraße wiederhergestellt, die seit den 1960-er Jahren den Ort prägt.
Zum zweiten findet die geplante Freiraumachse vom Stadtgarten durch das gesamte Klinikum-Areal einen angemessenen und einprägsamen Endpunkt. Nicht nur ein "Kopf" an der Ecke zur Seestraße sondern die dem Klinikum zugewandte Fassade als Ganzes bildet diesen Endpunkt.

Die spannungsvolle Figur des neuen Verwaltungsgebäudes resultiert sowohl aus äußeren, städtebaulichen Einflussfaktoren, als auch aus Anforderungen an die innenräumliche Qualität und Funktionalität.
Das Gebäude folgt dem Verlauf der Sattlerstraße und akzentuiert deren Richtungsänderung durch einen charakteristischen Knick. Die vollkommen transparente Eingangsfassade ist noch stärker nach innen geknickt und orientiert sich in ihrer Ausrichtung an der Hauptachse des Klinikums. Sie steht exakt senkrecht zu der geplanten Freiraumachse. Foyer und Veranstaltungsbereich als einzig "öffentliche" Teile der Nutzung sind hier angeordnet und zeigen eine adäquate Präsenz nach außen. Der Einzug der Eingangsfassade führt vom Vorplatz auf das zurück gesetzte Entree und schafft einen überdachten Vorbereich. Das Gebäude verjüngt sich den Enden zu, sodass die Stirnseiten schlank und elegant wirken.

Der Baumbestand auf dem gesamten Grundstück wird weitgehend erhalten und durch Neupflanzungen ergänzt. Die oberirdischen Stellplätze sind unauffällig auf dem hinteren, nordwestlichen Teil des Grundstücks angeordnet. Die Zufahrt zum Parkplatz und zur Tiefgarage erfolgt vom Diamantenweg im Westen.

BAUKÖRPER & FUNKTION

Die äußere Gestaltung thematisiert die Übergangssituation des Orts zwischen Wohnbebauung im Norden und Klinikum im Süden. Vom Klinikum gesehen gibt sich das Gebäude mit seinen geschosshohen Metall-Glasfassaden ganz als Teil des Gesamtensembles zu erkennen. Zwei Loggien an den Gebäudeenden setzen besondere Akzente. Zum Diamantenweg, zum Topasweg und zur Seestraße hin nimmt sich der Neubau formal sehr stark zurück. Hier passt er sich der Architektursprache der umgebenden Wohnbebauung an und zeigt einfache Lochfassaden. Der subtile Reiz dieser Fassaden liegt im geschossweisen Versatz der Öffnungen und in den die Ecken umgreifenden Fenstern. Größe und Proportion der "Löcher" lässt die Büronutzung erahnen. Der dichte Baumbestand verdeckt den direkten Blick auf die Fassade und bildet einen natürlichen Filter zur Wohnbebauung am Topasweg.

Vom Vorplatz gelangen die Besucher in ein großzügiges, lichtdurchflutetes Foyer, in dem nach Bedarf eine der Größe des Gebäudes angemessene Empfangs- und Informationstheke angeordnet werden kann. Der daran angrenzende Veranstaltungsbereich ist so angeordnet, dass auch größere Veranstaltungen mit bis zu 250 Sitzplätzen durchgeführt werden können, ohne den Betrieb des Verwaltungsgebäudes zu beeinträchtigen. Die Räumlichkeiten bilden gleichzeitig einen abgeschlossenen Bereich, der auch außerhalb der Bürozeiten unabhängig nutzbar ist. Der gesamte Veranstaltungsbereich ist in drei Räume unterschiedlicher Größe teilbar und stellt so eine optimale Ergänzung der Besprechungsräume auf den Bürogeschossen dar.

Die einzelnen Funktionseinheiten der Büronutzung sind so auf die Geschosse verteilt, dass in der Regel jede Abteilung ein Geschoss oder einen der beiden Flügel eines Geschosses belegt:

Im Hochparterre ist das Servicecenter Versorgung und Technik angeordnet, das Servicecenter Finanzen und Patientenservice belegt Ebene 1, das Servicecenter Personal und Ausbildung Ebene 2, Ebene 3 teilen sich die Servicecenter Organisation und Informationstechnik und im obersten Geschoss befinden sich neben der Geschäftleitung die Abteilungen Controlling und Unternehmenskoordination.

Die Bürogeschosse sind sehr klar und übersichtlich strukturiert und bieten ein Maximum an Flexibilität. Tragende Wände und Stützen außerhalb der Kerne und zentrale Technikeinrichtungen sind auf ein Minimum reduziert. Somit können die Räumlichkeiten auf einfachste Weise den sich ändernde Anforderungen angepasst werden. Die Vertikalerschließung erfolgt über zwei Treppenhäuser mit jeweils einem Aufzug. Die Erschließungsflure weiten sich zu drei attraktiven Kommunikationszonen, die auf der der Stadt und dem Klinikum zugewandten Seite angeordnet sind. Im Zusammenspiel mit den Oberlichtbändern in den Flurtrennwänden und mit der sich zum Mittelpunkt hin weitenden und geknickten Grundrissgeometrie entstehen außergewöhnlich helle und attraktive Flurzonen. Trotz der Länge des Baukörpers wirken die einzelnen Teilbereiche der Flure angenehm kleinteilig und kurz.

ENERGETISCH-ÖKOLOGISCHES KONZEPT

Das Gebäude ist als Niedrigenergiehaus geplant, dessen Primärenergiebedarf 20% unter den Anforderungen der EnEV liegt. Das energetische Konzept bezieht vor allem Komponenten des baulichen Wärmeschutzes ein, die wirtschaftlich realisierbar und effektiv sind. Neben einer sehr guten Wärmedämmung ist dies vor allem die Nutzung der Geothermie in Verbindung mit einer Betonkernaktivierung zur Erwärmung und Kühlung. Die Gliederung der Fassade in transparente und geschlossene Elemente berücksichtigt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Außenbezug, natürlicher Belichtung und Reduzierung solarer Lasten. Für die Toiletten ist eine Grauwassernutzung vorgesehen.

MATERIAL-UND FARBKONZEPT

Das Ziel, ein vornehm-zurückhaltendes Gebäude zu schaffen, wird durch die ruhige, einfache Detailsprache unterstützt. Der Nutzung angemessen sind sowohl im Außen- wie auch im Innenbereich hochwertige, langlebige und robuste Materialien vorgesehen. Bei der Farbgestaltung dominieren neben natürlichen Materialfarben Weiß- und Grautöne. Die farbliche Gestaltung der Fassade zur Sattlerstraße mit einem Spektrum unterschiedlicher Grüntöne setzt einen zeitgemäß frischen Akzent. Dieser findet sein Äquivalent im Innenbereich in der Farbgebung der nördlichen Flurwände, bei der auch einzelne Wandsegmente in unterschiedlichen Grüntönen gegeneinander abgesetzt sind.

SONST

Zeichnungen: © Arge Glück und Partner & Schädler & Zwerger Architekten GmbH
Mitarbeit Planung bei Schädler & Zwerger: Martina Laue, Jochen Richt

PRESSE

http://www.klinikum-stuttgart.de/leistungsspektrum/leistungen-im-ueberblick/dienstleistungszentrum.html

Stuttgarter Amtsblatt · Nr. 23 · 4. Juni 2009 · S.32 -



INFO-BOX

veröffentlicht am 22.06.2009
Zuletzt aktualisiert 26.01.2014
Projekt-ID 5-18747
Seitenaufrufe 1906

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