Dirk Jan Postel, Kraaijvanger . Urbis
Das Museum Dordrecht beheimatet eine der bedeutendsten Sammlungen alter Niederländischer Meister, mit Schwerpunkt auf Maler der Stadt Dordrecht, sowie Albert Cuyp, Arie Scheffer und der Brüder Van Strij. Das Gebäude war ursprünglich eine Nervenheilanstalt und wurde 1904 in ein Museum umgewandelt. Die ständige Ausstellung konnte dort nur unzureichend gezeigt werden und musste auch immer wieder Platz machen für temporäre Ausstellungen. Auch waren die...
Dirk Jan Postel, Kraaijvanger . Urbis
Das Museum Dordrecht beheimatet eine der bedeutendsten Sammlungen alter Niederländischer Meister, mit Schwerpunkt auf Maler der Stadt Dordrecht, sowie Albert Cuyp, Arie Scheffer und der Brüder Van Strij. Das Gebäude war ursprünglich eine Nervenheilanstalt und wurde 1904 in ein Museum umgewandelt. Die ständige Ausstellung konnte dort nur unzureichend gezeigt werden und musste auch immer wieder Platz machen für temporäre Ausstellungen. Auch waren die klimatischen Verhältnisse schlecht. Das Gebäude wurde restauriert und um einen zusätzlichen Flügel für Wechselausstellungen erweitert.
Ein gutes Museum zeichnet sich aus durch eine kontinuierliche Besucherdurchwegung. Die klassische Enfilade ist hervorragend geeignet für die chronologische Abfolge der verschiedenen Ausstellungsräume. Der Neubau ist mit der Enfilade an mehreren Stellen verbunden, sodass mehrere Rundgänge entstehen. Der arglose Besucher wird dadurch immer wieder überrascht.
Neben der festen Ausstellung existiert eine weitere wichtige Sequenz: Café – Foyer – Hörsaal. Sie bildet eine Querachse zwischen Neubau und Nordflügel. Der Neubau bietet auf den Geschossen maximalen Raum und Flexibilität für die temporären Ausstellungen.
Ein neuer Weg führt von der Museumsstraat direkt zu dem Platz vor dem ursprünglichen Eingang, wodurch man optimalen Gebrauch des prächtigen Gartens macht und einen günstigen Startpunkt des Rundgangs aus der Mitte heraus kreiert. Direkt von der Museumsstraat aus besteht ein ‘Bypass’ und bietet Zugang bei besonderen Anlässe und Abendveranstaltungen. Von wesentlicher Bedeutung für den kontinuierlichen Rundgang ist eine Abfolge neuer, erkennbarer Treppen.
Bei der Konzeption des Neubaus steht der funktionell bedingte Wunsch nach einer geschlossenen Box gegenüber der architektonischen Einsicht kein geschlossenes, massives Volumen in den jetzigen Innenhof setzen zu wollen. Diesem Wiederspruch wurde begegnet, indem das Volumen auf eine Konstruktion, getragen durch die Wänden des zurückliegenden Atriums gestellt wurde und dadurch der Eindruck eines scheinbar schwebenden Körpers erzielt wurde. Die Anbau löst seine Masse im Erdgeschoss auf, was innerhalb der geschlossenen Wand an der Veste städtbaulich sehr wohltuend wirkt.
Die Erweiterung wurde nicht direkt an den Bestand gefügt, sodass dieser in seiner Gesamtheit sichtbar bleibt.
Die Gebäudeinstallationen sind im Neubau aufgenommen, wodurch ein Ungleichgewicht der Volumen drohte. Dem hingegenwirkend wurde der Neubau mit der Idee einer ‘Tarnkappe’ entworfen, kohärent, allerdings mit wegdetailliert einzelnen Flächen. In dieser aus einzelnen Oberflächen bestehenden ‘Haut’ sind auch die Lüftungsgitter unauffällig aufgnommen. Der Neubau besitz an der Veste ein Fenster mit einer Nische für das Museumsbanner. Ein gläserne Laubengang auf Erdgeschossniveau erlaubt dem Besucher über eine Anzahl wohl dosierter Wandöffnungen einen Schritt nach ausserhalb der Gebäudemauern zu machen, wodurch der Garten optimal belebt wird.