Der im Wettbewerbsverfahren prämierte Entwurf des Berliner Tor Centers ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit der städtebaulichen Situation.
Unter Berücksichtigung der umgebenden Bebauung entwickelt sich zunächst eine niedrige Struktur, die als Sockelbebauung im Westen den Blockrand schließt und im Osten als aufgeständerte Ringbebauung den Maßstab des baulichen Umfeldes aufnimmt. Zwei neue Hochhausscheiben wachsen aus dieser Sockelbebauung heraus, werden dem bereits als...
Der im Wettbewerbsverfahren prämierte Entwurf des Berliner Tor Centers ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit der städtebaulichen Situation.
Unter Berücksichtigung der umgebenden Bebauung entwickelt sich zunächst eine niedrige Struktur, die als Sockelbebauung im Westen den Blockrand schließt und im Osten als aufgeständerte Ringbebauung den Maßstab des baulichen Umfeldes aufnimmt. Zwei neue Hochhausscheiben wachsen aus dieser Sockelbebauung heraus, werden dem bereits als „Stadtmarke“ bekannten, sanierten Hochhaus respektvoll zur Seite gestellt und bilden gemeinsam ein spannungsreiches, städtisches Ensemble. Die Hochhäuser nehmen als Triade den Bezug zu den vorhandenen Dominanten im Stadtraum auf, sind weithin in der Stadtsilhouette sichtbar und bilden einen markanten Punkt an der von Osten in die Stadt führenden Verkehrsachse zum Hauptbahnhof und Rathausmarkt.
Durch die Aufständerung der Ringbebauung im östlichen Teil gelingt es, eine öffentliche Durchwegung anzubieten, die die fußläufige Anbindung in alle Richtungen gewährleistet. Dadurch wird der Gebäudekomplex von der Umgebung angenommen und als Bestandteil des Viertels akzeptiert und durch die öffentlichen Nutzungsangebote der locker eingestellten Pavillonbauten noch gesteigert. Der durch die Ringbebauung entstehende Hof bildet das öffentliche Foyer des Ensembles.
Durch die farblich differenzierte Gestaltung der Fassaden mit Folienstreifen - wobei jede Volumenkante eine Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Farben bildet - erhalten die neuen Baukörper ihre Identität und bieten ein Orientierungsmerkmal in der Stadt. Neben den Gebäudevolumen werden auch die Fassadenflächen zueinander in Beziehung gesetzt. Es entsteht ein Spiel mit der Wahrnehmung, das durch die gegenseitige Reflexion der Fassadenflächen erhöht wird. Ausgewählte Farbstreifen sind hinterleuchtet und verbreiten nachts Präsenz.
Das Bestreben, beim Hochhausbau optimalen Sonnenschutz bei jedem Wetter und zu jeder Himmelsrichtung zu gewährleisten, führt, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, zur Planung einer zweischaligen Fassadenkonstruktion, die verschiedene Anforderungen in bauphysikalischer Hinsicht optimal bewältigen kann.
Der Wohnungsbau des Ensembles, der seine markante Ausprägung durch die Ausdrehung der Gebäudeecke im westlichen Gebäudeteil erhält, steht mit seiner grün eingefärbten Sichtbetonfassade in einem spannungsreichen Kontrast zur umgebenden kristallinen Büroarchitektur, ebenso die eingeschossigen Pavillons, die ihren Charakter, neben ihrer eigenwilligen Kubatur, durch die Fassadenverkleidung aus Echtholzfurnierplatten erhalten.
Die unterschiedlichen, baulichen Strukturen des Gebäudekomplexes entsprechen somit seiner heterogenen Nutzung aus Büro, Wohnen und Gewerbe.