Ausstellungsgärten zur Bestattungskulturen der Weltreligionen
Die Ausstellung für Grabgestaltung befindet sich auf einem ehemaligen, alten Gartengrundstück. Der schöne Baumbestand verleiht dem Ort eine verwunschene Stimmung. Ein Rundweg windet sich zwischen den Bäumen und verbindet die einzelnen Gärten.
Das wiederkehrende Thema aller Landesgartenschauen wird diesmal neu interpretiert. Ausgestellt werden die Bestattungskulturen der fünf großen Weltreligionen. Aus der Fülle an religiösen...
Ausstellungsgärten zur Bestattungskulturen der Weltreligionen
Die Ausstellung für Grabgestaltung befindet sich auf einem ehemaligen, alten Gartengrundstück. Der schöne Baumbestand verleiht dem Ort eine verwunschene Stimmung. Ein Rundweg windet sich zwischen den Bäumen und verbindet die einzelnen Gärten.
Das wiederkehrende Thema aller Landesgartenschauen wird diesmal neu interpretiert. Ausgestellt werden die Bestattungskulturen der fünf großen Weltreligionen. Aus der Fülle an religiösen Bräuchen und Ritualen wird je eine Besonderheit ausgewählt und in überhöhter oder verdichteter Form präsentiert. Es handelt sich dabei nicht um einen Friedhof in Miniatur sondern vielmehr um eine konzeptuelle Auseinandersetzung mit den Friedhofskulturen. Die Gärten sollen Neugierde und Faszination wecken. Großer Wert wurde darauf gelegt, dass die Gärten auch ohne die inhaltlichen Referenzen als sinnliche und erlebbare Objekte funktionieren.
HINDUISMUS
Nach hinduistischem Glauben muss das Ewige eines Menschen, das Atman, nach dem Tod herausgelöst und freigegeben werden. Dies geschieht durch die rituelle Verbrennung des Leichnams auf Holzstößen. Am dritten Tage nach der Verbrennung wird die Asche des Verstorbenen im Ganges oder im Meer beigesetzt.
Eine weiß schimmernde Skulptur aus Holz in einer spiegelnden Wasserfläche gestaltet die hinduistische Tradition der Feuerbestattung und den nahen Zusammenhang zum Wasser.
JUDENTUM
Bei jedem Grabbesuch ist es üblich, statt Blumen einen Kieselstein auf den Grabstein zu legen. Dies macht die jüdischen Friedhöfe zu steinernen Orten. Die Gräber sollten möglichst in Richtung Jerusalem ausgerichtet werden.
Ein steinerner Garten mit Boden und Platten aus hellem Beton stellt diese jüdische Bestattungstradition dar. Die Platten liegen gedreht im Verhältnis zum Garten um in Richtung Jerusalem zu zeigen. Der Richtungswechsel wird durch das Relief der Betonoberfläche betont. Die Rillen sind durch die Schuhsohlen des Besuchers spürbar und erzeugen eine sinnliche Wahrnehmung des Gartens. In Vertiefungen der Grabplatten können die Besucher Kieselsteine legen.
BUDDHISMUS
In der buddhistischen Tradition wird der Körper eines Verstorbenen meist verbrannt. Seine Asche wird in einer Urne aufbewahrt und schließlich in einem Familiengrab beigesetzt. Auf alten Friedhöfen sieht man noch die ehemals verbreiteten Grabsteine in Gorinto-Form. Diese leiten sich von den so genannten Stupas, den Grabmonumenten des Buddha ab, und stellen die fünf Elemente, aus denen sich das gesamte Universum zusammensetzt, dar: Wind, Feuer, Wasser und Erde.
Im Ausstellungsgarten der buddhistischen Bestattungstradition stehen Gorinto-Figuren auf einer pagodenförmigen Pyramide. Die rostfarbenen Stahlkanten und Kiesbeläge leiten den Gedanken zu der in Buddhismus heiligen Farbe orange.
ISLAM
Es ist im Islam religiös ausdrücklich untersagt, übermäßige Ausgaben für die Gräber zu machen. Grabfelder in Muslimischen Ländern sind deswegen ruhige und naturnahe Orte, die einer Wiese ähnlich sein können. Über dem Grab wird eine niedrige Erdanhäufung errichtet. Kopf- und Fußende werden mit einem Stein markiert. Eine Grabpflege mit Blumenschmuck hat im Islam keine Tradition. Der Leichnam wird in Tücher gewickelt und im Grab auf die rechte Seite, nach Mekka blickend, gelegt.
Die muslimische Bestattungstradition wurde in einen ruhigen Ausstellungsgarten übersetzt: Ein Feld mit nach Mekka ausgerichteten Rasenwellen.