Die Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord wurde als einer der zentralen Spielorte der Ruhr-Triennale konzipiert. Bauherr und Nutzer wünschten einen kulturell vielfältig nutzbaren, flexibel „bespielbaren“ Veranstaltungsort. Es wurde ein respektvoller Umgang mit der bestehenden Bausubstanz und mit den diesen Ort prägenden Maschinen und Einbauten erwartet. Die „industrielle Patina“ sollte erlebbar und nachvollziehbar bleiben. Die Aufgabenstellung erforderte einen Entwurf, das insgesamt 5...
Die Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord wurde als einer der zentralen Spielorte der Ruhr-Triennale konzipiert. Bauherr und Nutzer wünschten einen kulturell vielfältig nutzbaren, flexibel „bespielbaren“ Veranstaltungsort. Es wurde ein respektvoller Umgang mit der bestehenden Bausubstanz und mit den diesen Ort prägenden Maschinen und Einbauten erwartet. Die „industrielle Patina“ sollte erlebbar und nachvollziehbar bleiben. Die Aufgabenstellung erforderte einen Entwurf, das insgesamt 5 Hallen unterschiedlicher Größe und Höhe zu einem neuen Ganzen zusammenfügt. Unterschiedliche funktionale, technische und raumakustische Vorgaben mussten berücksichtigt und behutsam in den Bestand integriert werden. Im Herzen des Hallenkomplexes befindet sich das Foyer, in dem sich alle Wege aus den angrenzenden 4 Hallen bündeln. Hier sind Kassen, Infocounter und Garderoben verortet.
Die Gebläsehalle ist Teil des Dampfgebläsehauses, einem Gebäudekomplex aus insgesamt 5 Hallen aus der Gründungsphase des Werkes im Jahr 1902. Mit einer Länge 50 von Metern, einer Breite von 12,4 Meter und einer Gesamthöhe von 25 Metern erinnert die Gebläsehalle an eine Basilika. Noch heute befinden sich hier vier Elektroturbogebläse, mit denen Hochofenwind erzeugt wurde, der zur Schmelzung des Roheisens notwendig war. Über den Turbinen wurde ein Betontisch in die Gebläsehalle eingestellt, der die neuen Nutzungen definiert. Unterhalb des Tisches entstand das Maschinenfoyer, auf dem Tisch die flexibel bespielbare Theater- und Kulturnutzung. In der Gebläsehalle können 700 Sitzplätze angeboten werden. Bars und Thekenelemente wurden als schlichte, edle Möbel konzipiert und in die Industriekulisse integriert. Das kraftvolle Lichtkonzept inszeniert die bestehende industriellen Komponenten und Einbauten dieses imposanten Aufführungsorts für Theater, Tanz und Musik.