Übersichtsbild Fassade mit HPL-Platten, Aluminiumfenstern und Profilblechen - Eingang, Verwaltungsbereich, Technikräume (© Brückner - Ingenieure)
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  • DE-07318 Saalfeld
  • Realisiertes Projekt

Neubau 3-zügige offene Ganztagsschule mit Montessoriinhalten


Projektbeschreibung:
Seitens der Stadt Saalfeld wurde im Jahr 2008 ein europaweiter Wettbewerb ausgelobt, um den Neubau einer 3-zügigen Ganztagsschule zu realisieren. Als Standort sollte das Nachbargrundstück der vorhandenen Grundschule im Stadtentwicklungsgebiet „Grüne Mitte“ genutzt werden.
Nach einer eingehenden Analyse der infrastrukturellen und städtebaulichen Gegebenheiten entstand ein Entwurf mit bewegten Baukonturen, der in seinem Grundriss die Form eines Fragezeichens symbolisiert. Die gewählte Schulform... +
Seitens der Stadt Saalfeld wurde im Jahr 2008 ein europaweiter Wettbewerb ausgelobt, um den Neubau einer 3-zügigen Ganztagsschule zu realisieren. Als Standort sollte das Nachbargrundstück der vorhandenen Grundschule im Stadtentwicklungsgebiet „Grüne Mitte“ genutzt werden.
Nach einer eingehenden Analyse der infrastrukturellen und städtebaulichen Gegebenheiten entstand ein Entwurf mit bewegten Baukonturen, der in seinem Grundriss die Form eines Fragezeichens symbolisiert. Die gewählte Schulform ist gestalterisches Synonym dafür, dass in der Schule Fragen des Lernens und Lebens gestellt, aber auch beantwortet werden. Das so entstandene geschwungene Gebäude garantiert die notwendige Originalität zum Erleben und Entdecken und fördert die Identifikation aller Beteiligten mit „ihrer“ Schule. Basierend auf dem Einfluss von Architektur und Farben auf das Lern- und Sozialverhalten der Schüler orientiert sich der Entwurf an den Wünschen und Bedürfnissen von Schülern und Lehrern und prägt das räumliche Konzept durch Transparenz und Offenheit entsprechend den Anforderungen heutiger Lernmethoden.

Einen hohen Stellenwert nahm die Entkopplung des neuen Schulareals von der angrenzenden stark befahrenen Durchgangsstraße ein, um mit der Schaffung einer separaten Busspur die Sicherheit für die Schüler zu erhöhen.
Durch die Nutzung der Topografie des Hanggeländes konnte das Gebäude so eingeordnet werden, dass die äußeren Ansichten die niedrige Bauhöhe der Zweigeschossigkeit nicht überschreiten.

Das Gebäude besteht aus dem 2-geschossigen, straßenseitigen Querriegel, der den niveaufreien Haupteingang mit Foyer, den Technikbereich sowie die Verwaltung im Obergeschoss beinhaltet. Dahinter schließt sich der geschwungene Baukörper an, der im nördlichen Teil ebenfalls 2-geschossig konzipiert ist und die Unterrichtsräume der Grundschule für die Klassenstufen 1 bis 4, die Fachkabinette sowie Horträume beherbergt. Im Gegensatz dazu ist der südliche Gebäudeteil mit den Klassen- und Differenzierungsräumen nach Gesichtspunkten der Montessori- Pädagogik nur 1-geschossig gestaltet. Vor jedem ebenerdigen Klassenraum wurden befestigte Flächen angelegt, die den Unterricht im Freien ermöglichen und somit eine Verbindung von Innen- und Außenbereichen schaffen.
Unterschiedliche Farbtöne sowie die Anordnung von großen und kleinen Räumen wechseln sich ab und vermitteln gemeinsam mit den Erschließungsflächen differenzierte Raumerlebnisse, die die architektonische Gliederung des Gebäudes unterstützen und den Nutzern Orientierungshilfe bieten.

Verbunden werden die beiden Baukörper durch die Haupttreppe, sowie den Speise- und Musikraum, der durch eine flexible Trennwand separiert wird und für Veranstaltungen in eine große Aula umwandelbar ist. Dieser Raum bildet zugleich das Zentrum der Schule und bekommt so eine besondere Bedeutung als Gemeinschafts- und Kommunikationsbereich im Rahmen des Ganztagsschulkonzeptes. Das Gebäude wurde zur Sicherung integrativen Unterrichts mit einem Aufzug sowie verschiedenen taktilen Elemente behindertengerecht ausgestattet.
Straßenseitig wurde ein großer Vorplatz mit Bushaltestelle und Grüninseln und Sitzelementen als Wartebereich gestaltet. Rückwärtig, von der Straße abgewandt, befindet sich der Schulhof, der aufgrund der Gebäudeform eine Art Innenhof bildet und damit Platz für schulische Veranstaltungen im geschaffenen Atrium bietet.

Die Gestaltung der Innenräume präsentiert sich farblich zurückhaltend in verschiedenen, natürlichen Materialien und schützt unter Berücksichtigung der vielfältigen schulischen Ausstattungen vor einer farblichen Reizüberflutung. In den Räumen wird die Farbkombination nur durch die entworfenen Einbaumöbel in Verbindung zu den Türen, Fenstern und der Beleuchtung akzentuiert.
Verschiedene Absorberelemente verbessern die akustischen Bedingungen durch optimierte Nachhallzeiten und unterstützen so einen lärmstressfreien Unterricht.

Die gegliederten Außenfassaden wurden durch den Wechsel von natürlichen Farben der Klinker- und Putzflächen in Verbindung mit großzügigen Glaselementen strukturiert und durch kommunikative und harmonisch aufeinander abgestimmte farbliche Akzente der HPL- Plattenfassaden ergänzt.

Die Gestaltung der Außenanlagen beinhaltete die Planung eines Spiel- und Lernparks, der ein verstärktes Bewegungs- und Sportangebot zur Förderung der psychomotorischen Förderung der Schüler ermöglicht. Ergänzt wurde die Anlage durch eine naturnah modellierte Verkehrsschule.

Die Ausrüstung der Schule mit einem nachhaltigen Energiekonzept und eines um 30% verbesserten Energiestandards zu der zum Planungszeitpunkt gültigen Energieeinsparverordnung 2007 war Aufgabenstellung für den ganzheitlichen Planungsprozess.
Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Einhaltung einer sehr guten Luftqualität in den Klassenräumen. Der empfohlene Grenzwert der CO2-Konzentration in der Raumluft von 1500 ppm wird über ein innovatives dezentrales Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung und CO2- bedarfsabhängiger Regelung umgesetzt.
Die Kombination der Lüftungsanlage mit einer naturalen Kühlung über geothermische Erdwärmekörbe sichert auch bei hohen Außentemperaturen ein angenehmes Raumklima.
Die Zielstellung für den geplanten niedrigen Schalldruckpegel der Lüftungsanlage von 30 dB konnte nach den Fertigstellungsmessungen mit 28 dB spürbar unterboten werden.

Grundlage der Energieerzeugung ist der Einsatz regenerativer Rohstoffe für eine CO2- neutrale Biomasse-heizung.

Photovoltaikelemente auf dem Dach und an der Fassade mit einer Leistung von 13 KWpik ergänzen das Energiekonzept und zeigen als äußeres Image die energieeffiziente Architektur des Schulgebäudes.

Die Sicherung einer größtmöglichen Tageslichtautonomie in den Räumen erfolgt über die großflächigen Glasfassaden, die gleichzeitig die Transparenz und Offenheit der Schule dokumentieren. Um den unterschiedlichen Unterrichtssituationen gerecht zu werden wurden Sonnenschutzlamellen mit Lichtlenkfunktion integriert, die gleichzeitig die thermischen Belastungen in den Sommermonaten minimieren. Eine dimmbare, präsenz- und raumtiefenabhängige, blendfreie Innenraumbeleuchtung garantiert auch für sehschwache Kinder im Rahmen des integrativen Unterrichts eine ausreichende und gleichmäßige Beleuchtungsstärke.

Das raumakustische Konzept berücksichtigt die Anforderungen an die flexible Nutzung der Unterrichtsräume und sichert über die mit unterschiedlichen Materialien ausgeführten Schallabsorberflächen die Einhaltung der geforderten Nachhallzeiten. Die Schallreduktionsmaßnahmen wurden auch in allen Fluren und Erschließungs-flächen umgesetzt.

Die Ausführung eines extensiv begrünten Flachdaches mit verzögerter Wassereinleitung in die 45 m³ große Zisterne und die Regenwassernutzung für die Sanitärbereiche runden das anspruchsvolle integrale Energie-konzept ab. -


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    Baubeginn 09/2009
    Fertigstellung 02/2012
    Gebäudetyp Grundschulen (Neubau)
    Projektgröße
    Brutto-Grundfläche (BGF) 3.516 m2
    Brutto-Rauminhalt (BRI) 14.891 m3
    Netto-Grundfläche (NGF) 2.912 m2
    Projektkosten
    Baukosten (gesamt) 7.147.714 EUR
    Projektadresse Reinhardtstr. 24
    DE-07318 Saalfeld
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