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paläon - Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere. paläon - Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere., © © Holzer Kobler Architekturen, Foto: Jan Bitter
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  • DE-38364 Schöningen
  • Realisiertes Projekt

paläon - Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere


Projektbeschreibung:
Die Schöninger Speere sind mit einem Alter von etwa 300.000 Jahren die bisher ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. An der bedeutenden archäologischen Fundstelle am Rande des Braunkohletagebaus steht das von weither sichtbare Forschung- und Erlebniszentrum paläon. Das von Holzer Kobler Architekturen entworfene Gebäude bildet ein „landmark“ in der leicht hügeligen Landschaft, die sich in der reflektierenden Außenhaut spiegelt. Herzstück des Projekts ist die ar-chäologische... +
Die Schöninger Speere sind mit einem Alter von etwa 300.000 Jahren die bisher ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. An der bedeutenden archäologischen Fundstelle am Rande des Braunkohletagebaus steht das von weither sichtbare Forschung- und Erlebniszentrum paläon. Das von Holzer Kobler Architekturen entworfene Gebäude bildet ein „landmark“ in der leicht hügeligen Landschaft, die sich in der reflektierenden Außenhaut spiegelt. Herzstück des Projekts ist die ar-chäologische Erlebnis-Ausstellung, die Originalfunde in einer eindrucksvollen Inszenierung präsentiert.

Architektur
Das paläon-Gebäude schiebt sich aus der leicht hügeligen Topografie heraus und schneidet sich in die Wald- und Weidelandschaft. Das Volumen des dreigeschossigen Baukörpers und die davon ausgehenden Wegverbindungen formen Sichtachsen und teilen mit ihren Vektoren die Landschaft auf. Ein zweites geschwungenes Wegesystem schließt synapsenartig den umgebenden Landschaftsraums daran an. Der Bau ist eine Camouflage, eine hyperrealistische Abstraktion der Landschaft.

In der reflektierenden Außenhaut des paläons werden die umgebende Wiesen- und Waldlandschaft sowie die Bewegungen der Wolken am Himmel nahtlos in der Spiege-lung fortgeführt. Durch seine bildhafte Form wird das Forschungs- und Erlebniszen-trum eins mit seiner Umgebung. Mit großformatigen, scharfen Einschnitten in die Gebäudehülle werden weitläufige, faszinierende Ausblicke zur Fundstelle der Speere und zur Grube des Braunkohletagebaus, zu der nahen Waldlandschaft und zu den weidenden Przewalski-Pferden inszeniert. Die expressiven Öffnungen schneiden sich in den Baukörper wie Speere in die Haut der Pferde und nehmen deren Dynamik in ihrer Ar-chitektursprache auf. Das Gebäude nimmt aber auch die abstrakten Einschnitte des angrenzenden Tagebaus formal auf. Die daraus entstanden ausdrucksstarke Architek-tur vermittelt zwischen künstlicher und natürlicher Landschaft und formt ein Wahrzeichen für den Ort.

Ausstellung
Die Erlebnis-Ausstellung mit der Präsentation der Originalfunde aus Schöningen formt das Herzstück des Projekts. Einprägsame Bilder sprechen den Besucher auf sinnliche und emotionale Weise an. Vermittelt werden neue Erkenntnisse über unseren Urahnen, den Homo erectus, seinen Alltag und wie die Fauna und Flora damals vor rund 300.000 Jahren ausgesehen hat, ebenso wie Bezüge zu aktuellen Themen wie Klimawandel und Nachhaltigkeit.

Den Auftakt zum Rundgang formt das dreigeschossige Foyer in der Mitte des Gebäu-des, das alle Sichtachsen nach außen miteinander verbindet. Der hohe Raum schafft Blickbeziehungen zu den Forschungs- und Ausstellungsbereichen im 1. und 2. Ober-geschoss und Ausblicke in das Braunkohleabbaugebiet. Hier starten und enden alle Wege die sämtliche Funktionen, wie Ausstellung, Pädagogik, Verwaltung, Restaurant oder Shop verbinden. Das Foyer führt mit den Lackprofilen der geologischen und ar-chäologischen Schichten der Grube in die Urgeschichte ein.

Zentral für die Inszenierung der Ausstellung steht der skulpturale in weiß gehaltenen Ausstellungskörper, dessen Form sich an die Struktur von Pferdeknochen anlehnt. Durch Vergrößerung und Abstraktion entsteht ein Raum ergreifendes Element mit an-einander gereihten Themen-Kabinetten und Blickachsen im Wechselspiel mit großfor-matigen künstlerischen Arbeiten. Höhepunkt des Ausstellungsrundgangs ist die „Speerekapelle“, die die weltweit einzigartigen steinzeitlichen Holzspeere von Schönin-gen präsentiert. Zum Abschluss werden die dramatischen Jagdereignisse am Schö-ninger See vor 300.000 Jahren im Panoramakino emotional erlebbar gemacht.

Nach dem Hauptausstellungsraum und dem Queren des Foyers in luftiger Höhe kön-nen die laufenden archäologischen Ausgrabungs- und Forschungsarbeiten in Schönin-gen im Forschungsbereich miterlebt werden. Im Besucherlabor wird von den Besu-chern mit modernen archäologischen Methoden ein kniffliger archäologischer Fall gelöst. Die professionellen Labor- und Arbeitsräume der vor Ort forschenden Archäologen sind entlang des fortgesetzten Ausstellungsrundganges aufgereiht und können von den Besuchern eingesehen werden. Das „Abenteuer Forschung“, das hier tagtäglich passiert, wird für Laien, Kinder und Fachpublikum nachvollziehbar und hautnah erfahr-bar gemacht werden – im paläon selber und auf der Ausgrabungsstelle im Außenraum. -



INFO-BOX

veröffentlicht am 22.03.2012
Zuletzt aktualisiert 26.08.2014
Projekt-ID 5-47732
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