An exponierter Stelle am Lustgarten in Potsdam zeigen wir exemplarisch, wie sich die Stadt verändert durch die Gewohnheiten und Tagesabläufe der Menschen, die sie bevölkern. Früher hermetisch geschlossen und der Öffentlichkeit unzugänglich, werden durch die Konversion ehemaliger Kasernenareale neue Stadträume geschaffen, die neue Lebensqualität bieten. Neben anderen Standorten von Landesbehörden wie der ehemaligen Kadettenanstalt in der Heinrich-Mann-Allee haben wir uns planerisch...
An exponierter Stelle am Lustgarten in Potsdam zeigen wir exemplarisch, wie sich die Stadt verändert durch die Gewohnheiten und Tagesabläufe der Menschen, die sie bevölkern. Früher hermetisch geschlossen und der Öffentlichkeit unzugänglich, werden durch die Konversion ehemaliger Kasernenareale neue Stadträume geschaffen, die neue Lebensqualität bieten. Neben anderen Standorten von Landesbehörden wie der ehemaligen Kadettenanstalt in der Heinrich-Mann-Allee haben wir uns planerisch schwerpunktmäßig mit dem Standort Henning-von-Tresckow-Straße am Lustgarten beschäftigt. Dabei galt es diesen Standort zu öffnen, ihn ins Stadtbild ausstrahlen zu lassen und damit Impulse zu geben zur Aufwertung dieses innerstädtischen Quartiers. Die exponierte Lage am Lustgarten und an der Havel wird als Chance begriffen für einen einzigartigen innerstädtischen Nutzungsmix aus Dienstleistung und Aufenthalt bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Sicherheitsbedürfnisse der Ministerien. Neben einem städtebaulichen Ideenwettbewerb für das gesamte Areal, aus dem unser Entwurf als prämierter Beitrag hervorging, wurden im Auftrag des Brandenburgischen Landesbetriebs für Liegenschaften und Bauen für das Ministerium des Innern mehrere Projekte geplant und realisiert. Auf 8.000 m² wurden mit einem Investitionsvolumen von 9,5 Mio. € Flächen für Verwaltung, Weiterbildung und Aufenthalt geschaffen.Erste Bauabschnitte wurden zwischen 2002 und 2004 ihrer Nutzung übergeben, die Gesamtmaßnahme 2007 abgeschlossen. Während es sich bei einem Gebäude um eine gründerzeitliche Substanz handelt, wurde das andere Gebäude 1935 als Polizeikaserne erbaut. Es wurde nach Kriegsschäden verändert seiner Nutzung wieder zugeführt und erhält nun sein ursprüngliches Volumen in zeitgemäßer Architektursprache zurück. Beim dritten und bau- wie kulturhistorisch wertvollsten Gebäude des Ensembles handelt es sich um das "Knobelsdorff-Haus", einem Spätwerk von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Volumen des additiven Treppenturmes stärkt die Gebäudefront im Zusammenspiel mit dem südlich gelegenen Baukörper, um den geplanten Zugang zur Liegenschaft auf der Lustgartenseite zu fassen. Das Sinnbild der Vernetzung dient dabei als Inspiration für die Arbeit nicht nur im Hinblick auf die angestrebte Öffnung der Areale, sondern auch im Hinblick auf die aus verschiedenen Epochen stammende Bausubstanz, die zu einem Ganzen wird, ohne die Eigenständigkeit und den Charakter der einzelnen Teile aufzugeben. Es entstehen Verbindungen, um die Gebäude und die Menschen, die sie nutzen, miteinander in Dialog zu bringen.