Die neben dem Münchner Königsplatz gelegene städtische Berufsoberschule für Sozialwesen wurde 1960 von Prof. Fred Angerer als Kontoristinnenschule erbaut. Mit Mitteln des Konjunkturpakets II wurde das unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Landeshauptstadt München durch das Baureferat nach Plänen der Architekten bodensteiner · fest energetisch saniert.
Im Vordergrund stand das Bestreben der Architekten, mit der energetischen Sanierung den Charme der 60er-Jahre dieses anspruchsvoll...
Die neben dem Münchner Königsplatz gelegene städtische Berufsoberschule für Sozialwesen wurde 1960 von Prof. Fred Angerer als Kontoristinnenschule erbaut. Mit Mitteln des Konjunkturpakets II wurde das unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Landeshauptstadt München durch das Baureferat nach Plänen der Architekten bodensteiner · fest energetisch saniert.
Im Vordergrund stand das Bestreben der Architekten, mit der energetischen Sanierung den Charme der 60er-Jahre dieses anspruchsvoll detaillierten und unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes durch den Einsatz zeitgemäßer Mittel, einem dezenten Farbkonzept und unter weitestgehender Vermeidung sichtbarer Neuinstallationen herauszuarbeiten.
Im Zuge der energetischen Sanierung des Gebäudes wurden die noch bestehenden Original-Fensterelemente ausgetauscht; Dach und Decke des Tiefkellers wurden gedämmt. Die gesamte Beleuchtung wurde durch hocheffiziente, in den Klassenzimmern tageslicht- und präsenzgesteuerte Leuchten ersetzt. Weitere Maßnahmen sind der Austausch des Sonnenschutzes, die Freilegung der Original-Rippendecke für ein größeres Raumvolumen im Speiseraum und Ertüchtigung mit akustisch wirksamem Brandschutzputz, sowie der Austausch der Brandmeldeanlage. Durch die umgesetzten Maßnahmen konnte der gesamte Primärenergiebedarf des Gebäudes um 21% gesenkt werden. Der Strombedarf für Beleuchtung wurde annähernd halbiert.
Passend zur Stringenz des Gebäudes entschied man sich für hochwärmegedämmte
Stahlfenster mit 3-Scheiben- Verglasung, die im Nordtreppenhaus bezugnehmend auf die Originalfenster eine Flügelgröße von 1,7 x 1,5 m erreichen. An dieser zur Brienner Straße weisenden Fassade wurden Lichtbänder auf Höhe der sich nach innen abzeichnenden Geschossdeckenbänderung in die Fassade integriert. Das außen vorgelagerte Filtermauerwerk wurde saniert und durch nachts leuchtende LED-Lichtleisten zur Straße hin akzentuiert.
Das Himmelstreppenhaus an der Westfassade ist geprägt von dem Hell-Dunkel-Kontrast, der durch das auf Höhe der Treppenabsätze einfallende Tageslicht entsteht. Die Forderung nach einer aktuell ausreichenden Beleuchtungsstärke der Treppenläufe wurde in dem verklinkerten Treppenhaus durch LED-Lichtleisten erfüllt, die in die Original Mahagoni- Handläufe eingefräst wurden. Das Licht fällt direkt auf die schwarzen Treppenstufen und verleiht dem Treppenhaus eine neue Dynamik, ohne die Hell- Dunkel- Dramaturgie zu mindern.