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  • AT-8010 Graz
  • Realisiertes Projekt

Eisstadion Graz Liebenau


Projektbeschreibung:
EINLEITUNG

Im Süden von Graz, inmitten des Bezirkes Liebenau, entstand ab Mitte der 60er Jahre etappenweise das Eisstadion Graz Liebenau. Anfangs nur als Freie Eisfläche konzipiert, wurde es sukzessive durch eine Publikumstribüne im Süden, der Überdachung und schlussendlich der nördlichen Verbauung ergänzt. Der in die Jahre gekommene Bestand sollte für die 2017 in Graz statt findenden Special Olympics eine Totalerneuerung erfahren. Neben einer Technischen Generalüberholung des Bestandes... +
EINLEITUNG

Im Süden von Graz, inmitten des Bezirkes Liebenau, entstand ab Mitte der 60er Jahre etappenweise das Eisstadion Graz Liebenau. Anfangs nur als Freie Eisfläche konzipiert, wurde es sukzessive durch eine Publikumstribüne im Süden, der Überdachung und schlussendlich der nördlichen Verbauung ergänzt. Der in die Jahre gekommene Bestand sollte für die 2017 in Graz statt findenden Special Olympics eine Totalerneuerung erfahren. Neben einer Technischen Generalüberholung des Bestandes wurden auch Entwürfe zur Neugestaltung des nördlichen Hallenabschlusses über einen Wettbewerb ermittelt.


DACH

1963 wurde nach den Plänen der Architekten Ilgerl-Peneff-Walch das seit 2009 unter Denkmalschutz stehende Hallendach über die bereits existierende Eisfläche errichtet. Ein massiver, 3-dimensional geschwungener Betonkranz schwebt um die Sportfläche und Besucher hinweg und passt sich der nach Süden emporsteigenden Tribünenanlage an. Punktuell auf Säulen und Wandscheiben gelagert, bot die Konstruktion in ihrer ursprünglichen Ausführung mit sieben A- Betonstützen im Norden eine freie Sicht in Richtung der Stadt. Aufgrund der wahrgenommenen massiven Betonarchitektur wird das Eisstadion umgangssprachlich als „Bunker“ bezeichnet.

Die Dachfläche selbst wird durch filigrane Holzkassetten mit nur 30 cm Höhe und einem Rastermass von 280 x 280 cm gebildet, wobei die eigentliche Dachhaut aus einer lediglich 3cm starken Schichtholzplatte besteht. Gehalten werden die Kassetten durch eine Spannseilkonstruktion im selben Raster, verankert im Betonkranz (Druckgurt) wird eine formstabile Sattelfläche erzeugt.

HAUPTELEMENTE

Die Kapazität der Anlage wurde auf 4200 Personen angehoben bei gleichzeitiger Verbesserung der Sichtbedingungen. Um den Spielverlauf besser verfolgen zu können, wurden neben der Erneuerung der gesamten Sicherheitstechnischen Anlage auch die Ton-, Licht und Videoanlagen an die Anforderungen von Modernen Arenen angepasst und für Internationale Fernsehübertragungen vorbereitet.
Neben der Sanierung und Adaptierung der Sanitäranlagen wurde ein Hauptaugenmerk auf den Abbau von Barrieren für Menschen mit besonderen Bedürfnissen gelegt, dem folgend wurde eine ausreichende Anzahl an gut positionierten Sitzplätzen für Rollstuhlfahrer errichtet. Ebenso wurden die Garderoben für die Zukunft fit gemacht.

Durch die Modernisierung der Kälteanlage und Anbindung an die Fernwärme sowie der Neuerrichtung der Eispiste, der Brunnenanlage inklusive Sickerkoffer zur Rückführung des Brunnenwassers, wurde der Energieverbrauch im Betrieb auf mehr als die Hälfte reduziert.


Mit der Oberflächensanierung aller Stahlbetonteile inkl. aller Zubauten und die Erneuerung der Außenanlagen ist das Gesamtobjekt generalsaniert.


BAUEN IM BESTAND

Bauteil SÜD

Den gewachsenen Anforderungen der Besucher wurde auch im Süden Rechnung getragen. So wurden neben der kompletten Neubestuhlung sämtliche Oberflächen tiefengereinigt, die Sanitärbereiche erneuert und der Gastrobereich zur Verteilerebene umorganisiert um eine schnellere Bedienung zu gewährleisten. Ein neu errichteter Verkaufsblock für Tickets und Fanartikel fasst die neu verglaste Besucherebene und bietet neben einem dezenten Witterungsschutz eine schalltechnische Verbesserung für Anrainer.
Im Zuge der Neuerrichtung der Eisfläche (inkl. Kälteanlage) wurde auch die Bandenanlage erneuert. Diese sogenannte Flex-Bande minimiert die Verletzungsgefahr der Spieler und ist in ihrer Art die erste in Österreich.

MATERIAL

Dem umgangssprachlich verwenden Namen der Arena Rechnung tragend wurde das Materialkonzept mit bedacht schlicht und markant gewählt und trägt zu einer langlebigen, robusten, einprägsamen Identität bei.
Betonteile wurde in seiner ursprünglichen Farbe und Struktur wieder hergestellt und die neu errichteten Elemente in Sichtbeton errichtet. Die Innenwände sowie sämtliche Einbauteile wurden in Umbragrau ausgeführt und bieten somit einen starken Kontrast zur neuen, geweißten Eisfläche und heben das imposante Kassettendach deutlich ab. Der ursprüngliche Charakter eines schwebenden Daches und die Offenheit im Norden wird wieder spürbar.
Die Neuenbauten Nord und Süd wurden mit einer Alu-Verbund-Fassade im Design "Arctic Frost" ausgeführt, ein Hinweis auf das das Programm im Inneren.

FAZIT

Durch die vom Bundesdenkmalamt gelobten, geschickten architektonischen Kniffe wurde die markante Betonarchitektur veredelt und erhält ein neues, dem Zeitgeist entsprechendes Gesicht, ohne mit ihr in Konkurrenz treten zu wollen. -


  • Projektbeteiligte

    bewegen maximieren

  • Projektdaten

    maximieren

    Baubeginn 03/2016
    Fertigstellung 10/2016
    Gebäudetyp Sporthallen, -plätze, -anlagen (Renovierung / Sanierung)
    Projektadresse AT-8010 Graz
  • Gewährleistung

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INFO-BOX

veröffentlicht am 10.04.2017
Zuletzt aktualisiert 07.12.2017
Projekt-ID 5-66037
Seitenaufrufe 311



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