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Aula-/Mensa-Gebäude Aula-/Mensa-Gebäude, © dorfmüller/klier
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  • DE-22559 Hamburg
  • Realisiertes Projekt

Erweiterung der Stadtteilschule Rissen am Standort Voßhagen 15


Projektbeschreibung:
Aufgabenstellung

Am Standort des Gymnasiums Rissen im Voßhagen 15 in Hamburg wird eine dreizügige Stadtteilschule unter Berücksichtigung der sogenannten „Überhangflächen“ des Gymnasiums ergänzt. Zudem wird ein gemeinsamer Ganztagesbereich für die beiden Schulen entstehen. In der Phase der Raumprogrammentwicklung wurde mit den beteiligten Schulen ein gemeinsamer Schulstandort mit entsprechenden Synergien erarbeitet. Die neuen Schulgebäude sollen im Sommer 2016 in Nutzung gehen.... +
Aufgabenstellung

Am Standort des Gymnasiums Rissen im Voßhagen 15 in Hamburg wird eine dreizügige Stadtteilschule unter Berücksichtigung der sogenannten „Überhangflächen“ des Gymnasiums ergänzt. Zudem wird ein gemeinsamer Ganztagesbereich für die beiden Schulen entstehen. In der Phase der Raumprogrammentwicklung wurde mit den beteiligten Schulen ein gemeinsamer Schulstandort mit entsprechenden Synergien erarbeitet. Die neuen Schulgebäude sollen im Sommer 2016 in Nutzung gehen.


Städtebauliches Konzept: Campus Rissen

Die bestehende unklare Eingangssituation am Standort Voßhagen 15 wird über einen gemeinsamen und eindeutigen Zugang auf das Schulgelände neu definiert. Es entsteht ein gemeinsame „Erschließungsallee“, die unter Einbeziehung der vorgefundenen Situation von befestigten und bepflanzten Flächen durch geringfügige Eingriffe und Ergänzungen realisiert werden kann.

Gebäude, Räume und Freiräume werden klar zugeordnet. Das gilt sowohl für die ausschließliche Nutzung jeweils einer Schule als auch für die gemeinsamen Nutzungen beider Schulen. Die Identität der jeweiligen Schule wird gewahrt und gestalterisch gestärkt. Das Profil der jeweiligen Schule kann weiter ausgebaut werden.

Aufgrund des erforderlichen Raumprogramms und der begrenzt zur Verfügung stehenden Grundstücksfläche wird eine kompakte Bebauung angestrebt. Das Neubauvolumen muss auf zwei Gebäude verteilt werden, um sowohl eine vertretbare Größe der Neubauten im Verhältnis zum Bestand zu schaffen als auch den funktionalen Anforderungen an Nutzungsverteilung und Freiflächen gerecht zu werden.


Funktion / Baukörper

Das funktionale Nutzerraumprogramm wurde unter Berücksichtigung der Anforderungen beider Schulen an den gemeinsamen Ganztagsbetrieb und des besonderen pädagogischen Profils der Stadtteilschule (STS) Rissen erarbeitet. Beide Schulen waren an diesem Prozess aktiv beteiligt.
Die Neubauten sind barrierefrei zu erreichen.

Lerngebäude (L-Gebäude)

Als Hauptgebäude der Stadtteilschule wurde ein dreigeschossiges Unterrichts- und Verwaltungsgebäude mit Staffelgeschoss entlang der westlichen Grundstücksgrenze geplant. Trotz kompakter Bauform entsteht eine klare Zonierung im Inneren des Gebäudes – der lange Schenkel des L-förmigen Baukörpers beherbergt die Klassenräume der fünften bis achten Klassen, der kurze Schenkel die Räume der Oberstufe. In der Staffel liegen die Fachräume für Physik, die gemeinsam mit dem Gymnasium genutzt werden. Alle Bereiche des L-Gebäudes sind über einen Aufzug rollstuhlgerecht erschlossen.

Den Mittelpunkt des Gebäudes bildet das teils zweigeschossige Foyer mit seinen zentralen Eingängen und dem Zugang ins Haupttreppenhaus. Das Foyer dient als Treffpunkt und Verteiler, Informations- und Warteraum und kann ebenso als Ausstellungsfläche und Pausenhalle genutzt werden. Für die Funktion als Verteilerort werden ausreichend breite Flure frei von Nutzungen gehalten. Der zentrale zweigeschossige Bereich wird zu Kommunikationszwecken mit Sitzgelegenheiten, Informationstafeln, Regalen und Ausstellungswänden möbliert, die unterschiedliche Nutzungen durch Kleingruppen und Gruppen bis maximal 199 Teilnehmern ermöglichen.

Die Verwaltungsräume liegen erdgeschossig am Foyer als direkte, gut zugängliche Anlaufstelle. Ebenfalls erdgeschossig liegen die Fachräume für Kunst- und Arbeitslehre, die sich bei Bedarf und entsprechender Tätigkeit auch in den Außenraum erweitern können.
Die Klassenräume befinden sich im ersten und zweiten Obergeschoss. Jede Klassenstufe hat ihren eigenen Bereich, ihr „Zuhause“, eine Situation, die dem Klassenhausprinzip entspricht und eine Überschaubarkeit der Räumlichkeiten für die Schüler ermöglicht. Jedem Jahrgang werden Differenzierungsbereiche, Gemeinschaftsflächen und ein Sanitärbereich zugeordnet.

Jede Etage des Gebäudes verbindet sich räumlich je einmal vertikal mit der darüber liegenden Ebene. Das geschieht über zweigeschossige Räume, hier als „Wolke“ betitelt, die Licht in die Tiefe des Gebäudes bringen und als Gemeinschaftsflächen auf den Etagen dienen. Sie sind Treffpunkt der Jahrgänge und Rückzugsbereiche, Räume zum Recherchieren oder Abschalten und Entspannen - hier können die Schüler ihren Gedanken in ihrer „Wolke“ nachgehen.
Auf beiden Etagen steht ein dezentraler „Lehrerstützpunkt“ mit je vier Arbeitsplätzen zur Verfügung um einen direkten Kontakt zwischen Schülern und Lehrern zu ermöglichen.

Die gemeinsame Oberstufe liegt ebenfalls im ersten und zweiten Obergeschoss, jedoch in einem eigenen Gebäudeflügel. Die Oberstufenschüler sind also immer präsent, behalten aber die Chance sich dezent in ihren Bereich zurückzuziehen. Junge und ältere Schüler der unterschiedlichen Jahrgänge werden bewusst nicht baulich voneinander getrennt, sondern treffen im Gebäude immer wieder aufeinander.

Im 3. Obergeschoss liegen die Fachräume für Umwelttechnik und Physik, die gemeinsam mit dem Gymnasium genutzt werden. Zu Unterrichtszwecken wird in dem Physikraum L.3.11 ein wasserführender und vom Lehrpersonal betriebener Feststoffbrennkessel als Kaminofen mit einer Nennheizleistung von 10kW im Zusammenhang mit einem Versuchsstand zum Thema Wärmeversorgung eingebaut. Im nebenan liegenden Sammlungsraum werden Pufferspeicher und Schornstein positioniert.
Die Fachräume für Umwelttechnik und Physik werden flexibel möbliert und erhalten einen Austrittsbereich, eine Dachterrasse, die für den Unterricht im Freien genutzt werden kann. Aufgrund der begrenzten Freiraumflächen am Standort wird die Dachterrasse zudem als Ergänzung der Schulhof- und Pausenflächen genutzt.


Mensa / Aula - Gebäude

Aus der kubischen Architektur der umgebenden Unterrichtsgebäude tritt das Mensa-Aula-Gebäude mit seiner skulpturalen Dachform besonders in Erscheinung. Der Baukörper mit zwei zueinander gegenläufigen Pultdächern vereint die Mensanutzung beider Schulen an einem Standort und schafft Synergien sowohl im Raumbedarf als auch im Betrieb. Vom Neubau des Mensagebäudes, das zusätzlich als Aula für beide Schulen fungiert, profitieren beide Schulen zu gleichen Teilen, wodurch Voraussetzungen für ein gutes Zusammenspiel beider Schulen geschaffen werden.

Die Nutzungen im Inneren des Gebäudes werden kompakt um den Mensa- und Veranstaltungsraum gruppiert und somit die Verkehrsflächen auf ein Minimum komprimiert. Die geplante Aufwärmküche kann bei Veranstaltungen mittels Schiebetor geschlossen werden.

Der erdgeschossige Musik- und DSP- Raum der Stadtteilschule kann als erhöhter Bühnenbereich der Aula zugeschaltet werden. Über eine offene Treppe im Raum wird die Empore erschlossen. Von hier verschafft man sich Überblick in den Raum und hat zusätzlichen Platz für die Mensa- und Aulanutzung. Die offene Möblierung mit Kissen auf Sitzstufen kann ebenso als Ergänzung des Essbereichs dienen wie für den erweiterten Ganztagsbereich. Die im Erdgeschoss befindlichen Flächen sind barrierefrei erreichbar. Der Musikraum im Obergeschoss wird auf Grund des gleichwertig nutzbaren Musikraums im Erdgeschoss und in Abstimmung mit dem Bauherrn nicht gesondert barrierefrei erschlossen.
Die Aula ist eine Versammlungsstätte und wurde gemäß der entsprechenden Richtlinie geplant. Im vorrangigen Mensabetrieb werden gemäß beiliegender Bestuhlungspläne maximal 199 Nutzer erwartet. Im selteneren Veranstaltungsfall hingegen ist mit bis zu 471 anwesenden Personen zu rechnen. Für den Veranstaltungsfall werden den Besuchern der Versammlungsstätte zusätzlich zu dem in der Aula vorhandenen Sanitärbereich Toilettenräume in benachbarten Gebäuden zugänglich gemacht.
Es ist auf Grundlage einer gutachterlichen Stellungnahme von KAplus eine natürlichen Be- und Entlüftung der Versammlungsstätte vorgesehen.


Fassaden / Materialität

Konstruktion und Materialität der 70er-Jahre Typenbauten mit ihren Sicht- und Waschbeton-Elementen und gefliesten Fassaden prägen das einheitliche Erscheinungsbild des Standortes. Die beiden Neubauten ergänzen dieses Ensemble. Wie die Bestandsbauten treten auch die Neubauten in Materialität und Fassadengestaltung einheitlich in Erscheinung. Als Oberfläche werden kleinformatige nicht brennbare Fassadentafeln vorgesehen, die sich ähnlich der Fliesenstruktur der 70er-Jahre wie eine Textur in der Fassadenfläche darstellt. -


  • Projektbeteiligte

    bewegen maximieren

  • Projektdaten

    maximieren

    Baubeginn 01.05.2015
    Fertigstellung 30.09.2016
    Gebäudetyp Oberschulen, Oberstufenzentren, Weiterführende Schulen (Neubau)
    Projektadresse Voßhagen 15
    DE-22559 Hamburg
  • Gewährleistung

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INFO-BOX

veröffentlicht am 08.06.2017
Zuletzt aktualisiert 19.07.2017
Projekt-ID 5-66665
Seitenaufrufe 495

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