Architekturpreis 2005
Die Villa – gebauter Ort großzügiger Privatheit
Der Begriff „Villa“ war bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts positiv besetzt, war Ausdruck repräsentativer Wohnkultur und elitärer Lebensart
mit vielerorts seit Generationen herausragenden architektonischen Lösungen – innovativ, bautechnisch und konservativ stilbildend gleichermaßen. Seit
1945 ist das Verständnis des Bautyps Villa ein grundsätzlich anderes, der Begriff ist als rückwärts gewandte Konnotation nahezu verpönt. Das Bedürf-
nis aber nach großzügiger Privatheit, nach originärer Repräsentation und die Sehnsucht nach einer individuellen und vorbildhaften Architektur sind seit einigen Jahren auch in der Außenwirkung - fast sehnsuchtsvoll - wieder spürbar. Kurz: Das Thema Villa ist auf vielen Ebenen präsent und brisant, politisch, gesellschaftlich, architektonisch.
Die Villa ist seit Palladio eine Projektion privat weitgespannter vitaler Sehnsucht.
Der Architekturpreis 2005 der Reiners Stiftung möchte die Diskussion zu diesem so kontrovers behandelten Thema erneut anregen: Kann die Vor-stellung vom Bautyp Villa ihre baukünstlerische Vorbildfunktion zurück-gewinnen und: gibt es überhaupt noch das Bedürfnis nach Baukultur, gibt
es noch eine verantwortungsvolle Elite der Auftraggeber? Die – hoffentlich positive Antwort – soll der Wettbewerb ergeben.
Zeitgenössische Architektur ist immer Ausdruck gesellschaftlichen und kulturellen Selbstbewusstseins – müssen wir es im Privaten eigentlich verstecken, sollten Bauherren und Architekten nicht auch auf diesem traditionellen Gebiet wieder eine vorbildhafte Position beziehen?
Auslober:
Die Reiners Stiftung zur Förderung von Architektur und Baukunst in Zusammenarbeit mit der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA), die den Architekturpreis großzügig unterstützt.
Teilnehmer:
Ausschließlich Architekten – aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Teilnahmebedingungen:
Von den Teilnehmern wird die Einsendung üblicher Projektdokumentationen (Pläne, Fotos, Erläuterungsbericht) realisierter Villenbauten erbeten. Die einzureichenden Projekte sollen in Konzept, Entwurf und Ausführung den Anspruch einer kreativen und baukünstlerisch überzeugenden Architektur erfüllen, die Maßstäbe für großzügiges Wohnen und Leben setzt. Die Projekte sollten nach dem Jahr 2000 entstanden sein.
Preissumme der Reiners Stiftung:
10.000 Schweizer Franken
Format:
Die Unterlagen werden als Brief im Format DIN A 4 erbeten – bitte keine Rollen oder Überformate!
Einsendeanschrift:
Reiners Stiftung, Menzelstraße 7, 22607 Hamburg, Deutschland
Rückfragen unter Fon 040 898376 / Fax 040 89709232
Ausschreibungsbeginn: 15. März 2005
Letzter Einsendetermin (Poststempel): 15. Mai 2005
Der Architekturpreis der Reiners Stiftung wird seit 1998 alle zwei Jahre mit wechselnder Thematik vergeben.
Die Buchdokumentation der 35 besten Projekte des Wettbewerbs bei der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA), München, soll dazu beitragen, das Interesse an Architektur, das Bauen mit Architekten und das Bewusstsein für herausragende Architektur zu fördern – im Sinne von Baukunst ebenso wie in Bezug auf die nachhaltige ökonomische Wertigkeit überzeugender Architektur.
Die Jury zur Ermittlung der Preisträger und Projekte für die Publikation wird im August 2005 zusammenkommen. Preisverleihung, Pressekonferenz und Buchpräsentation sind im März 2006.
Reiners Stiftung, Hamburg, im Januar 2005
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| Ausschreibung veröffentlicht | |||
| Ergebnis veröffentlicht | 01.03.2006 | ||
| Zuletzt aktualisiert | 12.08.2010 | ||
| Wettbewerbs-ID | 2516 | ||
| Seitenaufrufe | 1153 | ||
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