Der vor mehr als 25 Jahren von Dr. Ulrich Conrads gemeinsam mit Walter Hesselbach ins Leben gerufene Deutsche Städtebaupreis dient der Förderung einer zukunftsweisenden Planungskultur und Stadtbaukunst. Mit der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung als Ausloberin und der Wüstenrot Stiftung als Förderin konnten zwei gemeinnützige Institutionen gewonnen werden, die den Preis fortführen werden.
Die Schirmherrschaft hat der Präsident des Deutschen Städtetages, Herr Oberbürgermeister Christian Ude, übernommen.
Mit dem Deutschen Städtebaupreis werden ausschließlich städtebauliche Projekte prämiert, die sich durch nachhaltige und innovative Beiträge zur Stadtbaukultur sowie zur räumlichen Stadtentwicklung im urbanen und ländlichen Kontext auszeichnen. Dabei sollen die Projekte den aktuellen Anforderungen an ein zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten ebenso Rechnung tragen wie den Herausforderungen an die Gestaltung öffentlicher und privater Grün- und Freiräume, an den Umweltschutz sowie die Orts- und Stadtbildpflege.
Der parallel zum Städtebaupreis ausgelobte Sonderpreis dient dem „Aufspüren“ neuer städtebaulicher und stadtplanerischer Handlungsfelder bzw. Verfahrenswege. Er konzentriert sich 2006 auf die Prämierung herausragender „Strategien und Konzepte für Stadt + Region“, die dem Wandel unserer Städte bzw. Stadtregionen Rechnung tragen. Damit sind auch konzeptionelle Arbeiten ohne direkten Realisierungsbezug angesprochen.
Um die Preise bewerben können sich freischaffende und angestellte Stadtplaner/innen, Architekten/innen, Landschaftsarchitekten/innen sowie öffentliche und private Planungsträger.
Der mit € 15.000 dotierte Deutsche Städtebaupreis wird ebenso wie der mit € 5.000 ausgestattete Sonderpreis in der Regel ungeteilt vergeben. Die bis zu fünf Belobigungen sind mit jeweils € 1.000 dotiert.
Die Preisträger/innen sowie die Belobigten erhalten als Zeichen der besonderen Anerkennung eine Urkunde.
Die Vergabe der Preise sowie der Belobigungen erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges.
Städtebaupreis 2006
Für den Preis können städtebauliche Projekte gemeldet werden, die nach dem 1. Januar 2001 für Orte in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sind. Konzeption und Entwurf können weiter zurückliegen. Teilrealisierte Projekte können eingereicht werden, soweit es der Jury möglich ist, von den realisierten Abschnitten zweifelsfrei auf das Ganze zu schließen.
Bei der Auswahl der Projekte wird maßgeblich bewertet, inwieweit das vorrangige Ziel des eingereichten Projektes in der Verbesserung der stadträumlichen, der stadtfunktionalen sowie der architektonischen Qualität des Gebiets zugunsten der dort wohnenden und arbeitenden Menschen liegt, und es dazu einen Beitrag leistet.
Mit dem Städtebaupreis ausgezeichnete Projekte sollen darüber hinaus die beispielhafte Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Projektträgern zum Inhalt haben, da der Preis neben den städtebaulichen Qualitäten auch den Prozess einer gelungenen Kooperation bewertet.
Mitglieder der Jury werden sich im Sommer 2006 an Ort und Stelle aus eigener Anschauung ein Urteil sowohl über die Gesamtkonzeption als auch über Einzelelemente der verschiedenen Projekte - als Teile des Ganzen - bilden.
Sonderpreis 2006
Mit dem Sonderpreis soll ein „Ideengenerator“ für Projekte mobilisiert werden, die im Kontext aktueller Probleme gesellschaftlichen Wandels zukunftsfähige Strategien der Stadtentwicklung zum Inhalt haben.
Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen ökonomischen und sozialen Wandels in Stadt und Stadtregion werden Entwicklungsstrategien gesucht, deren Konzeption sich auf das zukünftige Bild der betrachteten Teilräume und deren Struktur konzentriert. Hierbei sollen insbesondere - aber nicht ausschließlich - Ideen für städtische Peripherien bewertet werden, da die veränderten Realitäten eine produktive Auseinandersetzung auch mit „verstädterten“ Landschaften oder „verlandschafteten“ Städten notwendig werden lassen.
Erwartet werden dabei Vorschläge für einen zeitgemäßen und zukunftsfähigen Umbau, die eine „Inwertsetzung“ der betrachteten Teilräume ebenso anbieten, wie Möglichkeiten für qualitätsvolle Zwischenlösungen.
Von den Bewerbern/innen um den Sonderpreis wird erwartet, dass sie das Konzept in einer maximal zehnseitigen zusammengefassten Erläuterung der Plandarstellungen einreichen. Darüber hinausgehend eingereichte Unterlagen werden von der Jury eingesehen.
Urheberschaft
Um den Preis bewerben können sich Verfasser/innen von Planungen, Projekten und Maßnahmen, die den vorgenannten Bedingungen entsprechen; dabei wird vorausgesetzt, dass sie im Besitz des uneingeschränkten Urheberrechts sind. Als Verfasser/innen gelten in diesem Sinne auch Büro- und Arbeitsgemeinschaften, Institute, Bau- und Planungsbüros der Wirtschaft und Industrie, kommunale und staatliche Planungs- und Bauämter. Sofern sich mehr als eine natürliche oder juristische Person mit einem Projekt bewirbt, ist anzugeben, wer zur Entgegennahme des Preises berechtigt ist.
Arbeiten, die für den Deutschen Städtebaupreis 2006 eingereicht werden, aber nicht zur Prämiierung gelangen, können - in einem fortgeschrittenen Stadium der Realisierung - erneut vorgelegt werden, sofern deren Realisierung zum Zeitpunkt der erneuten Einreichung nicht länger als 5 Jahre vor dem Tag der Einreichung zurückliegt.
Einzureichende Unterlagen
Es wird erwartet, dass diese Materialien ein vollständiges Bild des Projekts im örtlichen Kontext vermitteln und die besonderen Wesenszüge und Intentionen der Arbeit erkennbar werden lassen.
Die Unterlagen des Städtebaupreises müssen DIN A 4 (stehend) oder DIN A 3 (liegend) eingereicht werden.
Dabei ist folgende Reihenfolge zu beachten:
–Vorblatt in Form des Bewerbungsbogens mit Projektbezeichnung, Daten, Verfasser etc.
–Projektbeschreibung
–Darlegung der planungs-, bau- und bodenrechtlichen Gegebenheiten, der kommunalpolitischen Umsetzung sowie des finanziellen Rahmens
–reproduktionsfähiger Lageplan mit Angabe des Maßstabs und Kennzeichnung der Fotostandorte
–reproduktionsfähige Ansichten, Schnitte (mit Maßstabsangabe) und erläuternde Skizzen
–reproduktionsfähige Fotos des realisierten Projektes
–Liberoblatt mit freien Darstellungen (optional)
–gefaltete Pläne im Maßstab 1:2.000/1:1.000/1:500.
Für den Sonderpreis sind folgende Unterlagen einzureichen:
–Vorblatt in Form des Bewerbungsbogens mit Projektbezeichnung, Daten, Verfasser etc.
–reproduktionsfähige Pläne
–max. zehnseitige zusammengefasste Erläuterung der eingereichten Pläne
–Liberoblatt mit freien Darstellungen (optional)
–Gesamtkonzept (soweit erforderlich).
Neben den analogen Unterlagen sind die Unterlagen digital im pdf-Format (150 dpi) einzureichen.
Die Unterlagen verbleiben bei der Ausloberin. Haftung bei Verlust von Unterlagen kann die Ausloberin nicht übernehmen.
Jury
Prof. Michael Braum, Städtebauer, Fakultät für Architektur und Landschaft, Universität Hannover
Anna Brunow, Architektin, Helsinki
Prof. Christiane Sörensen, Landschaftsarchitektin, HfbK Hamburg
Heinz Tibbe, Stadtplaner, Berlin
Heinrich Walgern, Denkmalpfleger, Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Pulheim-Brauweiler
Prof. Jörn Walter, Oberbaudirektor, Hamburg
Georg Adlbert, Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg
Prof. Dr.-Ing. Werner Durth, Technische Universität Darmstadt
Ständiger Gast für den Wissenschaftlichen Beirat
Auswahlverfahren und Preisverleihung
Die Jury trifft in ihrer ersten Sitzung unter allen eingereichten Bewerbungen eine Vorauswahl. Die Objekte und Projekte, die in die engere Wahl gelangt sind, werden von Mitgliedern der Jury besichtigt.
Im Anschluss an die Besichtigungen nominiert die Jury in einer zweiten Sitzung diejenigen Bewerbungen, denen sie den Deutschen Städtebaupreis 2006 bzw. den Sonderpreis 2006 einschließlich der Belobigung zuerkennen wird.
Die Bekanntgabe der Preisträger/innen erfolgt im Rahmen der Preisverleihung im November 2006 in der Akademie der Künste in Berlin.
Die für die Preise Nominierten werden gebeten, zur Preisverleihung die Projekte auf je drei Stelltafeln darzustellen.
Die Preisverleihung findet in Verbindung mit einem Symposium statt, das aktuelle Bezüge zwischen Städtebau und gesellschaftlichem Wandel thematisiert und dabei durch entsprechende Referenten/innen Verbindungen zwischen Politik, Planung und Ausbildung herstellt.
Das Symposium wird von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung unter Leitung eines Wissenschaftlichen Beirats vorbereitet.
Die prämierten Arbeiten werden zusammen mit den Vorträgen im Rahmen des Symposiums in einer Publikation dokumentiert und verbreitet.
Bewerbung
Der Bewerbungsbogen ist als Download unter www.deutscherstaedtebaupreis.de zu erhalten.
Die Bewerbungsunterlagen sind postalisch einzureichen an:
Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung
Stresemannstraße 90
D 10963 Berlin
Fon 0049.(0)30.23082231
Fax 0049.(0)30.23082232
Die DASL erhält für die eingereichten Unterlagen ein uneingeschränktes Nutzungs- und Veröffentlichungsrecht. Aus der Veröffentlichung ausgewählter Beiträge sind keine Honorarforderung ableitbar.
Letzter Einsendetermin ist der 30. April 2006 (Poststempel).
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| Ausschreibung veröffentlicht | |||
| Ergebnis veröffentlicht | 01.11.2006 | ||
| Zuletzt aktualisiert | 05.12.2011 | ||
| Wettbewerbs-ID | 4397 | ||
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