WBW Am Stadtgraben, Münster
'Schlusssteine setzen' nennen die Verfasser das Konzept, gemeint sind hiermit drei Baukörper, die wie Schlusssteine in den städtischen Kontext gefügt werden sollen. Der Grundgedanke wird dadurch nachvollziehbar, dass sich die Verfasser mit den drei Orten jeweils intensiv auseinandersetzen und drei sowohl stadträumlich als auch von der Nutzung und Architektursprache unterschiedliche Konzepte vorschlagen, die in unterschiedlicher Weise überzeugen.
Der als Monolith bezeichnete Stadtbaustein an der Georgskommende wird geprägt durch die angedachte universitäre Nutzung als Hörsaal- und Bücherhaus. Die räumlichen Qualitäten zur Bestandsbebauung und zur Aa können überzeugen wobei die Höhenentwicklung der beiden hofbildenden Baukörper hinsichtlich der Nachbarbebauung kritisch erscheint. Wie bei den beiden weiteren ,Bausteinen' wird die Bebauung an der Georgskommende mit einem überzeugenden Freiraumkonzept mit den angrenzenden Stadt- und Außenräumen vernetzt.
Das Solitätgebäude an der Westerholt'schen Wiese wird als Saalhaus für Konzerte und Kongresse auf ein Plateau positioniert, das gleichzeitig als Aussichtsterrasse auf den Stadtfreiraum der Promenade und der Westerholt'schen Wiese dienen soll. Diese Grundhaltung in Form einer öffentlichen Nutzung, die gleichzeitig die Qualitäten des bestehenden Freiraumes sichtbar macht, wird als angemessene Lösung im Übergang von Altstadt und dem Landschaftsraum des Aasees betrachtet.
Die straßenbegleitende Bebauung am Aegidiitor in Form eines Gästehauses der Uni ist folgerichtig. Zur Promenade hin wird ein viergeschossiges ,Schauhaus' der Universität vorgeschlagen und bildet in übersetzter Form eine gebaute Promenadenscheibe. Bäume werden an dieser Stelle ersetzt durch stilisierte Linden auf einer zweidimensionalen Ebene, die in Teilen gleichzeitig Sonnenschutz sein soll. Mit dem in konsequenter Weise vorgeschlagenen Gesamtkonzept für die vom Verkehr umspülte Insel wird bewusst ein überzeugender Kontrapunkt zum weiteren Verlauf der lindenbestandenen Promenade gesetzt. Die Realisierbarkeit des schlanken Gebäudeskubus erscheint jedoch fraglich.
Insgesamt werden die überzeugenden Antworten auf die verschiedenen stadträumlichen Situationen gewürdigt. Insbesondere auch die Vernetzung im Freiraum, sowie die Beziehungen der universitären Nutzungen zur bestehenden Stadtnutzung.
[Niederschrift über die Sitzung des Preisgerichts am 09.09.2011, Münster]
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| Ausschreibung veröffentlicht | 01.01.2011 | ||
| Ergebnis veröffentlicht | 28.09.2011 | ||
| Zuletzt aktualisiert | 22.02.2013 | ||
| Wettbewerbs-ID | 3-86500 | ||
| Seitenaufrufe | 3337 | ||
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