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  • DE-50674 Köln
  • 04/2017
  • Result
  • (ID 2-262089)

Erweiterung der Hahnentorburg


  • Winner

    Nacht-Perspektive, © ksg / Ponnie Images

    Architects
    kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, Köln (DE), Leipzig (DE) Büroprofil

    Author
    Prof. Johannes Kister

    Collaboration
    Artiom Seleznev, Max Dankward Riemenschneider, Benjamin Jutz

    Explanatory text
    In der außerordentlich komplexen Situation setzt das Konzept dort an, wo durch den Abriss der Brücke eine Brandwand zurückbleibt. Hier verortet das Konzept ein kubisches Volumen mit dem Eingang zu einem Foyer, von dem alle Bereiche der Torburg erschlossen werden. Die Eingangshalle ist zweigeschossig.

    Eine offene Treppe ...
    ... führt hinunter in das Foyer vor den Saal. Die geschwungene Treppe inszeniert den Abstieg und ist gleichzeitig eine konsequente Erschließung einer unterirdischen Saallösung. Der Vorraum liegt unterhalb des Torraumes zwischen den sichtbaren Steinfundamenten der Torburg. Die Verbindung von Neu und Bestand wird an dieser Stelle räumlich deutlich. Lässt man sich auf den Gedanken ein, legt sich geradezu zwangsläufig der Saal quer vor das Stadttor in einer Tiefe von 8 Metern. Die Orientierung des Saales als unterirdische Klammer der beiden Türme bietet den Vorteil, sowohl den zweiten Rettungsweg, als auch das Catering mit Küche funktional effektiv vom Gastbereich zu trennen. Die Sohle des Saalbauwerks liegt höher als die Fundamente der Torburg, die unterhalb des Wehrgrabens in ca. 10m Tiefe beginnen. Somit kann die Fundamentierung ohne große Beeinträchtigung des Hahnentors erfolgen.

    Der offene Raum des Nordturmes ...
    ... wird mit einer Glasfassade geschlossen und mit einem Lastenaufzug und Treppe zum Servicebereich des Saales ergänzt. Im Zwischengeschoss wird die Lüftungstechnik des Saales platziert. Auf diese Weise ist der gesamte Saalbereich für externe und interne Nutzungen unterirdisch verortet unter der kleinstmöglichen Platzfläche (Reduktion gegenüber 1.Phase).

    Die gewölbte Konstruktion ...
    ... thematisiert das „Unter-der-Erde-Sein“ und erzeugt durch die Lichtvouten gleichzeitig eine Leichtigkeit. Das Material sind Glasfaserplatten mit Beimischung von 10% Altpapier und Zement. Neben den beiden Rettungswegen wird in einer Zwischendecke eine Sprinkleranlage vorgesehen. Aufgrund dieser Randbedingung wird eine Saaldecke aus parametrisch geformten Elementen vorgeschlagen, die auf der einen Seite eine besondere Atmosphäre schafft, auf der anderen Seite durch die Öffnungen alle technischen Funktionen integrieren kann.

    Die Fassade des Neubaus ...
    ... ist kubisch auf die Tangenten der Außenkanten des Bestandes begrenzt. Schattenfugen setzen den Baukörper vor dem Bestand ab. Auch das Material „Metallfassade“ differenziert den Neubau vom Bestand, lediglich die Farbe „beige metallic“ stellt eine Verbindung her. Die Fugenteilung der Metallfassade greift die „parametrischen“ Saaldecken geometrisch auf und stellt eine Verbindung von oben und unten her. Das hohe Foyer ist mit einer „Planar-Verglasung“ großzügig geöffnet und Licht fällt über den Treppenraum nach unten. Die mattierten Glasscheiben in der Metallfassade sind auch abends durch Beleuchtungen illuminierbar und adressieren den Eingang zu einem Festsaal.

    Evaluation by the jury

    Wie auch in Phase 1 wurde eine weitgehend unterirdische Lösung vorgeschlagen. Als Konsequenz aus den Hinweisen der Phase 1 wurde der „footprint“ des Gebäudes jedoch deutlich verkleinert. Die Hinzunahme des Bereiches im Untergeschoss zwischen beiden Türmen ermöglicht eine symmetrische Anordnung des Saals vor dem Foyer/Barbereich. Die ganze Abfolge der Räume und Funktionen angefangen vom Eingang im Anbau des Südturms, über die geschwungene Treppe ins Untergeschoss, zum Foyer/Garderobe zur Bar und schließlich in den Saal erscheinen logisch, natürlich und fast schon choreografiert. Der Höhepunkt ist der große Saal, der durch seine Deckengestaltung fast schon kathedralenhaft wirkt und hohe Raumqualitäten erwarten lässt.

    Die weiteren funktionalen Anforderungen, etwa die Verortung der dienenden Räume, die Herstellung der Barrierefreiheit oder die Sortierung der Räume im Bestandsbau sind in mit einer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit erfüllt, so dass nur wenige Fragen offen bleiben.

    Der Anbau an den Südturm, mit der vorgeschlagenen Metallfassade, kündigt die Nutzung im Inneren des Gebäudes an und transportiert die Einzigartigkeit der „neuen Unterwelt“ auf den Rudolfplatz. Das oberirdisch sichtbare Element ermöglicht nicht nur die Zugänglichkeit zur Hahnentorburg, sondern verspricht die Qualitäten der neuen Räumlichkeiten und wird als Bereicherung des Rudolfplatzes gesehen.


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Created on 12.04.2017, 12:51
Last updated 09.05.2017, 12:33
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