• AT-6380 St. Johann in Tirol
  • 02/2010
  • Result
  • (ID 30286)

Erweiterung des BG/BORG St. Johann in Tirol

Invited competition
  • 3rd Prize


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    Architekten
    Architekt Mag. Arch. Veit Pedit, Lienz (AT)

    In collaboration with::
    Architekten: Resch, Kratschmann und Partner ZT GmbH, Wien (AT)

    Explanatory text
    A Städtebauliche Gesichtspunkte

    Prämisse für die Erweiterung der Schule war die Erhaltung der vorhandenen Freiflächen. Die nötige Kubatur der Erweiterung wurde in Form eines zusätzlichen Geschosses, welches die ausgebauten und nicht ausgebauten Dachräume ersetzt, geschaffen.
    Der kleine Turnsaal wurde bewusst nicht überbaut um den Handlungsspielraum für zukünftige Entwicklungen der Schule nicht zu behindern. Der 3 – fach Turnsaal wird äußerlich nicht verändert.
    Das neue, teilweise gestaffelte Dachgeschoss beruhigt den Baukörper und wirkt als L – förmige Klammer.


    B Baukünstlerische Gesichtspunkte

    Die Aufstockung der Schule wird sowohl konstruktiv als auch in ihrer äußeren Erscheinungsform leicht und offen interpretiert. Durch eine Fuge von der kaum veränderten Bestandsfassade abgesetzt, ergänzt das neue Geschoß die Struktur des Hauses und schließt das Gebäude nach oben hin ab.
    Der östliche Trakt mit Mehrzwecksaal wird zweihüftig vorgeschlagen, wobei dessen breite Mittelzone über eine Dachverglasung großzügig belichtet wird und das Licht über einen Luftraum in das darunterliegende Geschoß weiterleitet. Im Erdgeschoß und 1. Stock des zweihüftigen Bestands wird die Ostseite von Räumen freigehalten und die Fassade geöffnet. Im Bereich des Aufzugs werden die Wände geöffnet um einen weiteren Außenbezug herzustellen und die Geschosse mit einem vor gelagerten, dreigeschoßigen Luftraum verbunden. Hier wird eine geschoßübergreifende Bepflanzung vorgeschlagen.
    Der westliche, einhüftige Trakt des Dachaufbaus öffnet sich über einen verglasten Pausenraum zur flexibel beschatteten Terrasse mit Panoramablick.
    In ihrer Materialität wird das neue Geschoß durch eine hinterlüftete Fassade aus durchgefärbten, hellen Faserzementplatten und durch großzügige Glasflächen bestimmt. Es kontrastiert also durch seine Offenheit mit den Putzflächen der unteren Bestandsgeschosse, und bildet einen horizontal gegliederten Abschluß.


    C Funktionale Gesichtspunkte

    Um zukünftige Erweiterungsmöglichkeiten ohne Verwendung zusätzlicher Freiflächen für die Schule offen zu halten, wurde auf eine Überbauung des ohnehin zu kleinen Turnsaals verzichtet. Dieser könnte also in Zukunft überbaut, abgebrochen oder auch auf Ebene des Untergeschoßes neu errichtet werden.
    Innerhalb des Bestands wurden Raumreserven in sinnvollem Umfang komprimiert, um die zusätzlich nötige Kubatur geringer zu halten.
    Insgesamt wurde darauf geachtet, daß Funktionsbereiche wie Verwaltung, BE und Werken und insbesondere die Sondersäle im nordseitigen Trakt mit größerer Raumtiefe, zusammen liegen. Die Schulbibliothek wurde direkt beim Eingang situiert.
    Die Nachmittagsbetreuung wurde in das Gebäude des 3- fach Turnsaals verlegt, wo ein idealer Bezug zu den Sport- und Spielflächen gegeben ist. Auch synergetische Nutzungen mit anderen Schulen würden sich hier anbieten.
    Der Mehrzwecksaal im neuen Dachgeschoß neben den Musiksälen kann sowohl zum Pausenraum als auch zur Terrasse geöffnet werden, und bietet sich auch für Veranstaltungen mit Musik- und Theatervorführungen an.



    D Statische Überlegungen zum Neubau

    Die Aufstockung der Schule wurde nicht zuletzt aus Gründen der Minimierung der Zusatzlasten als Holzbauweise konzipiert.

    Grundsätzlich sind die Decken als Kreuzlagenholz (KLH) -Platten in Stärken von 23 bis 30 cm geplant, nur im Bereich des Glasdaches über dem Pausenraum sind Holzleimbinder mit einer Glas- bzw. KLH - Eindeckung vorgesehen.

    Für die Wände sind ebenfalls KLH-Platten vorgesehen, wobei bei der Grundrisskonzeption weitgehend darauf Rücksicht genommen wurde, dass die neuen lastabtragenden Wände auf den tragenden Wänden des Bestandes zu liegen kommen. Zusätzlich sind aussteifende Wände aus KLH-Platten zur Stabilisierung angeordnet. Im Hinblick auf die durchwegs lichtoffene Ausführung der Fassade, wurde eine aufgelöste Konstruktion aus Holzleimbindern auf Stahlsäulen gewählt, wobei die raumabschließenden Teile nicht tragend ausgebildet sind.

    Die oberste Geschossdecke ist gemäß der dem Wettbewerb beiliegenden globalen statischen Beurteilung für die neue Nutzung ausreichend tragfähig, jedoch könnten in den Bereichen, wo neue Tragelemente auf der Bestandsdecke zu liegen kommen, Deckenverstärkungen erforderlich werden (z.B. Verstärkung von Stahlbetondecken mit CFK-Lamellen).

    Der erforderliche Brandschutz wird durch entsprechende Dimensionierung der Holzkonstruktionen (Abbrandberechnung) bzw. durch Brandschutzbeschichtung der Stahlbauteile erfüllt.


    E Ökonomische, ökologische, energetische Gesichtspunkte

    Die Wirtschaftlichkeit des Projekts erklärt sich durch 2 Aspekte:
    Durch das Nutzen von Reserveflächen im Bestand können die zusätzlich nötigen Nutzflächen reduziert werden. Geringfügige Umbauten sind kostengünstiger als Neubaukubaturen.
    Der Abbruch des Dachgeschosses und die Aufstockung in Holz – Massivbauweise aus vorgefertigten Elementen kann sehr rasch und in den Ferienzeiten erfolgen, wodurch der Schulbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird. Statisch nicht relevante Trennwände im DG können in Leichtbauweise errichtet werden, wodurch allfällige Nutzungs- und in der Folge Grundrissänderungen möglich werden.

    Die Holzbauweise ist nachhaltig und in raumklimatischer Hinsicht angenehm. Tragende Holzwände mit stark dimensionierter Wärmedämmung bieten beim Neubau ausreichenden Wärmeschutz für Niedrigstenergiebereich. Der massive Holzbau mit KLH - Platten bietet ausreichende Speichermasse, wodurch Barackenklima vermieden wird.
    Durch differenzierte Lichtumlenkung der Sonnenschutzlamellen im Dachgeschoß kann das Tageslicht besser genutzt und Energie gespart werden.
    Das Entwurfskonzept ist so angelegt, daß es zukünftige Erweiterungen ressourcenschonend zuläßt.

    Evaluation by the jury
    Not available.

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Created on 19.04.2010, 16:34
Last updated 19.04.2010, 16:40
Entry ID 4-35437
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