Architekten
Explanatory text
Städtebau
Die außerordentliche Lagegunst des Wettbewerbsgebietes in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof sowie zur Stadt erfordert für den geplanten Neubau eine städtebauliche Gebäudefigur. Der Entwurf folgt den Vorgaben der dort herrschenden Bauregeln und entwickelt sich durch den städtebaulichen Block. Es wird ein sich auf mehrere Seiten reagierender Gebäudekomplex vorgeschlagen, der in einen zeitgenössischen Beitrag umgesetzt wird. Die öffentlichen Zugänge für den Verkauf gehen sichtbar von der Stern, Bahnhofs- und Bankstrasse ab, die privaten repräsentativen Eingänge werden im gestalteten kleinem Stadtplatz ausgebildet und tragen zur adäquaten Adressbildung der Gesamtanlage bei. So stellt der Entwurf ein spannungsvolles Gleichgewicht zwischen städtischer Kleinteiligkeit und zentralen Stadtraum dar. Durch seine plastische Durchformung und seine verschiedenen Staffelungen entsteht eine moderne skulpturale Stadtfigur mit einzigartigem Charakter, welche als städtisches Haus dem Quartier Halt und Identität gibt.
Architektonischen und betrieblichen Ideen
Wie ein städtisches Haus in einer gewachsenen europäischen Stadt reflektiert die Fassade die Nutzungsverteilung. Der Sockelbereich zu den Strassen orientiert setzt sich durch die Oberflächenbeschaffenheit des rauen Kunststeins ab. Aus ihm wächst die Gebäudefigur heraus. Die horizontalen Bänder ziehen sich als verbindendes Motiv um das gesamte Gebäude.
Im Erdgeschoss sind die Nutzungen Verkauf, Café, Kita und Wohnen, letzteres im ruhigen Hof, ausgewiesen. Im ersten Obergeschoss zur Bahnhofs- und Bankstrasse unterscheidet sich die Nutzung Büro in der Fassade durch den Verzicht auf Loggien. Die Wohnnutzung erstreckt sich bis ins 5. Obergeschoss. Im ersten Unterschoss sind Pflicht- und Besucherparkplätze, Lager-, Technik- und Abstellräume untergebracht. Das zweite Untergeschoss wird optional ausgewiesen. Hierbei können, werden in Hinblick auf die unmittelbare Nähe zum Bahnhof mindestens 50 Parkplätze zusätzlich angeboten.
Aussenraum
Der Aussenraum der Anlage soll mit einem einheitlichen Kieshartbelag ausgebildet werden. Durch die S-Form der Gebäudefigur werden zwei Innenhöfe geformt. Wie ein Gelenk in der Mitte der Anlage erinnert der größere nach Süden ausgerichtete Hof an einen Stadtplatz. Mit nötigem Abstand zur Nachbarbebauung sind die Zugänge klar ersichtlich. Eine Identität stiftende Adresse für die Bewohner wird so geschaffen. Geschwungene Grüninseln mit Bäumen und Bänken stehen allen Bewohnern und Besuchern als Gemeinschaftraum zur Verfügung. Der zweite Hof, eher geschützt und etwas höher gelegen, ist der Kita zugeordnet. Eine Spielfläche, umgeben von Sitzbänken, lädt auch hier zum Verweilen ein.
Wohnungen
Die verschiedenen Ansprüchen der heutigen Zeit erfüllen zu können, wurden die Wohnungen den verschiedenen Charakteren des gemeinsamen städtischen Wohnens entsprechend entworfen. Gleichbedeutend mit der Individualität jeder einzelner Wohnung wird durch den vorliegenden Gebäudeentwurf ebenso die Wohngemeinschaft gefördert und zelebriert. Neben den vielfältigen, diagonalen Blickbeziehungen innerhalb dieses Komplexes wird auch der Blick nach Osten auf den Bodensee inszeniert. Jeder Wohnungsgrundriss hat mindestens zwei Himmelsausrichtungen. Loggien und Terrassenflächen geben ihnen zusätzliche Aufenthaltsqualität. Durch die Staffelungen des Baukörpers entstehen unterschiedliche Perspektiven und Wohnungsgrundrisse. Ein ausgeglichener Anteil von 2.5 - 5.5 - Zimmern und - Maisonette Wohnungen, sowohl zum ruhigen Hof als auch mit Blick auf den Bodensee schaffen ansprechende Wohnungen.
Projektbeteiligte
Büro Max Dudler: Max Julius Nalleweg, Kyung-Ae Kim, Jan Diefenbach, Asyhin Soydan
Evaluation by the jury
Not available.