Radical Jewish Culture.
Musikszene New York seit 1990
»Radical Jewish Culture« war Anfang der 1990er Jahre eine avantgardistische jüdische Musikbewegung, die sich aus der New Yorker Underground-Szene entwickelte. Sie war nicht zuletzt durch die Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Massenvernichtung der europäischen Juden motiviert, die bislang von der Generation der Überlebenden und Immigranten erfolgreich verdrängt worden war.
„(...) Es galt vor allem, die spezielle New Yorker...
Radical Jewish Culture.
Musikszene New York seit 1990
»Radical Jewish Culture« war Anfang der 1990er Jahre eine avantgardistische jüdische Musikbewegung, die sich aus der New Yorker Underground-Szene entwickelte. Sie war nicht zuletzt durch die Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Massenvernichtung der europäischen Juden motiviert, die bislang von der Generation der Überlebenden und Immigranten erfolgreich verdrängt worden war.
„(...) Es galt vor allem, die spezielle New Yorker Atmosphäre zu spiegeln, in der eine experimentelle Musikbewegung entstehen konnte, innerhalb derer bei vielen ihrer Protagonisten zugleich eine Auseinandersetzung mit ihrer jüdischen Identität stattfand. Die Gestalter sahen sich hier mit einer Komplexität konfrontiert, die zum einen Aspekte von Identitätssuche, der Suche nach den eigenen Wurzeln bedeutet, zum anderen aber eine radikale und revolutionäre Neuerfindung innerhalb der Musikszene. Um diese Komplexität darstellen zu können, wählten sie – gewissermaßen als räumliche Metapher einer inneren Suche – die Form eines ausgehöhlten Körpers: Wie aus Styropor geschnitten laden in der Ausstellung nun einzelne Hörkabinen und kleine Kinos die Besucher ein, sich niederzulassen und einzutauchen in die Welt der jüdischen Musik – von Klezmer bis hin zu den jüngsten Kompositionen der Radical Jewish Culture.(...)“
Marie Naumann
Auszug aus einem Porträt über KatzKaiser, JMB Journal No.4 „Radical Jewish?“
Eine Ausstellung des Musée d‘art et
d‘histoire du Judaïsme, Paris.
kuratiert von Mathias Dreyfuss
Projektleitung: Helmuth F. Braun
Grafik: nondesign, Jörg Waschat, Köln
Jüdisches Museum Berlin, 2011