Das Kölner Architektenteam bob-architektur bekam 2008 den Auftrag, das im Jahr 1913 erbaute Schulgebäude, die ehemalige Wilhelmschule, zu einem modernen Bürogebäude der Grafschaft Moers, Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH in Kamp-Lintfort umzubauen.
Entwurfsprämissen der Architekten waren zum einen, die historische Gestalt der ehemaligen Grundschule zu erhalten, zum anderen das Corporate Design des Auftraggebers in das Konzept zu integrieren und in ein neues Raumkonzept zu transponieren.
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Das Kölner Architektenteam bob-architektur bekam 2008 den Auftrag, das im Jahr 1913 erbaute Schulgebäude, die ehemalige Wilhelmschule, zu einem modernen Bürogebäude der Grafschaft Moers, Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH in Kamp-Lintfort umzubauen.
Entwurfsprämissen der Architekten waren zum einen, die historische Gestalt der ehemaligen Grundschule zu erhalten, zum anderen das Corporate Design des Auftraggebers in das Konzept zu integrieren und in ein neues Raumkonzept zu transponieren.
Der Haupteingang der einstigen Grundschule befand sich aus funktionalen Gründen ursprünglich im rückwärtigen Teil des Gebäudes. Die Architekten sahen eine repräsentative, behindertengerechte Eingangslösung vor und verlegten das Zugangsportal an die Frontseite. Diese Zugangssituation markiert den Startpunkt des Entwurfkonzeptes. Ein Band, das die Geschichte der Wilhelmschule erlebbar macht, das sich architektonisch in der Außenraumgestaltung, innenräumlich im Bodenbelag und der Möblierung ausdrückt.
Eine großzügige Rampenanlage und ein leuchtendes Brüstungselement auf einem massiven Steinsockel aus Basaltlava markieren den Beginn des Band-Konzeptes.
In Ihren Umfeld wirkt diese Zugangssituation als ein signifikantes Stadtmöbel, markiert die neu geschaffene Eingangssituation und lässt die neue, modern - elegante Struktur im Inneren bereits erahnen. Der massive Steinsockel nimmt die Bewegung des Straßenraums auf und führt den Besucher in den Spannungsraum zwischen historischer Ziegelfassade und moderner, transluzent-weißen Kunststoffbrüstung.
Durch das Öffnen der Brüstung im Podestbereich in Richtung Stadt markiert diese Zone ein städtebauliches Zeichen, schafft eine Platzsituation, läd ein und schafft Aufmerksamkeit, bevor sich das Band wie eine Geschichte durch das gesamte Gebäude zieht.
Das Band nimmt Funktionen wie den Eingangsbereich, Büromöbel, Konferenzanlagen, Beamerflächen auf und lässt diese durch Volumen entlang des Bandes materialisieren.
Die neuen Möbel setzen sich formal von der historischen Gestalt des Gebäudes ab, gliedern sich aber durch ihre Materialität in das Raumkonzept ein, ohne an Selbstbewusstsein zu verlieren und unterstreichen das neue Corporate Design der Grafschaft Moers.
Der Anspruch einer modernen Bürostruktur war in dem 97 Jahre alten Gebäude nicht leicht umzusetzen. Es wurden große konstruktive Anstrengungen unternommen, um dem Raumkonzept gerecht zu werden und das geforderte Raumprogramm wie einen 125m² großen Konferenzbereich im Erdgeschoss unterzubringen.
In dem Umbau wurden viele historische Details herausgearbeitet und sind oft erst auf dem zweiten Blick erfahrbar. Der historische Keller und das Dach wurden saniert und nach den heutigen Regeln der Bautechnik umgesetzt, die maroden Kunststofffenster aus den 60er Jahren durch moderne Aluminiumfenster nach EnEV ausgestattet.
Selbst im Außenbereich wurde mit Rücksicht auf den historischen Bestand ein stimmiges Außenraumkonzept umgesetzt. Neue Bauteile wie ein Anbau an den ebenfalls sanierten und zum Büro umgenutzten Kiosk der Wilhelmschule schließen das Konzept im Außenraum ab und wirken städtebaulich als eine Einheit.