Die bayernweite Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre bringt mit dem längeren Schulalltag die Erfordernis einer täglichen Essensversorgung mit sich. Das Städtische Luisengymnasium als Ganztagsschule hat darüber hinaus noch spezifische Anforderungen. Neben einer neuen Mensa wurde hier außerdem eine Cafeteria realisiert, um angemessene Aufenthaltsqualitäten im Ganztagsgymnasium anbieten zu können.
Um die Essensversorgung im Ganztags- und G8- Betrieb sicherzustellen, war eine...
Die bayernweite Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre bringt mit dem längeren Schulalltag die Erfordernis einer täglichen Essensversorgung mit sich. Das Städtische Luisengymnasium als Ganztagsschule hat darüber hinaus noch spezifische Anforderungen. Neben einer neuen Mensa wurde hier außerdem eine Cafeteria realisiert, um angemessene Aufenthaltsqualitäten im Ganztagsgymnasium anbieten zu können.
Um die Essensversorgung im Ganztags- und G8- Betrieb sicherzustellen, war eine Neukonzeption und Erweiterung der Mensa auf eine Kapazität von 125 Sitzplätzen erforderlich geworden. Durch Einbeziehung von Räumen des benachbarten Berufsbildungszentrums konnte ein attraktiver Mensabereich entlang zweier Lichthöfe im Untergeschoss der beiden denkmalgeschützten Gebäudeteile realisiert werden. Bei der Planung wurde besonderer Wert auf die Führung des Tageslichts und die Übersichtlichkeit gelegt. In minimalistischer Formensprache unterstützen die baulichen Eingriffe die denkmalgeschützte Bausubstanz von Theodor Fischer und treten mit ihr in einen selbstverständlich wirkenden Dialog.
Während der Bauarbeiten fiel die Entscheidung, das neue Konzept des "pädagogischen Kochens" ins Schulkonzept des Städtischen Luisengymnasiums zu integrieren. Jede Klasse betreibt jedes Schuljahr zwei Wochen lang unter Anleitung eines Profikochs die Mensa.
Im Erdgeschoss des Neubaus aus den 1980er Jahren wurden zwei Ladeneinheiten entlang der Elisenstraße ins Schulgebäude integriert und zur Cafeteria umgebaut. Der Raum dient der Entspannung und Kommunikation und ist entsprechend aktueller Anforderungen an eine Ganztagsschule im Sinne eines "Lebensraums Schule" konzipiert. Mit vom Putz befreiten Sichtbetonwänden, einem dimmbaren Lichtteppich aus Leuchtstoffröhren, einem Nuss- Industrieparkettboden und einer Sitzlounge haben bodensteiner · fest architekten der Cafeteria den größtmöglichen Kontrast zur Lern- und Schulatmosphäre des restlichen Schulhauses verliehen. Hier wurde Raum für die sozialen Begegnungen geschaffen, die in der traditionellen Halbtagsschule im privaten Bereich ihren Platz hatten. Vom Barhocker entlang der Fassade über Massivholztische und - Bänke bis zur 12 Meter langen, gepolsterten Lounge werden hier unterschiedlichste Aufenthaltsqualitäten angeboten.
In der vorgelagerten bestehenden Pausenhalle wurde der Fluchtweg aus dem Untergeschoss brandschutztechnisch abgetrennt. Die damit verbundene Konstruktion aus Profilgläsern und einem Windfang schirmt die neue Cafeteria vor Zugluft ab.
Ebenso wie die Planung der Maßnahme insgesamt, erfolgte die Auswahl der verwendeten Materialien nach strenger Abwägung von Nachhaltigkeitskriterien und Kosten. Dabei wurden Ökobilanz und baubiologische Aspekte ebenso berücksichtigt wie die Robustheit im Schulalltag.