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Das Diakoniekrankenhaus Friederikenstift gGmbH ist ein freigemeinnütziges Krankenhaus in Trägerschaft der Diakonischen Dienste Hannover gGmbH. Die Unternehmensgruppe besteht unter anderem aus den Diakoniekrankenhäusern Annastift, Friederikenstift und Henriettenstiftung und hat sich dem Diakonischen Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannover als Dachverband angeschlossen. Das Friederikenstift hat enge Bindungen zu den Berufsgenossenschaften und behandelt u.a. auch Patienten mit Berufsunfällen.
Im Friederikenstift sind die folgenden Kliniken vertreten: Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, Geburtshilfe und Gynäkologie, HNO-Belegabteilung, Plastische-, Hand- und Mikrochirurgie, Innere Medizin, Neurochirurgie, Neurologie, Radiologie, Strahlentherapie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Urologie. In Kooperation mit einer im Haus angesiedelten Röntgenpraxis werden darüber hinaus die Bereiche Nuklearmedizin, MRT, Strahlentherapie und Angiographie abgedeckt.
Das Friederikenstift hat den Wettbewerb betreffend zwei relevante Standorte: einerseits den Standort Humboldtstraße 5, 30169 Hannover, mit 384 Planbetten, andererseits den Standort Marienstraße 37, 30171 Hannover, mit 60 Planbetten.
Um auch zukünftig eine optimale Versorgung der Patienten des Friederikenstifts unter medizinischen, funktionalen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten garantieren zu können, soll der Standort Marienstraße an den Standort Humboldtstraße verlagert werden – Stichwort Einhäusigkeit. Zusätzlich soll die Frauenklinik des Diakoniekrankenhauses Henriettenstiftung – ein Haus aus der Unternehmensgruppe – vom Standort in Hannover-Kirchrode in den Standort Humboldtstraße integriert werden. In diesem Zusammenhang sollen auch die Leistungsbereiche der Radiologie des Diakoniekrankenhauses Henriettenstiftung, die für das Brustzentrum der DDH erbracht werden, an den Standort Humboldtstraße verlagert werden.
Gegenstand der ersten Phase des Wettbewerbs ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung einer übergeordneten Ziel- und Konzeptplanung für das Diakoniekrankenhaus Friederikenstift in der Humboldtstraße. Diese Planung bildet die Grundlage für die weitere (städte-)bauliche und funktionale Entwicklung des Friederikenstifts, die in der anschließenden zweiten Wettbewerbsphase konkretisiert bzw. ausformuliert werden soll.
Folgende Komponenten sind in die Entwurfsplanungen einzubeziehen, wobei die Reihenfolge der für die Weiterentwicklung des Friederikenstifts erforderlichen Maßnahmen nicht als Wertung bezüglich ihrer Priorität zu betrachten ist:
— Neubau von Allgemein-Pflegestationen zur Aufnahme der Betten aus den Standorten Marienstraße und der Frauenklinik des Diakoniekrankenhauses Henriettenstiftung, in Summe 110 Stellbetten,
— Erweiterung der Kapazität Intensivmedizin, InterMediateCare und Stroke Unit um 9 Betten,
— Ausbau der OP-Kapazität (Sanierung und Erweiterung im Bestand oder Neubau), so dass elf OPs für den stationären Betrieb verfügbar sind. Es sollte eine Erweiterungsmöglichkeit vorgesehen werden, um die OP-Kapazität zu einem späteren Zeitpunkt aufstocken zu können,
— Schaffung einer Anbindung zur Belieferung und Pufferung von Sterilgut. Der Standort der Zentralsterilisation am Standort Humboldtstraße wird ca. Mitte 2014 aufgegeben; für die Sicherung der Versorgung sind Interimslösungen zu entwickeln,
— Integration eines genehmigungsfähigen Hubschrauber(dach)landeplatzes als Anforderung des überregionalen Traumazentrums,
— Erweiterung/Optimierung der Liegendvorfahrt/Notaufnahme,
— Schaffung eines zentralen Aufnahme-/Untersuchungsbereichs für elektive Patienten. In diesem Zusammenhang – und mit dem Punkt "Liegendvorfahrt/Notfallaufnahme" – ist vermutlich der komplette Eingangsbereich des Friederikenstifts zu überplanen. In diesem Fall ist eine angemessene, moderne und klar strukturierte Eingangssituation zu schaffen, die allen Nutzern eine schnelle Orientierung ermöglicht und zusätzlich Serviceelemente wie zum Beispiel ein Café enthält,
— Bauliche Umstrukturierung der Diagnostikeinrichtungen Radiologie, Funktionsdiagnostik, Endoskopie im Sinne eines Diagnostikzentrums mit zentralisierter Ablauforganisation,
— Sanieren des bisher unsanierten Pflegebereichs und Umbau in wirtschaftliche Stationsgrößen,
— Schaffen eines Brustzentrums, das optimale Abläufe der beteiligten Disziplinen ermöglicht,
— Insbesondere der Aspekt der neu zu schaffenden gemeinsamen Frauenklinik, die sich aus dem Bestand des Diakoniekrankenhauses Friederikenstifts und der zu integrierenden Einheit aus dem Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung entwickeln wird, hat innerhalb der gesamten DDH-Unternehmensgruppe einen hohen Stellenwert. Schon heute sind die beiden Standorte durch eine Führungsspitze aus zwei Chefärzten besetzt, die standortübergreifend zum einen das Fachgebiet Geburtshilfe und zum anderen das Fachgebiet Gynäkologie verantworten. Bei einer Verschmelzung der beiden Standorte an den Standort Friederikenstift wird die größte niedersächsische Frauenklinik mit schon heute über 3 200 Geburten p.a. entstehen. Dabei wird das Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung auf einen hochattraktiven Stadtrand-Standort verzichten, so dass bezüglich der Ausgestaltung am Standort Friederikenstift sehr hohe Ansprüche gestellt werden. Es wird eine in sich geschlossene, hocheffiziente Einheit angestrebt, die einen eigenen Charakter an präsenter Stelle entwickeln und überregional Patientinnen anziehen soll. Dazu ist es unter anderem auch notwendig, die vom Kinderkrankenhaus auf der Bult betriebene neonatologische Intensivstation (Perinatalzentrum Level I), die ca. 20 Beatmungsplätze umfasst, an den Standort Humboldtstraße zu verlagern.
Im Rahmen der Planungen (1. und 2. Phase) wird ein Stufenkonzept erwartet, das die Planungsvorgaben in einer sinnvollen Reihenfolge einer Lösung zuführt. Dabei darf die Betriebsfähigkeit des Hauses zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt sein.
Als Grundlage für die Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe wird ein Funktions- und Raumprogramm für die betrieblich-bauliche Weiterentwicklung des Diakoniekrankenhauses Friederikenstift zur Verfügung gestellt. Demzufolge wurde ein zusätzlicher Flächenbedarf von in Summe ca. 6 700 m² NF ermittelt (siehe Anlage zur Wettbewerbsauslobung). Dem sind noch Flächen für krankenhausergänzende Leistungen, wie zum Beispiel die ambulante Versorgung von Patienten in Tageskliniken, hinzuzurechnen.
Die Architektenkammer Niedersachsen hat Kenntnis vom Inhalt der Bekanntgabe sowie der Art des Verfahrens und der Wettbewerbssumme erhalten und bei diesen Punkten beratend mitgewirkt. Das Verfahren wird bei der Architektenkammer registriert. Die Bekanntgabe sowie die Inhalte des Verfahrens sind abgestimmt mit der Leitung der Beratungs- und Prüfstelle Krankenhausbau bei der Oberfinanzdirektion Niedersachsen. |