Arquitectos (superiores/técnicos)
Colaboración
Kirstin Bartels,
Oliver Seidel,
Verena Brehm
Premios en efectivo/Honorarios
4.200 EUR
Texto aclaratorio
Die Martin-Luther-Schule Rimbach im Odenwald ist ein Gymnasium mit Schwerpunkt Musik für etwa 1600 Schüler. Die Planungsaufgabe war ein Erweiterungsbau, um den stetigen Zuwachs der Schülerzahlen aufzufangen und zeitgemäßen Unterricht sowie Ganztagesbetreuung zu ermöglichen.
Das Raumprogramm des Neubaus beinhaltet u.a. Klassenräume, einen naturwissenschaftlichen Bereich, Musikräume, einen Mensa-Caféteria-Bereich, eine Zweifeld-Sporthalle sowie dazugehörige Freianlagen.
Die kompakte aber dynamische Gebäudeform zeichnet sich durch ein einfaches Volumenkonzept aus:
Im EG spannen drei rechteckige, gegeneinander verdrehte Körper einen zentralen Raum auf – das Atrium. Darüber im 1.OG liegt ein U-förmiger Körper, der sich mit einer Galerie um das Atrium legt. Im 2.OG umfasst ein L- förmiger Körper mit Klassenräumen zweiseitig die begehbare Dachterrasse.
Das grosse Volumen der Sporthalle bildet den Schwerpunkt des neuen Gebäudes und schwebt als dynamisches Element über dem Aussenbereich des Speisesaals. Vier Solarkamine (siehe Klimakonzept) akzentuieren die Fassaden und Dachflächen und stellen einen Bezug zu den kleinmassstäblichen „Aufsätzen“ im Bestand und der Umgebung her.
Evaluación por parte del jurado
Der Vorschlag sieht einen solitären Schulneubau südlich der Bestandsgebäude vor. Somit wird von vorneherein nicht der Versuch unternommen, eventuelle Probleme mit der unmittelbaren Anbindung an den Schulaltbau zu lösen. Dies geht zu lasten einer witterungsabhängigen Erschließung von Alt- und Neubau.
Dennoch gelingt es den Verfassern, einen räumlich überzeugenden Dialog mit dem Bestand zu entwickeln. Auch die auf dem Dach vorgeschlagenen „Solarkamine“ beziehen sich unterschwellig auf die Dachlandschaft der alten Schulhäuser und schaffen es dabei Maßstäblichkeit und Plastizität entlang der gleichförmigen Traufhöhe des Neubaus zu erzeugen.
Die stark plastische Figur des Neubau wirkt architektonisch interessant, kann aber dennoch nicht in allen Teilen überzeugen. Vor allem die integrierte Sporthalle wirkt figürlich zu dominant. Die zentrale Position des Gebäudes auf dem Grundstück hinterlässt schmale Freibereiche, deren Belegung entlang der Weschnitz zufällig wirkt. Die Nutzungsverteilung innerhalb des Gebäudeentwurfs ist einfach und übersichtlich, die Orientierung mit der klaren Ausrichtung zu dem zentralen Innenraum hin ist gut gelöst. Die grundsätzliche Typologie wechselt zwischen den Geschossen, was den inneren Zusammenhang (und das Tragwerk) fragwürdig erscheinen lässt.
Die Wegeführung im Schulhaus wirkt komplex, aber nicht kompliziert, was vielversprechende und lebendige Innenräume erwarten lässt. Die unterschiedlichen Zugänge und die Setzung der Speiseräume sind gut platziert und schaffen die notwendige Transparenz von innen nach außen, da das Atrium sonst hermetisch wirken könnte.
Ausdrücklich gewürdigt wird das energetische Konzept, wenn es auch in Teilen, insbesondere der Anordnung der Lüftungskamine noch zu prüfen wäre.
Alles in allem ein gelungenes Einzelgebäude, das ein vielfältiges Innenleben aufweißt, aber in seiner Lage auf dem Grundstück sehr viel Raum einnimmt.