• DE-60325 Frankfurt/Main
  • 09/2007
  • Résultat
  • (ID 7615)

Campus Westend J. W. Goethe-Universität - 2. Erweiterungsstufe

Concours restreint
  • Un 3e prix


    Architectes
    Buro Happold, Berlin (DE), Bath (GB), Hong Kong (HK), Copenhagen K (DK) Büroprofil

    Collaboration
    Modellbau Mijalski + Nasarian Herr Förster & Herr Nasarian

    En coopération avec::
    Architectes: Gerber Architekten, Dortmund (DE), Hamburg (DE), Berlin (DE)

    Texte explicatif
    Entwurfsbestimmend sind drei wesentliche Maxime der Auslobung für die zwei Neubauten auf dem Campus Westend.

    1. Die beiden neuen Gebäude sollen integrativer Bestandteil des neuen Campus sein, dessen Gesamtkonzeption mit den Einzelgebäuden durch den von Heide aufgestellten Masterplan im wesentlichen geprägt ist, sowie durch das vorhandene südliche Hauptgebäude von Poelzig.

    2. Grundlage der jeweiligen Gebäudestruktur ist ein festgelegtes Grundeinheitenkonzept, bei der eine Grundeinheit aus einer Büroeinheit und einer Kernzone mit vorgegebenen Maßen von 35 x 15 Metern besteht.

    3. Wertvolle vorhandene Bäume sollen in das Konzept mit einbezogen werden.

    Diese sinnvollen Vorgaben und die Dichte des Raumprogramms im Verhältnis zu den vorgegebenen Baufeldern führen letztlich zu reduzierten Gebäudevolumina, die auch durch den Travertin-Naturstein der Fassaden im Einklang mit dem Poelzig-Bau geprägt sind.

    Wie gewünscht sind beide Bauaufgaben und zwar das Präsidium als universitäre Zentralverwaltung und das Fachcluster Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften, Psychologie und Humangeografie etc. zwei getrennte Gebäude mit, wie vorgegeben, zwei getrennten Zugängen vom Campus aus.

    Wogegen das Präsidiumsgebäude mit seiner innenliegenden sechs Geschosse hohen dachverglasten Foyerhalle den repräsentativen Anforderungen entsprechen soll, ist das Gebäude der Fachcluster dahingehend entwickelt, dass dem kommunikative Aspekt zwischen den zahlreichen Studenten und Lehrenden besonderer Raum gegeben wird.

    So wird das gesamte Gebäude der Fachcluster über eine mittlere über alle Geschosse reichende Magistrale erschlossen, über frei im Raum laufende Treppen und transparente Aufzüge. Diese Magistrale, die von vier Höfen beidseitig ihr Tageslicht erhält, wird in der Benutzung des Gebäudes eine selbstverständliche Orientierung mit Blick in die Höfe und Ausblick auf den Campus schaffen. Über diese Magistrale werden alle Fachbereiche und die anderen Bereiche, alle nach dem Grundeinheitprinzip organisiert, vom Haupteingang her erschlossen.

    Als Herz und Zentrum des Fachclustergebäudes wird die Bereichsbibliothek, das Studienzentrum angesehen. Dieser zentrale Bereich unterliegt nicht der Struktur der Grundeinheiten und kann deshalb seiner Aufgabe und Bedeutung entsprechen, in seiner Raumdisposition frei, offen und als der attraktivste Raumbereich innerhalb des Fachclustergebäudes entwickelt werden.

    Dieser zentrale Bereich ist im lichtdurchfluteten Untergeschoss entlang der räumlich in dieses Untergeschoss greifenden Magistrale angelegt. Er erhält Licht aus den beiden dachüberglasten südlichen Innenhöfen und aus den beiden nördlichen, von altem Baumbestand geprägten, abterrassierten Gartenhöfen, die der Bibliothek eine landschaftliche Atmosphäre verleihen, die aber auch als begehbare Lesegärten vorgeschlagen werden.

    Bei der Zonierung dieses Bereichs wurde darauf Wert gelegt, dass die Buchbestände mit ihren Regalflächen eher in den unbelichteten, die Leseplätze immer in den tagesbelichteten Bereichen angeordnet sind.

    Im offenen Magistralbereich der Bibliothek im ersten Untergeschoss sind die geforderten Plätze für Recherche und Lesen, die auch während der Schließung der Bibliothek benutzbar sein sollen, als Vorzone der Bibliothek angeordnet, ebenso die Information, die in direkter Verbindung mit der Ausleihe steht und so mit minimalem Personalbestand geführt werden kann. Es sind aber auch hier Garderoben und WCs entsprechend vorgesehen.

    Die Benutzer der Bibliothek werden diese über die beiden Doppelaufzüge bzw. die offenen Treppen von allen Geschossen her direkt erreichen können.

    Die Gesamterschließung und Verteilung der Studierenden und Lehrenden wird über die Magistrale im Erdgeschoss und von da aus über die Aufzüge und Treppen im Obergeschoss erfolgen. Vor allem von der Erdgeschossmagistrale bieten sich schöne Einblicke nach unten in die Bibliothek, so dass dieses Studienzentrum auf Grund der angebotenen Blickbeziehungen ständig im gesamten Haus optisch präsent ist.

    Ebenfalls in direktem Blickkontakt mit der Bibliothek liegt die Cafeteria direkt am Eingang im Erdgeschoss, in direkter Beziehung zum Campus und kann sich, mit entsprechender Möblierung im Sommer, auch hierhin ausdehnen. Der hohe überdachte Bereich des Eingangs kann vor Regen schützen, aber lässt im Sommer, bei schräg stehender Süd- und Westsonne durch seine Höhe genügend Raum um nichts zu verschatten.

    Ebenfalls am Haupteingang ist wie gewünscht der Bereich Studien-Service-Center mit eigenem Zugang vorgesehen.

    Im Gegensatz zum Clustergebäude ist das Gebäude des Präsidiums ein Geschoss höher und mit seiner geringeren Größe und Frontlänge auch repräsentabler in seinem architektonischen Erscheinungsbild. Beide nebeneinander liegenden Gebäude verbindet jedoch die gleiche Ausformulierung des Eingangsbereichs mit hohen schlanken Pfeilern, die ein darüber liegendes Dach tragen. Diese Eingangsformulierung bezieht sich auf die großen Entfernungen im Campusgelände und sollen vom ca. 200 Meter entfernten Campusplatz eine proportionale Entsprechung darstellen. Es ist aber auch eine Anleihe an die Architektur der zwanziger und dreißiger Jahre, die durch den vorhandenen Poelzig-Bau inspiriert ist. Das Präsidiumsgebäude, ebenfalls in der Grundstruktur der Grundeinheiten entwickelt, formuliert sich als ungleichschenkeliges U, das eine sechsgeschossige Eingangs- und Foyerhalle umschließt und sich zum Campus gerichtet öffnet. Mit dieser Blickbeziehung zum Campus, vor allem von der Galeriebrücke und dem transparenten Aufzug in der Halle aus gesehen, werden Besucher einen attraktiven Ausblick auf das Universitätsgelände haben. Gleichwohl ist diese Öffnung und Blickbeziehung zu allen Universitätsgebäuden aber auch als symbolische Geste der Formulierung des Präsidiums als zentrales Gebäude der Universität gedacht.

    Das Zimmer des Universitätspräsidenten ist an der südwestlichen Ecke im obersten Geschoss vorgesehen. Die größere Fensteröffnung soll darauf hin deuten. Von hier aus bietet sich ein uneingeschränkter Ausblick über das gesamte Campusgelände Westend.

    Eingänge, Erschließungen und Andienungen sind jeweils aus den Grundrissen erkennbar. Die Tiefgarage ist im 2. und 3. UG im westlichen Bereich vorgesehen und verbindet, wie in der Auslobung gewünscht, das Cluster und Präsidiumsgebäude. Über die Aufzüge und Treppenhäuser können die beiden darüber liegenden Gebäude entsprechend erreicht werden. Eine Anbindung an das Max-Planck-Gebäude ist im zweiten UG vorgesehen, so das im Max-Planck-Gebäude ein entsprechender Aufzug und das Treppenhaus sinnvoller weise in das 2. UG geführt werden, um so eine direkte Anbindung zu erreichen.

    Wie schon beschrieben, ist als Material der Fassade der beim Poelzig-Bau verwendete Naturstein vorgesehen, der in Verbindung mit den gewünschten nutzungsneutralen Grundeinheiten zu der reduzierten Fassade von Stütze und Balken im geforderten Rasten von 1,25 m führt. Mit einer paneelverkleideten massiven Brüstung wird so der Fensteranteil auf 40% der Außenwandfläche reduziert, obwohl das Erscheinungsbild des nicht geschlossenen, massiven Außenwandanteils größer erscheint.

    Insgesamt soll ein Gebäudeensemble entstehen, das mit seinen Eingangsbereichen zum Campus einen gemeinsamen stadtlandschaftlichen Raum umschließt und so eine großzügige Verbindungsgeste zwischen Gebäude und Landschaft darstellt. Darüber hinaus soll die Einfachheit und Reduziertheit der Gebäude, ihre selbstverständliche innere Orientierung und ein der Aufgabe angemessenes inneres Raumambiente Ergebnis der Entwurfsüberlegung sein. Es soll ein didaktischer Beitrag zur Lösung dieser universitären Aufgabenstellung sein, als integrativer Bestandteil des Campus.

    Entlang der Hansastrasse wird in die Fassade eine Prallscheibe gegen den Lärm integriert.

    Appréciation par le jury
    N'existe pas.

INFOBOX

Créé le
Actualisé en dernier 09.11.2008, 20:02
ID de la contribution 4-13528
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