• DE-69168 Wiesloch
  • 10/2008
  • Résultat
  • (ID 11946)

Neubau von drei forensischen Stationen für das Psychiatrische Zentrum Nordbaden (PZN)

Concours restreint
  • 4e prix


    Architectes
    Bayer & Strobel Architekten BDA, Kaiserslautern (DE) Büroprofil

    Collaboration
    Dipl. Ing. Carlos Arnous Dipl. Ing. Ch. Vennemann Jacqueline Ecker David Schneider Rafael da Silva

    En coopération avec::
    Architectes: urbane gestalt l johannes böttger landschaftsarchitekten, Köln (DE)

    Texte explicatif
    Ausblick

    Ziel der Behandlung des Maßregelvollzugs ist es die Untergebrachten
    wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Durch die Architektur der drei
    neuen forensischen Stationen in Wiesloch soll ein therapeutisches
    Milieu geschaffen werden, das dem Patienten in einer wohnlichen
    Atmosphäre vielfältige Beschäftigungs- und
    Bewegungsmöglichkeiten bietet und ihn so durch selbständige und
    tagesstrukturierende Tätigkeiten in der Gemeinschaft auf ein
    eigenverantwortliches und straffreies Leben vorbereitet.
    Daneben müssen dem Patienten aber auch genügend
    Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, weshalb neben den
    kollektiven Räumen (Wohnbereiche, Wandelhöfe) auch den
    Individualräumen besondere Bedeutung zukommt. Sämtliche Einzelund
    Doppelzimmer sollen daher an der Außenfassade liegen und
    einen Ausblick über die Umfassungsmauer hinweg in die großzügig
    durchgrünte Parklandschaft des PZN oder in die die Klinik umgebende
    nordbadische Landschaft bieten.

    Um diesen Ausblick über die Mauer zu gewährleisten, müssen folglich
    alle Individualräume in Obergeschossen liegen, weshalb die Stationen
    13 und 14 übereinander gestapelt werden. Trotzdem können die
    Wandelhöfe unmittelbar in das jeweilige Wohnumfeld integriert
    werden. Auf diese Art und Weise entsteht ein komplexes räumliches
    Gefüge mit ein- und zweigeschossigen Höfen, welches dennoch in
    jeder Station eine ruhige und reizarme, fast museale Atmosphäre
    erzeugt.
    Durch die zentral liegenden Pflegestützpunkte ist eine gute
    Übersichtlichkeit und eine direkte Einsehbarkeit der Stationen
    gewährleistet. Durch die kompakte Organisation der beiden Stationen
    innerhalb eines Gebäudes ergeben sich kurze Wege für Patienten und
    Personal. Das Erdgeschoss nimmt die gemeinschaftlich genutzten
    Therapie- und Nebenräume auf.
    Die Aufnahmestation liegt außerhalb der Mauer, auch hier liegen alle
    Patientenzimmer im Obergeschoss. Die Schleuse ist in das Gebäude
    integriert, durch die Lage der Gebäude ist die geforderte Bauabfolge
    gewährleistet. Nach Aussen hin stellen sich die beiden Häuser als in
    sich ruhende Baukörper dar.

    Wirtschaftlichkeit

    Neben einem personaleffizienten Betrieb bewirkt die kompakte
    Bauweise der Stationen auch minimierte Transmissionswärmeverluste,
    was durch eine dämmtechnisch optimierte Gebäudehülle noch
    unterstützt wird. Die Wärmeerzeugung erfolgt mittels der vorhandenen
    zentralen Hackschnitzelheizung. Die schweren Geschossdecken
    bieten ausreichend Speichermasse und verteilen die Wärme in die
    Räume.
    Sämtliche Aufenthaltsräume werden natürlich belichtet und können
    natürlich be- und entlüftet werden. Durch das Anbringen von
    Lüftungsklappen im Bereich der Brüstungen können die
    Fensterbänder als Festverglasung ausgeführt werden. Auf zusätzliche
    Sicherungsvorkehrungen wie Gitter kann somit verzichtet werden.
    Umlaufende Brüstungselemente aus günstigen
    Stahlbeton-Fertigteilen gliedern die Fassade horizontal und
    ermöglichen einen großzügigen Ausblick in allen Räumen. Durch
    Zuschläge wird der Beton durchgefärbt und danach sandgestrahlt und
    erhält so die Anmut eines Natursteins.
    Als Analogie zu den Wandelhöfen im Innern der Gebäude werden
    aussen Wandelhaine als prägendes Element der
    Aussenraumgestaltung angelegt. Der Rundweg entlang der Mauer
    bleibt erhalten.
    Durch die besonderen innen- und aussenräumlichen Qualitäten kann
    somit auch die Architektur der neuen forensischen Stationen in
    Wiesloch mit zu einem nachhaltigen Behandlungserfolg beitragen.

    Appréciation par le jury
    N'existe pas.