• DE-26603 Aurich
  • 10/2008
  • Résultat
  • (ID 12033)

Rathauspassage / Georgswall

Concours restreint
  • 2e prix


    Architectes paysagistes
    Breimann & Bruun, Hamburg (DE) Büroprofil

    Collaboration
    Anne Kittel, Katrin Knobloch, Susanne Prehl

    En coopération avec::
    Architectes: De Zwarte Hond, CA Rotterdam (NL), Groningen (NL), Köln (DE)

    Texte explicatif
    Rathauspassage Aurich / Georgswall

    Ziel des Entwurfes

    Ordnen, Stärken und Verbinden.
    Der Wettbewerbsbeitrag hat zum Ziel, den südlichen Teil der historischen Innenstadt räumlich aufzuwerten und funktionell weiter zu entwickeln. Die Stärkung des Einzelhandels ist hierbei nicht alleiniges Ziel, vielmehr werden die verschiedenen Stadtfragmente, ausgehend von ihrer besonderen Identität, transformiert, entwickelt und miteinander verbunden.
    Ein facettenreiches Netz von verschiedensten klar definierten öffentlichen Räumen entsteht, das als Qualitätsträger zur Stärkung bestehender Einzelhandelsfunktionen und zur Ansiedlung neuer Wohn- und Dienstleistungsfunktionen dient.

    Strategie
    Die drei Stadtfragmente
    - die kleinteilige Bebauung zwischen Fußgängerzone und Georgswall
    - die öffentlichen Gebäude zwischen Georgswall und Fischteichweg
    - und der Carolinenhof
    und die drei Stadträume
    - die Fußgängerzone
    - der Georgswall
    - und der Fischteichweg
    werden jeder für sich betrachtet und ausgehend von der heutigen und historischen Struktur weiter entwickelt.
    In einem zweiten Schritt werden diese durch ein „weiches“ Band, die „Rathauspassage“, miteinander verbunden.

    Elemente
    Bebauung zwischen Georgswall und Fußgängerzone

    Der Block zwischen Fußgängerzone und Georgswall war ursprünglich nur am Nordrand mit einer geschlossenen Blockstruktur bebaut. Am Georgswall lagen Wirtschaftshöfe und Gärten. In der derzeitigen Situation werden diese im Wesentlichen noch als Parkplätze und Lagerflächen genutzt und bieten ein nicht mehr zufrieden stellendes Bild.
    Durch die neue Bebauung des Nordrandes des Georgswalls soll dieser räumlich gefasst und die Blockstruktur geschlossen werden, jedoch ohne die historische Asymmetrie der Bebauung zu tilgen. Wir schlagen eine Reihe von freistehenden oder in Ensembles zusammengefassten Gebäude vor, die sich an der historischen Parzellierung orientieren. Das Leitbild einer aufgelockerten Bebauung mit großzügigen Vorgärten wird verfeinert mit Versätzen in der Bebauungslinie um die Eingänge zu den Passagen zu akzentuieren. Hier rücken einzelne Giebel bis an den Georgswall heran.
    Programmatisch bieten sich für diese neue Bebauung vielfältige Optionen: Wohnen, kleine Dienstleistungen (Praxen, Kanzleien, usw.) und Einzelhandel. Die übrigen Funktionen werden direkt vom Georgswall erschlossen.

    Georgswall

    Der Georgswall ist als eigenständiges ‚grünes‘ Element der städtischen Achse zwischen Fußgängerzone und Carolinenhof gegenübergestellt. In seiner Dimensionierung als großzügige Grünfläche soll er künftig die beiden nahegelegenen Grünflächen der Stadt – den Schlosspark und den Friedhof - in ihrer Naherholungsfunktion unterstützen. Um der Großzügigkeit der Freifläche Rechnung zu tragen, ist bewusst auf die Anlage eines Wasserlaufs verzichtet worden. Jedoch folgt die räumliche Ausformulierung des Walls seinem historischen Vorbild als Wehranlage. Konsequenterweise böscht sich die baumgesäumte linienförmige Rasenfläche in Richtung Rathaus hin ab, um in eine ebenerdig „fließende“ Rasenfläche zu münden. Diese folgt in ihrem Verlauf dem ehemaligen Kanal und kann als Zitat desselbigen verstanden werden. Die historischen Werte der Wallanlage werden so wieder erlebbar gemacht.
    Gefasst wird die Grünanlage des Georgswalls durch einen Rahmen aus Grandflächen. Während die Rasenbereiche zum Verweilen, Ausruhen und Erholen einladen, stehen die umlaufenden Grandflächen für diverse andere Aktivitäten bereit. Sie sind mit Bänken möbliert und dienen als Spielflächen und ggf. als temporäre Aufstellflächen. Um diese Funktionsvielfalt zu ermöglichen, springt die Kante von Grünfläche und Grandfläche zum mittelalterlichen Stadtzentrum hin und schafft damit Raumfolgen unterschiedlicher Dimensionierung.

    Rathaus

    Die derzeitige städtebauliche Situation des Rathauses hat im Wesentlichen 2 Mängel:
    Zum einen ist die Erschließungssituation mit zwei scheinbar gleichwertigen Eingängen undeutlich und zum anderen verhindert der Westflügel des Rathauses eine der Bedeutung angemessene Verbindung zwischen der historischen Innenstadt und dem Carolinenhof. Auch wenn ein allgemeines Facelift des Rathauses angezeigt ist, scheint jedoch ein Totalabriss und Neubau nicht indiziert. Darum schlagen wir eine Reihe von Modifikationen des Rathauses vor, die in verschiedenen Schritten realisiert werden können. Grundlage dieser Schritte ist die konkrete Verbesserung der städtebaulichen Situation.
    1. Abriss des zweigeschossigen Südflügels des Rathauses. Hierdurch entsteht eine großzügige Öffnung und visuelle Verbindung zwischen dem Georgswall und dem Carolinenhof
    2. Anhebung des Ratssaales und Einrichtung eines Cafés/ einer Cafeteria unter diesem. Die heutige Geschosshöhe unter dem Ratssaal ist für eine öffentliche oder kommerzielle Nutzung unzureichend. Durch die Anhebung des Ratssaales kann dieser ohne Höhendifferenz vom 1. OG aus erschlossen werden.
    3. Neuer Haupteingang und Freitreppe am neu geschaffenen Rathausplatz
    4. Neues Vordach
    5. Mögliche Erweiterung des Rathauses/Kompensation der Büroflächen

    Nordsüdband
    Die Nord-Süd Verbindung beider Haupteinkaufsbereiche wird zu einem gestalterisch ansprechenden, durchgehend städtischen ‚Band‘ ausgebaut. Als verbindendes Element dient die Materialität der Wegebeläge, welche in anthrazit-farbenem Klinker ausgeführt werden. Spannungsgeladen nimmt hierbei die Verlegerichtung Bezug auf die angrenzende Bebauung und variiert in ihrer Ausrichtung.
    In direkter Verbindung gelangt man fußläufig durch die Rathauspassage über den Georgswall, entlang des Rathauses zum Einkaufszentrum. Ab dem neu geschaffenen Platzraum, in dem Abbeg- und Rathauspassage zusammenlaufen, leiten wegbegleitend Intarsien in Richtung Einkaufszentrum. In ihrer gleichförmigen Materialität aus großformatigen Natursteinplatten lassen sie die einzelnen Teilbereiche optisch zu einer Gesamtanlage verschmelzen.
    Die gestalterische Qualifizierung der städtischen Freiräume soll parallel zur funktionalen Neuordnung erfolgen. So sind die neuen Einzelhandelsflächen ausschließlich zu den Passagen hin orientiert. Der temporär stattfindende Wochenmarkt wird vom Georgswall in das Nordsüdband verlegt. Auch orientieren sich alle mit dem Rathaus in Verbindung zu bringende Aktionen und Besucherströme durch den neuen Haupteingang und die Cafeteria in Richtung des Rathausvorplatzes.

    Appréciation par le jury
    N'existe pas.